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Niederlage für Varoufakis

Von Markus Fugmann

Wer hat das Sagen innerhalb der griechischen Regierungspartei Syriza? Finanzminister Varoufakis offenkundig immer weniger – das zeigt die heutige Nominierung von Michalis Psalidopoulos als Verterter Griechenlands beim IWF. Psalidopoulos wird damit eine zentrale Stellung einnehmen im griechischen Schulden-Drama, denn es ist der IWF, der auf den härtesten Reformen besteht – Tsipras hatte gestern den IWF indirekt als „kriminell“ bezeichnet und die Verantwortung für die desaströse Lage im Land zugewiesen.

Das griechische Finanzministerium hatte vor einigen Wochen Elena Panaritis als Verteterin des Landes beim IWF nominiert – sie gilt als enge Vertraute von Varoufakis. Dagegen regte sich innerhalb des linken Flügels der Syriza jedoch heftiger Widerstand, weil Panaritis bereits die Vorgängerregierung im Umgang mit dem IWF beraten hatte. Der Vorwurf: sie sei mitverantwortlich für die Austeritätspolitik, die aus Sicht der Syriza-Partei Griechenland ausgebeutet habe. Der Rückzug von Panaritis belegt, dass Tsipras auf den linken Flügel der Partei Rücksicht nehmen muß – mit ihr ist gewissermaßen ein Günstling von Varoufakis abserviert worden. Die Stellung von Varoufakis innerhalb der griechischen Regierung ist damit erneut geschwächt worden.

Michalis Psalidopoulos ist einer der führenden Wirtschaftswissenschaftler Griechenlands und lehrt an der Universität von Athen. Zuvor war er Professor an der U.S. University of Tufts (2010-2014). Sollte der IWF der Nominierung zustimmen, tritt Psalidopoulos am 29.Juni sein Amt an.



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1 Kommentar

  1. Eh wurscht.

    Das Ziel von Griechenland ist letzlich
    die ausländischen Schulden nicht zu bedienen (oder nur teilweise).

    Einen Grexit will in Griechenland wohl auch keiner,
    wieso denn auch. Hat doch alles bestens geklappt.

    Ich denke, von Grexit brauchen wir nicht mehr zu sprechen.
    „Nur“ von einer (selbst gewollten) Pleite von Griechenland.

    Ein Grexit ist Wunschtraum vieler EURO-Mitgliedsstaaten.
    Ein Traum der unerfüllt bleiben wird.

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