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Devisen

News am Morgen: Was abläuft in Blitz-Meldungen

Aktuelle Neuigkeiten und Merkwürdigkeiten, die Sie kennen sollten..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Vorab: während der Dax wenig Lust zeigt, zu steigen, sind die US-Futures deutlich nach oben gegangen – warum auch immer..

Hier wichtige Fakten vom Vormittag:

Irans Parlament wird heute bei einer Sitzung Gegenmaßnahmen beschließen wegen der Kündigung des Atomabkommens durch Trump. Die Maßnahmen würden „proportional“ erfolgen. Im iranischen Parlament haben Politiker die Fahen der USA verbrannt:

die Europäer wollen am Iran-Abkommen festhalten: das Abkommen sei „nicht tot“, so Frankreichs Aussenminister Le Drian. Frankreichs Präsident Macron wird heute mit seinem iranischen Amtskollegen Ruhanis telefonieren, vermutlich am kommenden Montag kommt es zu einem Treffen zwischen dem Iran, Deutschland, Frankreich und Großbritannien
Fakt ist: Europa hat in Sachen Iran sehr viel mehr zu verlieren als die USA:

Aufgrund der Kündigung des Iran-Abkommens sind die Aktien von Airbus unter Druck: damit ist ein von Airbus bereits verbuchter Auftrag aus dem Iran im Volumen 38,3 Milliarden Dollar in Gefahr – IranAir hatte 200 Flugzeuge bestellt. Auch die Aktien der französischen Autobauer Peugeot und Renault fallen, beide Firmen sind im Iran engagiert

der Ölpreis (WTI) stieg heute vormittag erstmals seit November 2014 über die Marke von 71 Dollar, das Plus heute beträgt fast 3% – nächstes Ziel ist die 100-Tage-Linie bei 75,24 Dollar

die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe steigt aktuell wieder über die Marke von 3%!

der Reigen schwacher Konjunkturdaten aus Europa setzt sich fort: die Industrieproduktion Frankreichs fällt überrraschend um -0,4% zum Vormonat, erwartet war ein Anstieg von +0,4%. Enttäuschend auch die Einzelhandelsumsätze aus Italien mit -0,2% zum Vormonat (Prognose war 0,0%). Schwächer als zunächst erwartet dürfte das in der nächsten Woche veröffentlichte BIP aus Deutschland ausfallen, so nun die Erwartung

der Abverkauf von Währungen der Emerging Markets geht weiter – die türkische Lira mit einem frischen Allzeittief zum US-Dollar bei 4,37:

The trend is not your friend – wenn man long in der türkischen Lira war:

die US-Berichtssaison ist fast vorbei, fraglos mit starken Zahlen. Aber das Beispiel aus dem Zeitraum zwischen 1972 bis 1974 zeigt, dass die US-Aktienmärkte trotz steigender Gewinne pro Aktie fallen können. Damals (1972 bis 1974) steigende Ölpreise und steigende Inflation – Ähnlichkeiten mit der Lage heute sind rein zufällig und natürlich nicht beabsichtigt:

die Bilanzsumme der EZB ist zuletzt erstaunlicherweise leicht geschrumpft – hat da aus versehen jemand bei der EZB den falschen Knopf gedrückt?:

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    9. Mai 2018 12:20 at 12:20

    „die Europäer wollen am Iran-Abkommen festhalten“
    Ich frage mich, wie das gehen soll?
    Trump hat gestern eindeutig gesagt, jedes Land, dass dem Iran bei der Entwicklung der Atombombe hilft, wird ebenfalls sanktioniert. Man kann jetzt natürlich sagen, wenn die EU weiter „normalen“ Handel mit dem Iran betreibt, dass sie dem Iran ja nicht behilflich sind, die Atombombe zu entwickeln. Ich gehe aber nicht davon aus, dass das Trump nicht zufriedenstellen würde. Ich gehe viel eher davon aus, dass der Druck auf die EU, ebenfalls keinen Handel mehr mit dem Iran zu treiben, zunehmen wird. Die Zölle auf Stahl und Alu zB sind ja nur ausgesetzt bis zum 01.06. Wenn aber die EU nun keinen Handel mehr mit dem Iran betreibt, wie soll dann seitens der EU das Abkommen aufrecht erhalten werden.
    Der Iran wird sich wohl kaum als einziger an ein Abkommen halten, dass dann vollkommen einseitig eingehalten wird.

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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