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Norwegen-Staatsfonds: Bestes Quartal aller Zeiten mit 75 Milliarden Euro Gewinn

Claudio Kummerfeld

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Ja in Norwegen, da ist die Welt noch in Ordnung? Oder liegt die traumhafte finanzielle Lage im Land nur an den großen Öl- und Gas-Vorkommen bei einer gleichzeitig sehr kleinen Bevölkerungsanzahl von 5,3 Millionen Menschen? Wie auch immer. Der Norwegische Staatsfonds, quasi der langfristige „Notgroschen“ der Nation, hat heute seinen Bericht für das 1. Quartal 2019 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass man das beste Quartal aller Zeiten hingelegt hat in Sachen Performance.

Der Fonds mit einem Vermögen von 8,94 Billionen norwegischen Kronen oder 914 Milliarden Euro Stand Ende März legte um 9,1% an Volumen zu. Das war ein Gewinn von 738 Milliarden Kronen oder 75,7 Milliarden Euro. Die Mittelzuflüsse durch Einzahlungen aus Öl- und Gas-Überschüssen lagen nur bei 8 Milliarden Kronen oder 818 Millionen Euro. Also stammt fast der komplette Zuwachs des Staatsfonds aus Gewinnen der angelegten Gelder.

Und die angelegten Gelder arbeiteten Stand Ende März zu 69,2% in Aktien, zu 2,8% in Immobilien, und zu 28% in Anleihen. Die Aktien konnten im Quartal 12,2% an Wert zulegen. Das lag natürlich neben der selektiven Auswahl der Aktien natürlich auch am positiven Gesamtmarkt! Die Fonds-Anlagen vor allem in Tech-Aktien brachten besonders gute Gewinne mit +17,6%.

Mit Immobilien-Investitionen machte der Fonds 1,7% Gewinn, und mit Anleihen immerhin 2,9%. In der folgenden linken Grafik sieht man pro Balken die quartalsweise angefallenen Gewinne oder Verluste des Gesamtfonds in Prozentpunkten aus den letzten zehn Jahren. Die Gewinne überwiegen eindeutig.

Und in Deutschland? Vielleicht mal den Bürgern die Wahl lassen, ob bei der Einzahlung in die gesetzliche Rente ein Teil davon auch in so einen börsenorientierten Fonds fließen darf? Aber nein, bitte nicht sowas, das wäre ja riskant.

Oslo Norwegen
Hafen mit Rathaus in Oslo. Foto: GFDL 1.2

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    leokatz1

    3. Mai 2019 17:18 at 17:18

    Beneidenswert. Nachhaltige Altersvorsorge für die Bürger des Landes. In Deutschland würde das nicht funktionieren. Ich bin alt genug mich zu erinnern, wie oft deutsche Politiker die Klebrigkeit ihrer Hände beim Griff in Sozialkassen bewiesen.

  2. Avatar

    Tino Gruchmann

    3. Mai 2019 18:53 at 18:53

    Und wenn es dann in 1-2 Jahren crasht, gibt es dann keine Verluste die bis zu 30% betragen können, was ist daran nachhaltig. Ohne die Zentralbanken währe der Wert weitaus geringer

    • Avatar

      leftutti

      4. Mai 2019 00:35 at 00:35

      @Tino Gruchmann, wenn es richtig crasht, würden Sie gerne ein Norweger sein. Glauben Sie mir das einfach, ich lebe seit über 20 Jahren aus beruflichen Gründen mehr in Norwegen und Finnland, als im Schland der neuliberalen Schimpfer und Schwätzer.

  3. Avatar

    Gixxer

    4. Mai 2019 16:07 at 16:07

    Ich würde einen solchen Staatsfonds auf jeden Fall begrüßen. Aber stattdessen gibt es bei uns ja nur die Riester Produkte. Mit denen kann man ja auch von einer florierenden Wirtschaft profitieren. Dumm nur, dass da in erster Linie mal die Banken und Versicherungen ihren Reibach machen.

  4. Avatar

    Viktor Steick

    5. Mai 2019 20:11 at 20:11

    Immer wieder sehr interessant. Wie hoch wäre wohl das Vermögen Deutschlands, wenn damals nicht in Gold sondern in Aktien investiert worden wäre?

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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