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In Norwegen wird in Kürze eine echte Zinswende eingeleitet

Norwegen Flagge

Norwegen steht kurz vor einer echten Zinswende. Im Chart sehen wir den Verlauf im Leitzins, der mit Ausbruch der Coronakrise letztes Jahr schnell von 1,5 Prozent auf 0,0 Prozent gesenkt wurde. Heute hat die norwegische Notenbank verkündet, dass man den Leitzins erst einmal noch bei 0,0 Prozent belässt. Aber in seinem Statement sagt die Notenbank auch gleich zum Anfang in klaren Worten, dass man nach der aktuellen Einschätzung der Aussichten und der Risikobilanz den Leitzins im September „höchstwahrscheinlich“ anheben wird.


source: tradingeconomics.com

Wirtschaft in Norwegen erholt sich

Die Aktivität der norwegischen Wirtschaft habe sich laut der Notenbank in Oslo nach dem starken Rückgang im Frühjahr 2020 erholt. Zu Beginn des Jahres 2021 bremsten höhere Infektionsraten (im Januar noch bei 2,7 Prozent, siehe folgende Grafik) und verschärfte Covid-bedingte Einschränkungen die Erholung. Im Laufe des Frühjahrs habe sich das Tempo der Impfungen beschleunigt, und die Behörden haben mit einer allmählichen Wiederöffnung der Gesellschaft begonnen. Die Arbeitslosigkeit ist gesunken, bleibe aber hoch. Es bestehe immer noch Ungewissheit über die Entwicklung der Corona-Pandemie, aber die wirtschaftliche Aktivität in Norwegen scheine sich nun deutlich und etwas schneller als zuvor prognostiziert zu erholen.

Die zugrunde liegende Inflation in Norwegen habe sich verlangsamt und liege nun unter dem Zielwert von 2 Prozent, so die Aussage der Notenbanker. Die höhere globale Inflation und die höheren Inflationserwartungen würden aber für Unsicherheit bezüglich der künftigen Inflation sorgen. Die Aufwertung der Krone seit 2020 und die Aussichten auf ein moderates Lohnwachstum würden jedoch darauf hindeuten, dass die Inflation in Norwegen in den kommenden Jahren unter dem Zielwert bleiben wird. Solange die Kapazitätsauslastung steige, besteht nur ein begrenztes Risiko, dass die Inflation zu niedrig wird.

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Die Notenbank in Oslo misst dem Beitrag der niedrigen Zinsen zur Beschleunigung der Rückkehr zu einem normaleren Produktions- und Beschäftigungsniveau großes Gewicht bei. Dies verringere das Risiko, dass sich die Arbeitslosigkeit in Norwegen auf einem hohen Niveau verfestigt, und trage dazu bei, dass sich die Inflation wieder dem Ziel der Notenbanker nähert. Gleichzeitig erhöhe eine lange Phase niedriger Zinsen das Risiko des Aufbaus finanzieller Ungleichgewichte. Man blickt auf den deutlichen Anstieg der Hauspreise seit dem Frühjahr 2020, stellt aber fest, dass sich die Hauspreisinflation zuletzt etwas abgeschwächt hat.

Stufenweise Anhebung beim Leitzins

Nach Einschätzung des Notenbank sprechen der Gesamtausblick und das Gleichgewicht der Risiken für einen weiterhin expansiven geldpolitischen Kurs. Eine weitere Lockerung der Covid-Beschränkungen werde eine Rückkehr zu normaleren wirtschaftlichen Bedingungen in Norwegen unterstützen. Dies deute darauf hin, dass es bald angemessen sein werde den Leitzins vom derzeitigen Niveau anzuheben. Die Leitzinsprognose sei etwas höher als im geldpolitischen Bericht vom März 2021 und impliziere eine schrittweise Anhebung ab Herbst 2021. Die folgende Grafik zeigt die Inflation in Norwegen im Verlauf der letzten fünf Jahre.


source: tradingeconomics.com



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