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Öl-Crash: Norwegen saugt am Staatsfonds, Saudi Aramco überrascht

Redaktion

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Norwegen hat aktuell das Problem wie andere Länder auch, die sich auf wenige Produkte oder gar ein einziges Produkt fokussieren. Fallen die Preise oder bricht die Nachfrage ein (oder beides gleichzeitig), brechen die Einnahmen dieser Volkswirtschaften weg. So derzeit auch in Norwegen. Aber man hat ja einen gigantisch großen Staatsfonds, der die letzten Jahrzehnte durch die Öl-Einnahmen gut gefüllt wurde. Aktuell verkündet das norwegische Finanzministerium, dass man 420 Milliarden norwegische Kronen (ca 38 Milliarden Euro) aus diesem Fonds abziehen will zur Deckung des Staatsbudgets im Haushaltsjahr 2020. Dies sei ein Anteil von 4,2 Prozent des Staatsfonds. Das ist heftig!

Gut, sollte dieser Zustand der extrem niedrigen Ölpreise andauern, wird es immer noch verdammt lange dauern, bis die Norweger anfangen zu hungern (Staatsfonds mit aktuellem Wert von ca 938 Milliarden Euro). Aber so eine Abzugssumme in nur einem Jahr – das zeigt, wie stark die Einbußen aus dem Öl-Geschäft sind. Die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft (Arbeitslosigkeit, weniger Steuereinnahmen) schlagen dann voll durch auf den Staatshaushalt. Die norwegische Zentralbank hatte gerade erst letzte Woche den Leitzins auf Null gesenkt (historisches Tief). Aktuell will die Regierung mit diversen Maßnahmen die Konjunktur stimulieren. Dazu gehören Unterstützungen für Unternehmen wie in anderen Ländern auch, sowie Anreize für die Öl-Industrie für neue Investitionen.

Saudi Aramco mit Gewinneinbruch

Saudi Aramco verkörpert die komplette Ölförderung in Saudi-Arabien. Auch nach dem erfolgten Börsengang ist das Unternehmen weiterhin zum allergrößten Teil im Besitz des Staates, also der Königsfamilie. Heute hat man seine Zahlen für das 1. Quartal veröffentlicht. Der Gewinn ist mit 62,5 Milliarden saudischen Rial (ca 16,7 Milliarden Dollar) immer noch beachtlich, aber es ist ein Rückgang um 1/4. Kein Wunder bei dem gecrashten Ölpreis! Man könnte jetzt sagen: Hey, wo ist das Problem? Saudi Aramco macht immer noch 16,7 Milliarden Dollar Gewinn, und das in nur drei Monaten. Was ist das bitte für ein Luxuxproblem? Tja, so möchten wir anmerken.

Der Ölpreis kann auch noch ordentlich weiter crashen, und Aramco würde wohl trotzdem noch Gewinne machen. Denn wohl niemand kann so leicht Öl fördern wie die Staaten auf der arabischen Halbinsel. Das Öl schlummert kurz unter der Oberfläche. Die Förderkosten sollen allein für Saudi-Arabien angeblich bei gerade mal 3 Dollar liegen. Dass man da selbst bei einem brutalen Ölpreis-Crash noch Gewinne macht, versteht sich von selbst. Aber dieser um 1/4 geschrumpfte Gewinn ist ein echtes Problem, nämlich für den saudischen Staatshaushalt. Der lebt überwiegend von den Öl-Einnahmen. Und mit einem überdimensionierten Staatssektor versorgt das Königshaus Millionen von Menschen, die bislang gut mit dieser Diktatur zurecht kamen – weil es ihnen finanziell gut ging. Gestern berichteten wir von der ab Juli geltenden Verdreifachung der Mehrwertsteuer in Saudi-Arabien. Sie steigt mal eben von 5 auf 15 Prozent.

Diese Erhöhung und die Tatsache, dass der Staat im 1. Quartal 9 Milliarden Dollar Defizit auswies, zeigen die Dramatik der Lage. Der niedrige Ölpreis ist nun mal (da wiederholen wir uns gerne) ein Problem für die Länder, die sich seit Jahrzehnten darauf ausruhen, dass unter ihren Böden zufällig wertvolle Rohstoffe lagern. Aber im Fall von Saudi-Arabien, ohhh Glück, ohhh Wunder… der Konzern, der de facto Anweisungen des Königshauses ausführen muss, hat heute überraschend verkündet, dass man am Plan aus dem Börsengang festhält, 75 Milliarden Dollar an Dividenden pro Jahr auszuschütten. Für das 1. Quartal will man 18,75 Milliarden Dollar ausschütten. Tja, da freut sich das saudische Staatsbudget – aber wer rechnen kann, der sieht… 18,75 ist mehr als man verdient hat (16,7). Also zahlt Saudi Aramco drauf um jetzt ordentlich an die Staatskasse überweisen zu können.

Öl-Bohrinsel in Norwegen
Öl-Bohrinsel in Norwegen. Foto: Knudsens Fotosenter / DEXTRA Photo – DEXTRA Photo / Norsk Teknisk Museum: image no. DEX_KF_000707, via digitaltmuseum.no. CC BY 4.0

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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Corona-Hilfen: Ausfallzahlungen im November, und eine ganz wichtige Änderung!

Claudio Kummerfeld

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Neue Corona-Hilfen vom Bund

Aufgepasst liebe Selbständige und Unternehmer, es tut sich was bei den Corona-Hilfen des Bundes. Es ist ja inzwischen bekannt, dass die Bundesregierung betroffene Unternehmer mit bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November 2019 entschädigen will, wenn sie jetzt im November 2020 durch Betriebsschließungen Umsatzeinbußen erleiden. Dies soll für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gelten. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gibt es gestaffelt Erstattungen von 70 Prozent und weniger. Vor allem die Gastronomie wird wohl profitieren, aber auch Freizeiteinrichtungen, und womöglich deren Zulieferbetriebe. Details werden gerade noch geklärt. Diese Corona-Hilfen sind sehr wichtig. Sonst hätte dieser neue kleine Lockdown, der ab Montag startet, wohl endgültig viele Unternehmen finanziell ruiniert.

Die genauen Details der neuen Hilfen sollen laut Olaf Scholz noch veröffentlicht werden auf https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Noch ist die Seite nicht auf aktuellem Stand, aber aus den ganz frischen Aussagen der beiden Minister hört man, dass die beiden Ministerien genau in diesem Minuten die Details ausarbeiten. Also sollte man morgen oder am Wochenende diese Seite mehrmals besuchen und nach neuesten Infos Ausschau halten. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Wir empfehlen die nächsten Tage auch immer einen Blick zu werfen auf die Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Corona-Hilfen mit kleinem, aber sehr wichtigem Detail

Aber ein wichtiges Detail bei den Corona-Hilfen wird für viele Unternehmer eine große Erleichterung darstellen, um jetzt weiter durchhalten zu können. Denn bisher galt die ziemlich unsinnige und unfaire Regelung, dass die KfW-Schnellkredite in der Coronakrise nur für Unternehmen zugänglich waren, die mindestens 10 Mitarbeiter haben. Jetzt liest man im offiziellen Infotext des Bundeswirtschaftsministeriums (siehe hier), dass der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zugänglich gemacht werden soll. Diese winzige Änderung bei den Corona-Hilfen kann für viele kleine Unternehmer die Rettung bedeuten, zumindest in Sachen Liquiditätshilfe. Hier weitere Details im Wortlaut vom Ministerium:

Es hat sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen, um auf diese Weise Kontakte im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Das betrifft unter anderem Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch Dienstleistungsbetriebe, Messen, Kinos, Freizeitparks oder Fitness-Studios. Viele von ihnen haben Vorbildliches bei der Umsetzung von Hygiene- und Abstandskonzepten geleistet und seit Ausbruch der Pandemie schwere Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die Bundesregierung wird diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern:

Wir gewähren den von temporären Schließungen erfassten Unternehmen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erfasst;

Wir werden die Leistungen der Überbrückungshilfe verlängern und für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche wesentlich verbessern;

Wir öffnen den KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten;

Die Regelungen gelten unter anderem für Unternehmen, Selbständige und Soloselbständige. Insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen. Hierzu stellen wir Mittel bis zu einer Höhe von 10 Milliarden Euro bereit.

Hier weitere aktuelle Aussagen aus der vorhin gelaufenen PK von Olaf Scholz und Peter Altmaier, in Kurzform zusammengefasst:

Der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft will man auch über den November hinaus eine Perspektive aufzeigen. Und auch der Gastronomie will man helfen die anstehende harte Zeit zu überstehen. An Einzelheiten arbeite man jedoch noch. Auch will man eine Verlängerung der „Überbrückungshilfe III“ bis ins nächste Jahr hinein erreichen. Und bis zu 300.000 Euro sollen auch über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt werden können.

Hier die PK im Video:

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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