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News kompakt: Monte dei Paschi, EZB desillusioniert, Blackstone schließt Fond, spanische Banken im freien Fall

Kurs-Fakten, Stimmungen, Urteile, Eingeständnisse - was heute wichtig ist!

FMW-Redaktion

1. Freier Fall von Monte dei Paschi geht weiter. Die Bank hatte heute vormittag verlautbart, dass ihre Liquidität nur noch vier Monate reichen werde und damit die bisherigen Schätzungen von elf Monaten deutlich unterboten. Die Aktien der Monte dei Paschi stürzen regelrecht ab, heute schon mehrfach vom Handel ausgesetzt wegen limit down:

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Inzwischen hat der italienische Senat den 20 Milliarden-Rettungsplan offiziell beschlossen – aller Wahrscheinlichkeit nach viel zu wenig, um die Löcher zu stopfen..

https://twitter.com/minefornothing/status/811528612952186880

2. Die EZB zunehmend desillusioniert über ihre eigene Geldpolitik! Ja, wer hätte das nur gedacht? So langsam mehren sich innerhalb der europäischen Notenbank die Zweifel über die Sinnhaftigkeit ihres QE-Programms (wohl mit Ausnahme von Mario Draghi). Gestern hatte sich schon Bundesbankchef Weidmann skeptisch zu den Anleihekäufen geäussert, da damit nicht der niedrige Wachstumstrend bekämpft werden könne.
Heute dann Aussagen des lettischen Notenbankchefs und EZB-Ratsmitglieds Ilmar Rimsevics: die Anleihekäufe hätten dem Wirtschaftswachstum keinen nennenswerten Schub verliehen. Die durch die EZB durch die Anleihekäufe gepumpten Gelder würden „auf dem Bankkonto ruhen und auf bessere Zeiten warten“. Zuvor hatte sich auch EZB-Chefvolkswirt Praet enttäuscht über den mangelnden Effekt der Anleihekäufe auf die Inflation geäußert – man habe sich mehr davon versprochen als eingetreten sei..

3. Der weltgrößte Hedgefond Blackstone hat bekannt gegeben, seinen erst vor zwei Jahren an den Start gebrachten Fond „Senfina Advisors“ zu schließen. Der 1,6 Milliarden Dollar schwere Fond hat in 2016 24% Verluste eingefahren. Alleine im November hatte der einzige inhäusig verwaltete Fond 6% verloren, weil man die Auswirkungen der Wahl Donald Trumps auf die Märkte falsch eingeschätzt hatte. Den herbsten Verlust hatte der Fond jedoch im Febraur erlitten mit einem Minus von 17%, danach erfolgte in den beiden Folgemonaten eine Erholung. Die Schließung des Fonds solle die Anleger vor weiteren Verlusten schützen, hieß es in einer Stellungnahme von Blackstone. Einige der elf Manager des Fonds verlassen nun Blackstone.

4. Schlechter Tag für spanische Banken! Der Europäische Gerichtshof hat das Urteil eines spanischen Gerichts überstimmt, wonach zahlreiche spanische Banken fallende Hypothekenzinsen nicht ausreichend an die Kunden weiter gegeben haben. Das spanische Gericht hatte Nachzahlungen der Banken auf einen Zeitraum seit Mai 2013 beschränkt – das sei jedoch nicht korrekt, so der Europäische Gerichtshof. Damit drohen den Banken nun weitere Nachzahlungen in Milliardenhöhe, die die bisherigen Rückstellungen der Banken weit überschreiten. Daraufhin der spanische Bankensektor schwer unter Druck, Banco Sabadell fallen 7,5%, Banco Popular 10,5% und ist damit schwächster Wert im spanischen Leitindex Ibex35.



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5 Kommentare

  1. Na dann…Frohes Fest!
    Bankenkrise in Italien und Spanien und eine EZB im Selbstfindungsmodus. Ich fürchte, die „Rettungspakete“ zu Weihnachten fallen aus.
    Das passt zur Charttechnik wie die Faust auf’s Auge.

  2. Nicht gerade beruhigend, aber die Chartbullen hier lesen
    sowas vermutlich gar nicht, selektive Wahrnehmung eben.

  3. Wie ist denn das.mit dem 20 Mord Rettungsplan in Italien?
    Ich dachte, zuerst müssen die Aktien und Anleihebesitzer bluten oder übersehe ich da was.
    Oder wird diese Regelung schon wieder umgangen?

    1. Die Regelung wird ganz sicher umgangen, sonst könnte die Regierung bei den nächsten Wahlen einpacken.
      Daß die Anleger nicht bluten müssen, hat die Regierung auch schon durchblicken lassen.
      Es muß nur ein Modus gefunden werden, der nicht zu sehr auffällt und gleich Schäuble & co auf den Plan ruft.

  4. Business as usual.
    Question ?

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