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Märkte

Nicht der Dollar, sondern Saudis und Russen haben Ölpreis fallen lassen

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Es gibt aktuell Marktbeobachter, die meinen der starke US-Dollar habe den Ölpreis am Freitag zum Abstürzten gebracht. Schaut man etwas näher hin, merkt man aber schnell, dass diese Begründung ausfällt. Nach der EZB-Sitzung letzten Donnerstag Mittag war Euro vs US-Dollar eingebrochen, und der US-Dollar somit kräftig gestiegen. Dieser Anstieg vollzog sich von Donnerstag Mittag bis Donnerstag Abend.

Ölpreis fiel erst nächsten Tag

Der Ölpreis hätte auch am Donnerstag einbrechen müssen, wenn es eine direkte Verbindung zum Dollar-Anstieg gegeben hätte. Denn die Märkte preisen sowas immer sofort ein! Aber nein, der Ölpreis (in diesem Chart WTI-Öl) fing erst Freitag Mittag an zügig zu fallen von 66,50 Dollar auf bis zu 63,58 Dollar heute früh. Diese eintägige Verzögerung zeigt eindeutig, dass der erstarkte Dollar nichts mit der aktuellen Ölpreis-Schwäche zu tun hat.

Saudis und Russen wollen mehr födern

Da schaue man sich lieber die Nachrichtenlage an. Am Freitag dieser Woche findet in Wien das turnusmäßige Treffen der OPEC statt. Wahrscheinlich wird Russlands Energieminister Novak auch wieder anwesend sein, als der seit 18 Monaten neue „Projekt-Partner“ der OPEC, wenn es darum ging die Fördermenge koordiniert zu senken. Das hat in gewisser Weise auch funktioniert.

Aber wie wir bereits berichteten, gab es schon vor Wochen Andeutungen wichtiger OPEC-Mitglieder, dass man wohl seine Fördermenge deutlich ausweiten werde. Grund dafür sind die ständigen Rückgänge in Venezuela, die dem Chaos im Land geschuldet sind. Und natürlich sind die neuen US-Sanktionen gegen den Iran der Grund dafür, dass der Iran bald deutlich weniger Öl auf den Weltmarkt werfen dürfte. Diese Mengen-Lücke soll ausgeglichen werden.

Nun haben Russland und Saudi-Arabien sich konkreter dazu geäußert, dass man in der Tat plane die Fördermengen spürbar zu steigern. Die Details werde man beim Treffen in Wien besprechen. Wir glauben: Wie so oft einigen sich die großen Produzenten im Vorfeld, und in Wien wird dann nur noch mit JA abgestimmt. Russlands Energieminister Novak spricht von einer möglichen schrittweise Anhebung der Fördermenge (OPEC + Russland) um insgesamt 1,5 Millionen Barrels pro Tag ab Juli.

Diese Info bringt den Ölpreis so kräftig runter um fast 3 Dollar, wo doch diese bevorstehende Fördermengenausweitung längst kein Geheimnis mehr war. Gibt es bis Freitag wie so oft vor den OPEC-Treffen weitere Vorab-Infos? Es dürfte mal wieder hoch her gehen in Wien.

WTI Ölpreis vs Dollar
US-Dollar vs Ölpreis (WTI) in US-Dollar seit dem 8. Juni.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Beobachter

    18. Juni 2018 19:57 at 19:57

    War wieder typisch, wenn die Vollprofis beim Öl von 100$ sprechen, u. gleichzeitig sagten die Wirtschaft würde keine Zinserhöhung ertragen ( welch ein Widerspruch ) war ein Taucher fäiiig.Langsam durchschaue ich die Schizophrenie der Märkte ( natürlich gemacht von den Marktteilnehmern ) Habe den Short leider zu früh glattgestellt.

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