Aktien

Nobelpreisträger Robert Shiller mit interessanten Aussagen zu Stimmungsindikatoren, ETF und Zinsen

FMW-Redaktion

Nobelpreisträger Robert Shiller äußert sich in einem aktuellen Interview zu mehreren hoch interessanten Themen rund um die Kapitalmärkte. Ein sehenswertes 8 Minuten-Video! An der Yale-Universität habe er einen Stimmungsindikator für die Aktienmärkte. Der zeige, dass die Anleger derzeit keinesfalls zuversichtlich seien. Auch die Aussichten für 12 Monate seien zurückgegangen. Der Moderator spricht einen sehr wichtigen Aspekt im Zusammenhang mit Stimmungsindikatoren an. Denn viele Anleger benutzen sie als Kontraindikatoren. Ist die Stimmung überschwänglich, kann das nämlich auf den Höhepunkt einer Hausse hindeuten, weil inzwischen alle gekauft haben, und Anschlusskäufer fehlen. Dazu sagte Shiller, dass sein Indikator zur Zeit des Tech-Crash nach der Jahrtausendwende anzeigte, dass die Anleger die Kurse für überbewertet hielten.

ETF

Zu den börsengehandelten Fonds (ETF) kann Shiller nichts Gutes sagen. Er sagt dazu ganz klar, dass die Anleger damit verlernten hätten, auf einzelne gute Unternehmen zu schauen. Mit dem Moderator ist er sich ziemlich einig, dass es ein Desaster wäre, wenn sich der Trend immer weiter fortsetze, dass die Anleger aufhören auf individuelle Aktien zu schauen, und stattdessen einfach nur noch Indexfonds kaufen.

Zinsen

Vor 1000 Jahren musste man höhere Zinsen verlangen, weil es keine Regulierung für die Verleihung von Geld gab (also hohe Ausfallwahrscheinlichkeiten). Die Tatsache, dass man heute Nullzinsen hat oder sogar Negativzinsen, sei wohl ein Zeichen des Fortschritts, so Shiller lachend.


Robert Shiller. Foto: Bengt Nyman – Flickr: IMG_7458 / Wikipedia (CC BY 2.0)



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