Devisen

Nikkei crasht 1100 Punkte nach Bank of Japan: Nippons „Draghi-Moment“

FMW-Redaktion

Was für ein monumentaler Fehlgriff der Bank of Japan! Die Notenbank hat den Kreis der Anleihen, die sie im Rahmen ihres QE kaufen kann, erweitert. Ein Grund dafür ist, dass ihr praktisch die Anleihen ausgehen – daher kann sie jetzt auch Staatsanleihen mit längerer Laufzeit kaufen. Das aber ändert praktisch nichts am Gesamtvolumen des QE. Hinzu kommt, dass die Bank of Japan etwas optimistischer ist vor allem für den Export. Und das ist schlecht für die Hoffnungen der QE-süchtigen Märkte Nippons.

Und: man hatte sich im Hinblick auf die Bank of Japan daran gewöhnt, dass entweder etwas großes passiert durch die Notenbank, oder eben gar nichts. Aber so ein bißchen, so eine homöopathische Dosis – das überfordert die kognitiven Fähigkeiten des Marktes offenkundig! Und so sieht die Reaktion des Nikkei aus (hier als CFD, der nach dem Future getaxt und auch nach Schließung des Kassamarktes in Tokyo weiter gehandelt wird):

Nikkei

Das ist ein Crash von gut 1100 Punkten, und das in nur wenigen Stunden. Ebenso heftig das Bild beim Yen, der deutlich aufgewertet hat:

Euro-Yen:

eurjpy1812152

Impulsiv auch der ansonsten eher schwerfällige Dollar-Yen:

usdjpy181215

Japan hat heute sein „Draghi-Moment“ erlebt – eine herbes Kommunikations-Mißverständnis wie im Vorfeld der letzten EZB-Sitzung an Mario Draghi. Das könnte für den japanischen Aktienmarkt ein übles Vorzeichen sein für das Jahr 2016..



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