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Neuseeland stuft Kryptowährungen de facto als „normale“ Finanzprodukte ein

In einer vor Kurzem veröffentlichten Stellungnahme teilt die neuseeländische Finanzmarktaufsicht "FMA" mit, dass Anbieter von Kryptowährungen (Brokerage, Wallets, Handelsplattformen) Mitglied in einer Streit-Schlichtungseinrichtung sein müssen. Außerdem sollen sie im offiziellen Register...

FMW-Redaktion

Sind Kryptowährungen wie Bitcoins überhaupt Währungen, oder überhaupt richtige Finanzprodukte? Oder sind es Pyramidensysteme, oder Wetten wie auf der Pferderennbahn? Neuseeland jedenfalls findet eine Antwort auf all das. In einer vor Kurzem veröffentlichten Stellungnahme teilt die neuseeländische Finanzmarktaufsicht „FMA“ mit, dass Anbieter von Kryptowährungen (Brokerage, Wallets, Handelsplattformen) Mitglied in einer Streit-Schlichtungseinrichtung sein müssen. Außerdem sollen sie im offiziellen Register für Finanzdienstleister registriert sein. Und darüber hinaus sollen sie sich an die „Fair Dealing-Regeln“ des „Financial Markets Conduct Act“ in Neuseeland halten.

Kryptowährungen selbst gelten laut dieser Veröffentlichung der „FMA“ als Wertpapiere gemäß dem neuseeländischen „Financial Markets Conduct Act 2013“. Dabei gehe es nicht darum, ob sie nun Finanzprodukte seien oder nicht. Laut Definition dieser Richtlinie seien Wertpapiere Vereinbarungen, bei der Anleger dazu veranlasst werden Anlagen zu tätigen oder finanzielle Risiken einzugehen. Und ja, so möchte man sagen, das trifft auf Kryptos zu!

Im Klartext: Damit bindet Neuseeland die Krypto-Industrie in ihre Regulierung für „normale“ Finanzprodukte ein, womit Bitcoins, Ethereum und Co die Anerkennung als richtige Finanzprodukte erhalten – auch wenn das so nicht offiziell ausgesprochen wird. Und damit ist natürlich noch nichts über die Seriosität, Schwankungsintensität oder Sicherheit der Kryptos ausgesagt.

Auch zum Thema „Initial Coin Offerings“ (ICO) hat die Aufsicht in Neuseeland etwas zu sagen. Hierbei geht es darum, dass Unternehmen nicht an die Börse gehen um Geld einzusammeln. Dafür würden sie ja Unternehmensanteile verkaufen. Bei ICO`s geben Anleger Geld, und erhalten dafür „Token“, eine Art vom Unternehmen geschaffene digitale Recheneinheit, die letztlich nichts anderes ist als eine Art Gutschein. Den kann man eventuell später gegen irgendwas eintauschen, was die Firma in Zukunft vielleicht mal anbietet. Hierzu sagt die FMA, dass es darauf ankomme, welche ökonomischen Eigenschaften ein ICO denn habe.

Daran müsse man festmachen, ob es sich bei einem ICO um ein Finanzprodukt handele, oder nicht. Die FMA offeriert die Auswahl in vier verschiedene Kategorien. Da wären Derivate, Dividendentitel, Managend Investments oder Schuldpapiere. Die FMA weist darauf hin, dass in Neuseeland stattfindende ICO´s doch bitte unbedingt bei der FMA angmeldet werden sollen, damit man im Einzelfall eine Abstimmung vornehmen könne, worum es sich genau handelt.

Nicht nur, dass die größte Terminbörse der Welt „CME“ Futures auf Bitcoins einführt. Nicht nur, dass Amazon möglicherweise davor steht Bitcoins als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Diese offizielle „Einrahmung“ von Kryptowährungen in die „normale“ Finanzindustrie in Neuseeland verleiht ihnen noch mehr Anerkennung.


Die Nationalflagge Neuseelands.



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