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Noch eine Woche: Haben Sie sich bereits Trading-Gedanken über Donald Trump gemacht?

Noch eine Woche, dann sind wir alle schlauer. Wer wird US-Präsident oder Präsidentin? Donald Trump oder Hillary Clinton. Eigentlich eine klare Sache. Hillary gewinnt, alles geht dann wie immer gewohnt...

Von Claudio Kummerfeld

Noch eine Woche, dann sind wir alle schlauer. Wer wird US-Präsident oder Präsidentin? Donald Trump oder Hillary Clinton. Eigentlich eine klare Sache. Hillary gewinnt, alles geht dann wie immer gewohnt seinen Gang, Donald Trump zieht sich zurück in seinen Turm in New York, und das war es dann. Aber die jüngsten Email-Turbulenzen rund um Hillary Clinton und das FBI scheinen wieder ein klein wenig das Pendel Richtung Trump ausschlagen zu lassen. Wo genau er in der Wählergunst steht, ist wohl bei dieser Wahl schwieriger einzuschätzen als jemals zuvor bei einer US-Präsidentschaftswahl.

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Donald Trump. Foto: Gage Skidmore/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Grundsätzlich aber geht die überwältigende Masse der Beobachter von einem Hillary-Sieg aus. Wahrscheinlich liegt das daran, dass man sich einen Trump-Sieg nicht wirklich real vorstellen kann. Und genau das ist eine wichtige Parallele zur Brexit-Abstimmung vom 23. Juni. Da war es genau so. Die Umfragewerte waren eng beisammen. Dennoch ging alle Welt fest davon aus, dass UK in der EU bleibt. Auch da konnte man sich wohl einfach nicht vorstellen, dass der Fall der Fälle eintritt. Und deswegen gingen wohl viele Brexit-Gegner gar nicht zur Wahl.  Man glaubte die Sache wäre eh schon gelaufen.

Bei der US-Wahl werden wohl die Trump-Gegner zur Wahl gehen. Aber da gibt es eine unbekannte Größe. Wie viele frustrierte und abgehängte Amerikaner, die noch nie gewählt haben, werden nächsten Dienstag zur Wahl gehen? Denn in den USA sieht man das oft viel lockerer als bei uns. Es könnte unter dem Motto laufen: Hey, der Typ ist anders als alle bisher da gewesenen Kandidaten. Mir geht´s immer schlechter, finanziell und beruflich. Ich versuche es einfach mal mit diesem Verrückten (Trump). Vielleicht kann der was verändern für mich. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Könnten genau so viele Wähler denken, die bei vielen „Prognoseexperten“ überhaupt nicht auf dem Radar auftauchen?

Ähnlich war es beim Brexit-Vote. Die Presselandschaft hatte die Gegnerschaft völlig unterschätzt, war ihre Mobilisierungsstärke angeht. Man rechnet mit den Menschen, die bisher immer zur Wahl gegangen sind, und kalkuliert in normalen Maßstäben. Aber diesmal ist nichts normal. Was also, wenn Trump gewinnt? Und da kommen wir jetzt vielleicht zu IHREM persönlichen Depot oder ihrer aktiven Trading-Strategie. Denn das Szenario „Uppps, Trump hat gewonnen“ würde wohl Dax, Dow, Euro und viele andere Hauptmärkte arg in Mitleidenschaft ziehen. Am 23. Juni fiel das britische Pfund nach dem Brexit-Vote sofort ins Bodenlose, auf einen Schlag. Da gab es verdammt viele Verlierer, weil sie einfach nicht mit dem Brexit gerechnet hatten.

Also, was lernen wir aus dem Brexit-Vote für die aktuelle US-Präsidentschaftswahl? Einfach mal Gedanken machen, was das für die eigenen Investments oder Spekulationen bedeuten kann. Besonders die kurzfristigen Trader sollten sich das genauer überlegen. Bin ich long im Dax auf Sicht von wenigen Tagen, wäre es dann schlau, eine Absicherung mit Optionen oder sonstigen Derivaten einzubauen? Oder einfach gleich mit einer kleinen Summe auf einen Trump-Short im Dow spekulieren? Es gibt unzählige Szenarien, und wir alle wissen nicht, wie die Märkte genau reagieren würden. Nur ein kurzer Absacker, und danach eine schnelle Erholung? Oder ein mehrtägiger schubweiser Absturz der Aktienindizes? Ein ähnliches Szenario im US-Dollar? Auch das ist völlig unklar.

Wir ermuntern unsere Leser immer wieder nicht stur auf die Empfehlungen einzelner „Experten“ oder Bankanalysten zu hören. Und nächste Woche, oder besser gesagt schon jetzt gilt das mehr denn je. Ganz besonders die kurzfristig aktive Trader sollten sich klar darüber werden, was eine Trump-Wahl für ihre Positionen bedeuten kann. Oder vielleicht will man ja aktiv auf Trump spekulieren? Dass es eine heftige Bewegung geben könnte, dafür ist der Pfund-Absturz am 23. Juni der beste mahnende Hinweis! Also: Machen Sie sich Gedanken, was da nächsten Dienstag auf IHR Tradingkonto zukommen könnte!



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13 Kommentare

  1. Ich komme mit meinen Gedanken nicht weit :)
    Wäre es machbar mögliche Szenarios aufzuzeigen. Ich wäre Ihnen dankbar

    1. Was könnte passieren wenn Clinton gewinnt ?
      Was wenn Trump ?

      1. @m.d, haben wir im Ansatz schon einmal durchgespielt in dem Artikel „Clinton gegen Trump: was passiert bei wem?“

  2. Für mich ist natürlich schon alles abgesteckt. Am Tag zuvor Herrn Riße hören, gibt’s ein Gap? Wenn nein, kein Zweifel, dann Jahresendralley. Wenn ja, na ja, eigentlich auch.

  3. Die Reaktionen werden ähnlich wie nach dem Brexit sein. Zunächst dürfte es einen starken Abverkauf geben, dann sollten sich die Märkte auch wieder beruhigen. Amazon und die anderen Monopol-Konzerne kann man shorten, da Trump gegen diese Machtkonzentration vorgehen will.

  4. Trump Livestream: https://www.youtube.com/watch?v=RSHGWd7tkrc

    sollte man sich mal anschauen, auf jeden Fall sehr unterhaltsam und man versteht dann auch weshalb er so viele Anhänger hat. Ich glaube fest an einen Sieg von Trump und finde ihn persönlich auch sehr gut.

  5. Ihr seid ja alle witzig: egal wer gewählt wird, es knallt.

  6. @ joah
    was knallt? Es knallt, was ist das für eine Aussage?
    Ich habe 20 Minuten darüber nachgedacht, aber keine Antwort gefunden.
    Was also kanllt?!

  7. Sein Slogan:Make America great again(übersetzt,wir schaffen das),ist genauso illusorisch, wie unserer Angelas Wunschvorstellung! Ihr beiden, superaussehenden Helden schafft so mal gar nichts.Ihr seid eher Handpuppen a la Amanda,von,ja von wem eigentlich?Ich hätte da einigeVermutungen!

  8. “ Gedanken gemacht ?“ – Seit Monaten !
    Einge Fakten in Kurzform:
    – Rounding Top
    – MacClellan Index fällt kontinuierlich (Breiter Markt wird abverkauft)
    – Distribution Days im Nasdaq auf 11 (Elf !) angestiegen – das gab es nur im Juli 2015 und vor „Lehmann“ 2008
    – steigende Zinsen in USA
    – Ende der QE-Story
    – starker Dollar
    – Cash Quote der „grossen Jungs“ auf >50 angestiegen
    Kollege Riße interpretiert es als starkes bullisches Zeichen …
    Meine Meinung: Bullshit ! – Glaubt er im Ernst, es sässen die Jungs auf Cash weil sie sieben Haussejahre verschlafen haben, um ausgerechnet jetzt am Top einzusteigen ?
    Nein – im Gegenteil – sie haben nach sieben goldenen Hausse-Jahren die Gunst der US-Wahl-Stunde genutzt, um grosse Positionen abzuladen.
    (Distribution Days …). Sie haben verkauft !
    Jetzt horten sie Cash, um viel weiter „unten“ günstiger einzusteigen.
    Die meisten Fonds müssen mind. 50 % in Aktien halten. Diesen Teil müssen sie absichern gegen fallende Kurse.
    Nein, nicht mit Put-Käufen. Empfehlung für Putkäufe gehört in Börsenanalystens Märchenstunde. Das ist für kleine Zocker mit Halbwissen.
    Sondern mit VIX-Futures. Heute der erste Anklang einer backwardation in der Terminstrukturkurve.
    Meine persönliche tradingtechnische Konsequenz: Seit einigen Wochen jede „Langeweile-Phase“ nutzen, um auf steigende Volatilität zu spekulieren
    und kontinuierlich Short Positionen im SVXY aufbauen.
    Volatilität wird kommen und damit der Bedarf an Absicherung.
    Vola will be King !
    Wenn alle Kommentatoren ins Geheul ausbrechen und von „Crash“ faseln .. lehne ich mich zurück und warte.
    Sobald die Bild-Zeitung es in der Titelseite aufnimmt, stelle ich alles glatt und lächle.

    1. ich sehe.. jemand mit Ahnung! Das der Markt oben gehalten wird und abgeladen wird von gewissen Teilnehmern ist und es erst zu einem großen Rücksetzer nach den Wahlen kommen kann, ist offensichtlich.. und trotzdem denke einige wie Herr Risse der perfekte Kontraindikator es geht immer weiter hoch. DAX wird sein Allzeithoch so schnell nicht mehr sehen. Dafür müsste die EZB anfangen selbst Aktien zu kaufen und Helikoptergeld auszugeben. Ob sie das durchgeboxt kriegt.. bezweifel ich.. zumindest jetzt (Ohne Panik an den Märkten)

  9. Meine persönliche tradingtechnische Konsequenz: Seit einigen Wochen jede „Langeweile-Phase“ nutzen, um auf steigende Volatilität zu spekulieren.

    Die Vola wird steigen, aber : den Amis haben wir ein Problem :

    Die Angst.

    Das nächste Problem ist die EZB… ;)

    VG
    Marko

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