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„Nie wieder steigende Zinsen“

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Marc Friedrich ist sich sicher. Es wird in Euroland nie wieder steigende Zinsen geben. Im folgenden Video bespricht er das aktuelle Zinsumfeld und die Folgen einer mehr als nur schwächelnden Wirtschaft. Außerdem könnten sich vor allem die Mittelmeer-Staaten wie Italien und Griechenland selbst minimale Steigerungen bei den Zinskosten gar nicht leisten. Auch spricht Marc Friedrich vom „Endspiel der Notenbanken“. Schauen Sie dazu bitte das folgende Video, in dem viele Fakten zum gesamten Themenkomplex angesprochen werden.

EZB-Zentrale - laut Marc Friedrich nie wieder steigende Zinsen
Die Zentrale in Frankfurt. Foto: EZB

3 Kommentare

3 Comments

  1. Nico

    15. Juli 2019 19:11 at 19:11

    Jetzt ist aber mal gut Herr Friedrich. Das wird ja von Mal zu Mal schlimmer, von Monat zu Monat werden die Voraussagen düsterer. Was einmal sehr durchdacht begann, ist nur noch Effekthascherei oder Crash -Reiterei. Die niedrigsten Zinsen seit 5000 Jahren, die größten Schulden aller Zeiten, es kommt der größte Crash aller Zeiten, Altersarmut, Enteignung und dann plötzlich: Kaufen Sie Aktien und zum Schluss: Die Welt ist besser als wir denken.
    Es geht augenscheinlich nur noch um Klickraten und Abo-steigernde Superlative. Als ob Herr Friedrich in die Zukunft blicken könnte, langsam wächst ihm der Erfolg seiner Angstmacherei bei Vorträgen über den Kopf.
    Solche Videos darf man jungen Menschen gar nicht zeigen, oder zartbesaiteten. Die Eurozone ist doch nicht Simbabwe. Gerade hat FMW den Vermögensanstieg in Deutschland gezeigt. Schulden sind auch Vermögen. Wenn es kracht wird beides getilgt. Genug gegrantelt. Ist doch wahr!

  2. Altbär

    15. Juli 2019 21:03 at 21:03

    Mit Vielem einverstanden, aber erstens SAGE NIE NIE.Es ist riskant am historischen Tief der Zinsen einen weiteren ewigen Fall herbeizureden, da könnte er ebensogut sagen, die Börsen werden nie mehr fallen.
    Der Widerspruch seiner Aussagen ist: Er macht die Notenbanken mit Recht auf die absolut katastrophale Lage verantwortlich.Der Bonus der Zinssenkungen ist abgefrühstückt, jetzt machen sich die hässlichen Nebenwirkungen immer mehr bemerkbar.Es ist anzunehmen, dass die Politiker oder der Mainstream irgendwann die Meinung von Friedrich übernehmen u.das Selbstmordkommando stoppen.
    Als alter Bär nehme ich solche Voraussagen mit Schmunzeln entgegen.Ich erinnere mich an die Hochzinsphase Anfang der 90er Jahre als der Immo-Spezialist einer hochdotierten Finanzpresse sagte:
    CH Staatsanleihen bei ca.7% wären das Beste u. IMMOBILIEN KÖNNE MAN AUF JAHRZRHNTE VERGESSEN. Zum Glück hatte ich zu einem damaligen Hochpreis eine Immobilie schon gekauft u.freue mich täglich an einer sicheren Rendite u.einer grossen Wertsteigerung.
    Fazit: Genau an diesen Extrempunkten wo alle glauben es gehe immer weiter, sollte man antizyklisch einsteigen

  3. tm

    16. Juli 2019 10:17 at 10:17

    Ich gehe zwar auch davon aus, dass die Zinsen nie wieder auf über 5% steigen werden, aber solche Aussagen „Außerdem könnten sich vor allem die Mittelmeer-Staaten wie Italien und Griechenland selbst minimale Steigerungen bei den Zinskosten gar nicht leisten“ sind Unsinn. Italien hat in den 1990ern weit mehr für seine Schulden bezahlt als zurzeit:

    https://www.ft.com/content/760053a6-91fa-3c6f-9d71-e4efdef8b0fb

    Selbst bei einem deutlichen Zinsanstieg würde es Ewigkeiten dauern, bis Italien wieder diese Niveaus der 1990er Jahre erreicht und auch damals war das Land nicht pleite.

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EZB-Politik: Mario Draghi mit letztem drastischen Move? Tendenz für Euro eindeutig?

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Es wirkt so als wolle Mario Draghi in „seinem großen Finale“ kurz vor dem Ende seiner Amtszeit nochmal die Mega-Bazooka rausholen. Die EZB-Politik soll (so meinen wir) stärker gelockert werden als bislang von vielen Beobachtern angenommen. Offenbar gibt es hier eine Politik der kleinen Hinweise für den Markt, damit es nicht auf einen Schlag zu große Überraschungen geben wird am 12. September? An dem Tag findet nämlich die Zinsentscheidung der EZB statt.

EZB-Politik in mehreren Bereichen lockern?

Bevor wir zur Gegenwart kommen, ein kurzer Blick zurück. Am 13. August schrieben wir bereits über einen Schock, aufgrund dessen Mario Draghi unbedingt handeln solle. Denn die deutschen Großhandelspreise wurden an dem Tag sogar im deflationären Bereich veröffentlicht. Dies deutet auf weiter fallende Verbraucherpreise (Inflation) hin. Und am 25. Juli hatte Mario Draghi bereits erklärt, dass er die augenblicklich niedrige Inflation in der Eurozone nicht akzeptieren könne. Hier der Chart der EZB. Derzeit liegt die nach EZB-Maßstäben berechnete Inflation bei 1,0%.

Inflation springt nicht an - EZB-Politik wird wohl stark gelockert werden

Dann kam am 15. August der nicht gerade in der ersten Reihe stehende EZB-Offizielle Olli Rehn. Er fand deutliche Worte und forderte, die EZB müsse besser deutlich zu viel machen als zu wenig. Also kräftig Zinsen senken und Anleihen neu kaufen? Und gestern dann folgte das stets trockene und staubig langweilige EZB-Sitzungsprotokoll (hier ganzer Text im Original einsehbar). Es bezog sich auf auf die Sitzung am 25. Juli. Steigt man tief ab in die Details dieses Textes, dann kann man erneut zu dem Schluss kommen, dass man einen großen Schritt plant bezüglich der Lockerung der EZB-Politik für die Verkündung am 12. September.

 

So kann man dem gestern veröffentlichten Protokoll entnehmen, dass die Notenbanker um Mario Draghi dem „Eindruck entgegentreten“ wollen, dass die EZB nicht über die erforderlichen Instrumente verfüge um auf mittlere Sicht den Zielwert des Inflationsziels von 2,0% oder nahe 2,0% zu erreichen. Auch wurde im Protokoll niedergeschrieben, dass man verschiedene Optionen als Teil eines Gesamtpakets an Maßnahmen im Sinn habe. Denn so die EZB „unterschiedliche Instrumente hätten komplementäre und sich gegenseitig verstärkende Effekte“. Daher sei es effektiver verschiedene Instrumente der EZB-Politik zu kombinieren, als nur mit einzelnen Maßnahmen zu agieren.

Wird Mario Draghi zum großen Finale nochmal voll draufhauen?

Also, die EZB-Politik steht vor einem großen Schritt am 12. September. Man darf davon ausgehen, dass Mario Draghi wohl eine Kombination aus weiter sinkenden Zinsen und neuen Anleihekäufen verkünden wird? Da wird es aber brisant. Denn bislang gilt die durch die EZB selbst erstellte Regel, dass man bei Staatsanleihen aus der Eurozone maximal ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Mitgliedslandes aufkauft. Bisher betonte Mario Draghi stets, dass die EZB-Politik in diesem wichtigen Detail eingehalten werde. Aber wie es eben so ist mit Regeln, die man selbst aufstellen kann. Dann wird diese Grenze von 33% vielleicht durch die EZB angehoben? Vielleicht auf 40%? Man wird sehen. Die EZB versucht natürlich den Anschein zu vermeiden sie würde verbotene Staatsfinanzierung betreiben. Deswegen diese selbst auferlegte Begrenzung der Käufe. Aber wo ist hier eine sinnvolle Maximalgrenze? Das liegt wohl im Auge des Betrachters?

Tendenz für Euro eindeutig?

Im folgenden Chart sieht man den Verlauf von Euro vs US-Dollar in den letzten 12 Monaten. Er fiel von 1,18 auf 1,1055. Die Tendenz sollte weiter abwärts gerichtet sein. Denn je schwächer die Geldpolitik, desto schwächer die Währung. Natürlich gilt: Lockern ausländische Notenbanken noch stärker, wird die gegenüberliegende Währung im betrachteten Währungspaar noch schwächer, und der Euro steigt wieder. Aber im Fall der USA sieht man ja, dass die US-Konjunktur deutlich besser läuft als Europa. Also kann die Fed gar nicht so kräftig lockern, wie es die EZB im September wohl tun wird. In gewissem Umfang hat der Devisenmarkt die bevorstehende Lockerung der EZB-Politik schon im Euro verarbeitet. Aber es ist gut möglich, dass der Euro sich noch weiter abschwächt, weil die Erwartungen des Markets an den Umfang der Lockerungen noch zu gering sind. Niemand kann sagen, was die EZB genau tun wird. Man kann nur Vermutungen anstellen, und aufgrund der öffentlich einsehbaren Äußerungen Tendenzen erkennen. Und nach unserer Meinung steht eine deutliche Lockerung bevor. Also, Euro shorten? Puhhhhh. Bitt entscheiden Sie das selbst. Wir geben hier keinerlei Handelsempfehlungen!

Euro vs USD seit September 2018

EZB-Politik vor erneuter Lockerung - kreative Grafik mit EZB-Logo
Grafik: DonkeyHotey – Planet of the Euros – Cartoon CC BY 2.0

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