Schwellenländer-Aktien, EM-Anleihen und Lokalwährungsbonds rücken 2026 in den Fokus der größten Vermögensverwalter weltweit. Institutionelle Investoren mit mehr als 20 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen bauen ihre Engagements in Emerging Markets aus – nach Jahren klarer Übergewichtung der USA. Laut Citigroup sprechen robustes globales Wachstum und ein schwächerer US-Dollar für weiteres Potenzial bei Schwellenländer-Investments.
Top-Investoren setzen auf Schwellenländer
Laut einem Berich von Bloomberg entwicklen sich Schwellenländer zu einem der auffälligsten Investment-Trends des Jahres. Die weltweit größten Asset Manager erhöhen ihre Allokation in EM-Aktien, Lokalwährungsanleihen und Unternehmensanleihen aus Emerging Markets. Das geht aus einer Analyse von Citigroup hervor, die veröffentlichte Marktausblicke führender Fonds ausgewertet hat.
Hintergrund ist die Erwartung, dass robuste globale Konjunkturdaten sowie ein nachgebender US-Dollar die Kapitalströme in Richtung Schwellenländer begünstigen. Ein schwächerer Dollar wirkt für viele EM-Volkswirtschaften wie ein Rückenwind, da sich Refinanzierungskosten entspannen und Kapitalzuflüsse attraktiver werden.
Gleichzeitig trübt sich das Umfeld in den Industrieländern ein – insbesondere in den USA, wo Disruptionssorgen die Schlagzeilen dominieren und ganze Sektoren am Aktienmarkt unter Druck setzen. Auch politische Unsicherheiten und fiskalische Risiken belasten die Stimmung, während die Renditen von Staatsanleihen in den USA, Japan und Deutschland deutlich gestiegen sind. Diese Entwicklung erhöht die Volatilität an den Anleihemärkten der Kernländer.
Der MSCI Emerging Markets Index markiert derweil ein Rekordhoch, während der US-Leitindex S&P 500 seit Wochen auf der Stelle tritt. Auch die Handelsvolumina entsprechender ETFs sind spürbar angesprungen – ein Hinweis auf zunehmendes institutionelles und privates Interesse an EM-Investments.

Klare Positionierung der Fonds
Nach Angaben von Citi haben Fondsmanager ihre Long-Positionen in Aktien aus Asien, Lateinamerika sowie Europa, dem Nahen Osten und Afrika ausgebaut. Entsprechend überraschen die kräftigen Kursgewinne nicht: Indizes wie der südkoreanische Kospi markieren derzeit ein Rekordhoch nach dem anderen. Besonders stark gewichtet sind aber auch Schwellenländer-Anleihen. Sie stellen die wichtigste Duration-Wette dar – im Gegensatz zu Short-Positionen in US-Staatsanleihen und Kernanleihen aus Europa.
Im Kreditsegment weisen Emerging-Markets-Anleihen das höchste Übergewicht auf. US-Investment-Grade-Anleihen bleiben hingegen eine der am stärksten untergewichteten Anlageklassen. Diese relative Positionierung unterstreicht die strategische Präferenz für Renditepotenzial außerhalb der etablierten Märkte.
Bemerkenswert ist, dass EM-Anlagen selbst in einem volatilen Umfeld robust bleiben. In dieser Woche wurden die globalen Märkte durch Sorgen erschüttert, dass Künstliche Intelligenz große Teile der Wirtschaft disruptiv verändern könnte. Dennoch zeigten sich die Werte der Schwellenländer stabil.
Starke Performance 2026
Der MSCI EM Index stieg am Donnerstag um bis zu 0,7 Prozent auf ein neues Allzeithoch. Treiber waren insbesondere Technologieaktien aus Asien sowie die anhaltende Dollarschwäche. Ein Bloomberg-Index für Staatsanleihen in Lokalwährung aus Schwellenländern erzielte seit Jahresbeginn eine Rendite von 2,2 Prozent. Im Vorjahr lag das Plus bei 8,5 Prozent – das beste Ergebnis seit 2017.
Ein vergleichbarer Index für auf US-Dollar lautende Staatsanleihen aus Schwellenländern kommt 2026 bislang auf ein Plus von 1,7 Prozent, nachdem er im vergangenen Jahr um 13 Prozent zugelegt hatte.
FMW/Bloomberg
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Im Rahmen des anstehenden Treffens zwischen dem 47. US-Präsidenten Donald John Trump und Staatspräsident Xi Jinping sollte die Agenda heißen, einerseits Weltreservewährung US-Dollar, aber eben auch die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, sowie BRICS.