Der DAX zeigte sich am Donnerstag robust, auch wenn er nach einem neuen Rekordhoch bei 24.639 Punkten am Morgen im Tagesverlauf leicht ins Minus drehte. Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex schließlich um 0,3 Prozent tiefer bei 24.473 Punkten. Damit bleibt der deutsche Leitindex auf hohem Niveau, gestützt von der Hoffnung auf eine Einigung im anhaltenden Zollstreit zwischen den USA und Europa. Diese Hoffnung wurde jedoch durch die Ankündigung zahlreicher neuer Zölle durch US-Präsident Trump in dieser Woche getrübt. So kündigte er am Donnerstagabend einen Zollsatz von 35 Prozent gegen Kanada sowie pauschale Zölle von 15 bis 20 Prozent statt der aktuell geltenden 10 Prozent an. Dies setzte die US-Börsen und den DAX im außerbörslichen Handel unter Druck.
Angetrieben durch die anhaltende Technologierally waren die US-Börsen am Donnerstag zuvor wieder gestiegen, sodass der S&P 500 auf einem Rekordniveau schloss. Nun rückt die Berichtssaison für das zweite Quartal zunehmend in den Fokus. Sie dürfte als Stimmungstest für den weiteren Verlauf der Rally dienen. Angesichts optimistischer Gewinnerwartungen und hoher Aktienbewertungen birgt sie jedoch auch Gefahren. Zugleich warnen Analysten vor den Risiken der amerikanischen Zollpolitik: Angekündigte Zölle auf Kupferimporte sowie gegen einige Handelspartner könnten sich negativ auf die Inflation, die Unternehmensgewinne und die Börsenkurse auswirken.
Trotz der Unsicherheiten bleibt der DAX mit einem Jahresplus von rund 23 Prozent und seinem neuen Rekordhoch klar im Aufwärtstrend. Anleger setzen auf Bestätigung ihrer Erwartungen durch die Unternehmenszahlen – doch geopolitische Spannungen und erratische Handelspolitik könnten für eine baldige Korrektur sorgen.
DAX-Rally erhält Dämpfer
Short: Der DAX notiert nach Trumps erneuten Zolldrohungen vor dem Börsenstart tiefer. Erste potenzielle Unterstützungen befinden sich bei 24.345 sowie 24.275 Punkten. Falls er darunter fällt, dürfte es zum Test der EMA50 bei 23.232 Punkten kommen. Hier besteht die Chance auf einen Rebound. Darunter würde sich der Stundenchart eintrüben und weiteres Abwärtspotenzial bis 24.145 entstehen.
Long: Damit sich das kurzfristige Bild wieder aufhellt, muss der DAX über das Zwischenhoch bei 24.421 ansteigen. Dann dürfte er auch das Gap bei 24.456 schließen und das alte Rekordhoch bei 24.479 anvisieren. Ein nachhaltiger Anstieg darüber bringt die Marke bei 24.575 und die Widerstandszone um 24.600/638 wieder ins Spiel.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützungen:
24.345 – Horizontale
24.273 – außerbörsliches Tief
24.261 – Tagestief 09.07.
24.232 – EMA50
24.145 – vorher WS
24.063 – Tagestief 08.07.
24.000 – vorher WS
DAX Widerstände:
24.421 – Zwischenhoch
24.456 – Gap 10.07.
24.479 – ex Rekordhoch
24.575 – Zwischenhoch
24.639 – Rekordhoch 10.07.
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