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Neue Wohngebiete in Wien müssen zu zwei Drittel gefördert werden

Redaktion

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Gastbeitrag von Emily Noble

Neuer Wohnraum in den großen Städten wird knapp. Das hat mehrere Ursachen. Einerseits werden in Deutschland zwar genügend neue Wohnungen gebaut, doch scheinbar an der falschen Stelle. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft schon vor Jahren in einer Studie ermittelt. Zwar werden jährlich rund 250.000 neue Wohnungen gebaut, doch das reicht immer noch nicht, um den Bedarf zu decken. Dazu kommt, dass diese vermehrt am Land und in zu geringem Ausmaß in den Städten entstehen. Seither hat sich die Situation eher verschärft, statt entspannt. Mitverantwortlich dafür ist laut manchen Experten auch die Mietpreisbremse, die dazu geführt hat, dass Immobilienbesitzer ihre Wohnungen eher leer stehen lassen, anstatt Sie zu vermieten. Der massive Zuzug in die Großstädte sorgt darüber hinaus dafür, dass die Preise für Baugrundstücke weiter steigen.


Foto: Pixabay

Spekulanten trocknen den Markt aus

Die Situation scheint sich mittlerweile in allen europäischen Großstädten anzugleichen. Der Zuzug hält unvermindert an, der verfügbare Wohnraum wird knapp. Die Stadtväter stehen vor dem großen Problem auch der jungen Generation günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, doch woher nehmen? In der öffentlichen Diskussion ist hier sehr schnell der Begriff des Kasinokapitalismus zur Hand. Aber woher kommt dieser Begriff eigentlich? Das Wort geht auf die lateinische Sprache zurück und bedeutete „kleines Haus“. Später wandelte sich die Bedeutung in Villa, bevor es zu einem Ort der Unterhaltung wurde. Ähnlich wie in der Entwicklung der sprachlichen Bedeutung machen auch Kasinokapitalisten aus einem kleinen Haus eine Villa, indem sie beispielsweise auf steigende Grundstückspreise spekulieren, um so deutlich mehr zu verdienen. Gesellschaft und Politik werfen Immobilienspekulanten in vielen Ländern vor Grundstücke und Wohnungen aufzukaufen, ohne diese dem ohnehin ausgetrockneten Markt zur Verfügung zu stellen. Dem möchte die Wiener Stadtregierung nun nachdrücklich einen Riegel vorschieben.

Vorbild Wien?

Wien hat nun, wenige Wochen nach der Bekanntgabe, beschlossen eine neue Flächenwidmung einzuführen. Grundstücke steigen bekanntermaßen erst dann massiv im Preis, wenn die Politik eine Umwidmung durchführt. Das bedeutet, wenn aus einer Wiese zum Beispiel ein Baugrundstück wird. Um Spekulationen auf Grundstücke verstärkt zu unterbinden, wurde Anfang November 2018 die Einführung einer neuen Widmungskategorie „Geförderter Wohnbau“ beschlossen. Damit sollen dem geförderten Wohnbau mehr Grundstücke zur Verfügung gestellt und gleichzeitig der Wohnbau in der Stadt angekurbelt werden. Der Wiener Wohnbaustadtrat Christoph Chorherr von den Grünen nennt den Beschluss eine Revolution. Worum geht es im Detail?

Mit dem Beschluss der rot-grünen Koalition in Wien und der damit einhergehenden Änderung der Bauordnung wurden die Bodenpreise in Wien stark reguliert. Bei zukünftigen Aufwidmungen müssen verpflichtend zwei Drittel der Fläche für den mietzinsbegrenzten, geförderten Wohnbau reserviert werden. Um für den geförderten Wohnbau in Wien in Frage zu kommen, darf der Grundstückspreis derzeit nicht mehr als € 250 je Quadratmeter betragen. Preise von deutlich mehr als € 1.000 je Quadratmeter sind aber längst keine Seltenheit mehr, manche Top-Lagen erzielen in Wien sogar € 2.000. Mit solchen Grundpreisen können natürlich längst keine geförderten Projekte mehr errichtet werden. Folgerichtig ist der Anteil des geförderten Wohnbaus in den letzten Jahren von zwei Drittel auf rund ein Drittel am Gesamtvolumen neu errichteter Wohnungen gesunken.


Foto: Pixabay

Die Immobilienwirtschaft ist fassungslos

Ganz anders sieht diese Entwicklung naturgemäß die Immobilienwirtschaft. Sie befürchtet, dass die gesetzliche Neuordnung dazu führen wird, dass Grundbesitzer noch mehr als in der Vergangenheit dazu übergehen werden, Grund und Boden zu horten und die Angebotsknappheit noch schlimmer wird. Da es bisher keine erkennbaren Übergangsregelungen gibt, seien viele Projekte, die sich bereits im Planungsstadium befänden, massiv gefährdet, weil nicht mehr wirtschaftlich realisierbar. Die Immobilienentwickler fordern Übergangslösungen für Grundstücke, die zu anderen gesetzlichen Rahmenbedingungen bereits gekauft wurden. Weiters weisen sie darauf hin, dass politisch angekündigte Schritte, wie zahlreiche neuen Gemeindewohnungen und die Nachverdichtung der Nachkriegssiedlungen bisher auf sich warten lassen. Im Übrigen verfüge die Stadt Wien laut eigenen Angaben über Flächenreserven von über 2,7 Millionen Quadratmetern und baureife Grundstücke für 14.000 Wohnungen.

Exportmodell für Deutschland?

Wird das ambitionierte Wiener Projekt ein Erfolg, könnte es als Vorbild für zahlreiche deutsche Städte dienen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen. Vorerst ist noch nicht abzusehen, ob die drastische Maßnahme jene Wirkung erzielen wird, die sich die Wiener Stadtpolitik davon erhofft.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zweitvergabe

    29. November 2018 17:06 at 17:06

    Dabei bitte eines nicht vergessen: In Österreich ist es gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften seit einigen Jahren erlaubt, nicht nur wie bisher geförderten Wohnraum zu errichten, sondern eben auch frei finanzierte Wohn- und Geschäftsbauprojekte.
    Um eine geförderte Wohnung zu erhalten, sind relativ strenge Auflagen für die Wohnungsmieter gesetzlich vorgesehen (die sind sogar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich), bei frei finanzierten Wohnungen die von einer gemeinnützigen Genossenschaft immer öfter errichtet werden, gibt es diese Auflagen nicht. Mit frei finanzierten Objekten lässt sich für eine gemeinnützige Genossenschaft bisher richtig Geld verdienen, der geförderte Wohnbau wurde gerade von diesen Institutionen in den letzten Jahren vernachlässigt. Somit handelt es sich um eine längst überfällige teilweise Korrektur dieses Missstandes. Da die gemeinnützigen Wohnbaubestimmungen in Österreich etwas anders gestrickt sind als in Deutschland, ist das Modell nicht 1:1 umzusetzen, auch gibt es aus österreichischer Sichtweise einige Schlupflöcher, um diese neue Bestimmung zu umgehen.

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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