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Notenbank-Wahnsinn geht in die nächste Runde: Janet Yellen will US-Unternehmensanleihen aufkaufen (VIDEO)

FMW-Redaktion

Fed-Chefin Janet Yellen hat gestern in einer Videokonferenz (Video ab Minute 9:20) klargemacht, dass sie es der Bank of Japan und der EZB nachmachen will. Sie betont, dass die Fed viel eingeschränkter sei bei der Wahl ihrer Mittel zum Bekämpfen von Krisen, als andere Notenbanken. Sie spricht hier direkt an, dass sie nur Öffentliche Anleihen + hypothekenbesicherte Anleihen, aber noch keine Unternehmensanleihen aufkaufen dürfe. Dies müsse sich ändern, denn bei einer erneuten Krise müsse die Fed auch in der Lage sein auf dieses Instrument zurückzugreifen.

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Fed-Chefin Janet Yellen. Foto: Federal Reserve

Sie verweist auf die Bank of Japan, die Aktien und Unternehmensanleihen kaufe, und die EZB, die auch bereits Unternehmensanleihen kaufe. Ihre Knaller-Aussage: Diese Programme würden dort funktionieren! Und sie macht klar: Wenn man in zukünftigen Krisen mit dem Kauf der bisherigen Instrumente an die Grenzen seiner Möglichkeiten stoße, sei es sinnvoll seine Möglichkeiten zu erweitern, um die Renditen von Schuldtiteln zu drücken, und Aktienpreise zu pushen, damit Investitionen stimuliert würden.

Sie verweist darauf, dass dieses Thema noch beim Notenbank-Treffen in Jackson Hole reine Spekulation war. Jetzt bestätigt sie, dass dieses Mittel bei der nächsten Krise notwendig sei. Mit dem Aufkauf von Unternehmensanleihen sei ein besserer und wirkungsvollerer Eingriff möglich, so geben wir ihre Aussagen mal sinngemäß wieder. Die möglichen Folgen: Ein Fluten des US-Markets für Unternehmensschulden nmit Geld, viel schlimmer als in Europa. Völlig kaputte Firmen mit nicht funktionierenden Geschäftsmodellen werden so künstlich am Leben gehalten – Betrügern ist viel mehr noch als in Europa Tür und Tor geöffnet, wenn private Anleiheinvestoren (verdrängt durch die Fed) auf windige Emittenten ausweichen müssen!

Yellen bestätigt mit dieser aktuellen Aussage auch, dass der „normale“ Aufkauf öfffentlicher Anleihen weitestgehend seine Wirkung verloren hat. Der Junkie muss sich eine neue Droge suchen, die noch wirkt. Die Dosis muss erhöht werden. Geheilt wird der Patient damit aber nicht. Im Gegenteil, der Wahnsinn wird bei der nächsten Krise nur noch schlimmer werden. Nach BoJ und EZB werden die Amerikaner also auch kräftig mitmachen. Es dürfte für Yellen relativ leicht sein, so eine „kleine“ Anpassung der Satzung der Fed bei Hillary Clinton durchzudrücken. Komm Hillary, dieses Instrument benötigen wir zukünftig auch – Du möchtest doch, dass wir bei der nächsten Krise voll eingreifen können, oder?



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3 Kommentare

  1. Das Drama ist nur: Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe:
    Greift bei einem schwer Drogenabhängigen niemand ein, kann dieser an den Folgen des Entzugs sterben.
    Greift jemand ein, indem er ständig die Dosis erhöht, stirbt der Abhängige ebenfalls. Und zwar mit tödlicher Sicherheit.
    Dann lieber harte Entzugserscheinungen mit der Chance auf ein Überleben. Nur der Drogenverkäufer (die Zentralbanken im Verein mit der Politik) wird diesen Weg nicht freiwillig einschlagen.

  2. Wahnsinn!
    Kommt den keiner auf die Idee, auf die Reformierungs-Kräfte des Marktes zu setzen?
    Durch die Geldschwemme werden doch nur Geschäftsmodelle gestützt, welche den Anforderungen des Marktes nicht mehr gerecht werden! Wie soll da der Druck auf solche Unternehmen zur Restrukturierung / Neuausrichtung aufkommen?
    Die meisten Manager in den Führungsebenen denken nur kurzfristig und sind auf ihre Sonnenscheinstellung bedacht, um gleichzeitig den Geldsack zu füllen (Portmonee ist ja zu klein)!
    Deutsche Bank und Ackermann sind hierfür ein Paradebeispiel! 25% Rendite sind Pflicht, alles andere sind Peanuts – und voll das Unternehmen mit dem Investment-Banking gehen die Wand gefahren. Natürlich nicht gleich – erst nach dem Herr Ackermann nach Zypern gewehselt ist! Und nun? Rechtsverfahren ohne Ende, ein nahezu totes Investment-Geschäft, den Privatkundenbereich als zu mühselig und unrentabel vernachlässigt – Mittelstandsbereich unattraktiv und somit kaum vorhanden – und und und!
    Und jetzt werden sie ohne fremde Stützung nicht mehr auskommen, eine Kapitalerhöhung wird nicht reichen!

    Neue Strukturen zu schaffen ist mühselig und langwierig – ja! Aber ohne werden entsprechende Produkte und Dienstleistungen im Markt nicht mehr angenommen / gebraucht! Und dann sollten solche Unternehmen vom Markt verschwinden und denjenigen Platz machen, welche sich den Erfordernissen des Marktes entsprechend neu ausgerichtet haben oder innovativ neu in den Markt eingetreten sind. Nur so kann eine Wirtschaft funktionieren!

    Herr Fugmann for EZB-President – übernehmen SIe! :-)

  3. Notenbank-Wahnsinn geht in die nächste Runde: Janet Yellen will US-Unternehmensanleihen aufkaufen.
    Das ist doch Futter für die Bullen, oder ?

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