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News kompakt: Netflix investiert, deutscher Mittelstand als Triebfeder, Deutsche Börse mit Problem

FMW-Redaktion

Netflix verkündete erst vor Kurzem im Rahmen seiner Quartalszahlen, dass man sein Budget für eigene Filme und Serien von 6 Milliarden im laufenden Jahr auf 7-8 Milliarden Dollar im nächsten Jahr aufstocken werde. Damit wird man ein immer größerer Rivale für die etablierten „alten“ Hollywood-Studios, die ihre Filma ja bisher in die Kinos bringen. Netflix behält sie in seinem geschlossenen Universum, um die Exklusivität für seine Nutzer zu erhöhen.

Aktuell gibt man bekannt, dass man für seine Pläne 1,6 Milliarden Dollar neue Schulden über Anleihen aufnehmen wird, was für das Unternehmen die größte Emission überhaupt darstellt. In Finanzkreisen rechnet man mit einem Zinskupon von um die 5%. Das Rating soll laut Gerüchten Junk-Status erhalten (also Schrottanleihen). Das klingt negativ, aber vermeintlich ist es wohl dem schnellen Wachstum und dem neuen Geschäftsmodell der Firma geschuldet?

Netflix plant 80 selbst produzierte Filme im nächsten Jahr. Das ist nur unwesentlich weniger als die Zahl neuer Filme der großen Studios für die Kinobesucher. Bislang war die Netflix-Wachstumsstory intakt. Der Kurs der Aktie bestätigte dies. Aktuell notiert man zwar 12 Dollar unter dem Höchstkurs von 204 Dollar von vor wenigen Tagen, aber der Langfristchart zeigt immer noch einen steilen Anstieg. Wohl um das Wachstum am Laufen zu halten, geht die Firma voll in die Offensive.


Der Netflix-Chart seit Ende 2014. Die Aktieg stieg von 50 auf über 200 Dollar.

Deutscher Mittelstand

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) veröffentlicht als hunderprozentige Tochter der Bundesregierung regelmäßig ihren sogenannten „KfW-Mittelstandspanel“. Die aktuellste repräsentative Erhebung zeigt, dass der Mittelstand für Deutschland immer wichtiger wird. Während er neue Stellen schafft, bauen die großen Konzerne Stellen ab! Zitat KfW auszugsweise:

Die Umsätze der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stiegen 2016 um 3,9 % und damit um den höchsten Wert seit fünf Jahren, die durchschnittliche Umsatzrendite lag wie im Vorjahr bei guten 7,3 %. Als Arbeitgeber sind die mittelständischen Unternehmen so bedeutend wie nie zuvor. Im Jahr 2016 ist die Zahl der Erwerbstätigen im Mittelstand um 1,46 Millionen noch einmal stark gewachsen (+4,6 %). Derzeit ist insgesamt die Rekordsumme von 30,9 Millionen erwerbstätigen Personen in kleinen und mittleren Unternehmen beschäftigt. Erstmals überschreitet der Anteil von KMU an der Erwerbstätigkeit die Marke von 70 % (70,4 %). Demgegenüber haben Großunternehmen und der öffentliche Sektor im Jahresvergleich zum wiederholten Mal Beschäftigung abgebaut, und zwar um 432.000 Personen.

Aber auch beim Mittelstand schwindet die industrielle Bedeutung. Zitat KfW:

Dabei hinterlässt der sektorale Wandel im Mittelstand immer größere Spuren, wie der Chefvolkswirt der KfW, Dr. Jörg Zeuner, erläutert: „Die Entwicklung hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft geht auch am Mittelstand nicht vorbei. Hauptträger des Beschäftigungsaufbaus der letzten Jahre sind ganz eindeutig wissensintensive Dienstleister. Allein drei Viertel aller seit 2010 entstandenen Arbeitsplätze im Mittelstand gehen auf ihr Konto. Insgesamt ist die Erwerbstätigenzahl bei den wissensintensiven Dienstleistungen um 2,4 Mio. auf aktuell 9,9 Mio. Personen gestiegen. Mit einer weiteren Zunahme ist auch zukünftig zu rechnen. Digitalisierung und eine starke Binnennachfrage begünstigen die Dienstleister.“

Deutsche Börse

Eigentlich war es doch so schön. Die Staatsanwaltschaft bot der Deutschen Börse an das (lästige?) Verfahren wegen Insiderhandel einzustellen gegen Zahlung eines „Trinkgeldes“. Besser konnte es nicht für die Deutsche Börse und ihren Chef Kengeter laufen, der kurz vor Start der Fusionsverhandlungen mit der Londoner Börse Aktien seines Arbeitgebers kaufte. Natürlich (Satire?) wusste er zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass er selbst vor hatte kurz darauf Fusionsverhandlungen mit der LSE aufzunehmen. Glauben wir ihm das mal… aber sei es drum, aus der Einstellung des Verfahrens wird nun erst einmal doch nichts. Das ist ein Problem für die Deutsche Börse und ihren Chef Kengeter. Und man möchte auch sagen, dass es sich hierbei um eine Klatsche des Gerichts gegenüber den Staatsanwälten handelt. Lesen Sie selbst die Originalmitteilung der Deutschen Börse:

Das Amtsgericht Frankfurt am Main hat heute im Zusammenhang mit den Vorwürfen eines angeblichen Verstoßes gegen das Insiderhandelsverbot im Dezember 2015 sowie einer angeblichen Unterlassung einer ad-hoc Mitteilung im Januar 2016 die beantragte Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Börse AG, Carsten Kengeter, gegen Auflagen in Form einer Zahlung von EUR 500.000,00 abgelehnt. Dem Gericht erscheint eine Fortführung der Ermittlungen angesichts der Bedeutung des Verfahrens derzeit opportun. Die weitergehenden Ermittlungen könnten von einer Einstellung des Verfahrens mangels hinreichenden Tatverdachts bis hin zur Anklageerhebung führen. Das Gericht hat die Sache, sowohl soweit es um die Ermittlungen gegen den Vorstandsvorsitzenden als auch um mögliche Schritte gegen die Gesellschaft geht, an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben, die nun über weitere Verfahrensschritte entscheiden wird.



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