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Anleihen

Notenbanken in Panik, Turbulenzen am Anleihemarkt – aber Dax steigt trotzdem..

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Am Anleihemarkt  geht es derzeit heftig zur Sache – weil die Notenbanken in Panik geraten zu sein scheinen! So fällt die 10-jährige deutsche Bundesanleihe, die Benchmark für den europäischen Anleihemarkt, auf ein neues Rekordtief von -0,60%, alle deutschen Anleiherenditen (die es bis 30-Jahre Laufzeit gibt) sind negativ.

Auch die Renditen am amerikanischen Anleihemarkt purzeln weiter. So fällt die 10-jährige US-Staatsanleihe auf 1,65%, die 30-jährige US-Staatsanleihe fällt auf den tiefsten Stand seit Juli 2016. Die 30-jährige US-Staasanleihe liegt damit nur noch minimal über dem Leitzinssatz der Fed (Federal Funds Rate):

Damit verstärkt sich die ohnehin schon starke Invertierung der Zinskurven in den USA noch weiter – für die Fed ein Warnzeichen! Folgende Grafik im Tweet von Sven Henrich zeigt die Zinskurven der 3-Monats zur 10-Jahresanleihe sowie die 2-jährige zur 5-jährigen US-Anleihe, darunter dann der vergleichsweise noch unbeeindruckte Leitindex S&P 500:

Heute Nacht Zinssenkungen der Notenbanken Südekoreas, Thailands, Neuseelands und Indiens, bei den beiden letzteren fielen die Senkungen stärker aus als erwartet Das deutet daraufhin, dass die Notenbanken nun in den Panik-Modus umgeschaltet haben – daher fallen die Renditen global weiter rasant!

Dass vermutlich Grund zu dieser Panik besteht, zeigen nicht nur die erneuten miserbalen deutschen Industriedaten von heute morgen, sondern auch die Rohstoffmärkte: dort fällt Kupfer, das als konjunkursensibles Metall gilt, im Verlgeich zu Gold auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2016:

Es ging zur Sache zuletzt auch beim Dax heftig zur Sache – der Index war stark unter Druck gekommen nachdem The Donald per Twitter neue Zölle gegen China angekündigt hatte ab 01.September. Heute steigt der Dax jedoch aus bislang eher unerfindlichen Gründen – womit charttechnisches Ungemach mit einem Unterschreiten der 200-Tagelinie (derzeit im Bereich von 11640 Punkten) erst einmal abgewendet ist.

Offenkundig haben die Profis gekauft – wie die neueste, noch nicht vollständig veröffentlichte Analyse der Deutschen Börse zeigt: demnach steigt der Anteil der Bullen bei den Profis um +14% auf nun 48%, während die Bären -12% verlieren und nun auf nur noch 29% kommen:

Dagegen die Privatanleger etwas weniger optimistisch:

Offenkundig glauben die Profis, dass die Verluste der letzten Tage nun Auftakt einer Gegenbewegung sind – heute zumindest haben die institutionellen Investoren wohl erst einmal auf der richrtigen Seite gelegen! Aber vielleicht hat der Sturm schon begonnen auch an den Aktienmärkten – und dieser Orkan macht nur eine kleine Pause..

 

 

Die Notenbanken scheinen den Panik-Button gedrück zu haben

By John – Flickr: Panic button, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12802766

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    7. August 2019 15:18 at 15:18

    Im S&P 500 Future geht es seit einiger Zeit wieder steil bergab. Derzeit sieht es eher unfreundlich aus…

  2. Avatar

    Marko

    7. August 2019 16:01 at 16:01

    Ich zeig Euch mal was, der Donald :

    https://www.onvista.de/news/wall-street-us-maerkte-drohen-wieder-zu-kippen-trump-blickt-nervoes-auf-das-waehrungsspiel-und-erhoeht-den-druck-auf-die-fed-262492547

    “We are stronger than ever”, gerade dies mit dem schlechtesten Präsidenten aller Zeiten ?

    Wie siehts den aus mit dem Mauerbau zu Mexiko ? – Ham wa nicht… ?

    Money is pouring into the US, wenn das der Fall sein sollte , müsste (!!!) der EUR/USD längst unter die Parität gefallen sein ? Gerade das bei diesen Zinsdifferenzen ?

    Und, was sagt der Markt .. ? – Tja…

    Die FED macht gar nix, und ich habe Respekt vor der FED, aber… beim Donald…

    Und Panik beim Anleihemarkt .. ?

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    Übelkeit

    7. August 2019 18:47 at 18:47

    “Heute steigt der Dax jedoch aus bislang eher unerfindlichen Gründen”

    Nehmt doch den Kursindex. Ansonsten verfälschen Dividenden das Gesamtbild.

  4. Pingback: Aktuelles vom 8. August 2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Allgemein

Schon gemerkt? Karlsruhe-Urteil zur EZB vom Bundestag bereits abgefrühstückt

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Bundestag beschließt Ordnungsmäßigkeit der Anleihekäufe der EZB

Haben Sie es schon mitbekommen? Denn in den großen Medien war es kein Thema für die Schlagzeilen. Gestern hat sich der Bundestag doch glatt insgesamt 40 Minuten Zeit genommen für Reden und Abstimmung. Es ging um die Frage, ob die Anleihekäufe der EZB denn überhaupt verhältnismäßig sind. Diese Frage musste ja behandelt werden, nachdem das Bundesverfassungsgericht vom 5. Mai festgestellt hatte, dass das Kaufprogramm PSPP teilweise verfassungswidrig sei, und dass Bundesregierung und Bundestag hier eine Prüfung hätten vornehmen müssen. Tja, und nachdem die EZB inzwischen Informationen übermittelt hat, haben die Fraktionen von CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne gestern beschlossen (hier die Übersichtsseite des Bundestags), dass die Verhältnismäßigkeit der EZB-Anleihekäufe gewahrt ist. Man ist zufrieden mit den Erklärungen der EZB. Gemeint ist damit, dass die Vorteile der Anleihekäufe die Nachteile (zum Beispiel ausbleibende Zinsen für Sparer) überwiegen, und dass die ganze Sache unterm Strich doch eine sinnvolle und gute Sache ist (in einfachen Worten ausgedrückt).

Im folgenden Video können sie die gestrigen 40 Minuten (bloß das Thema schnell abhandeln) mit den Reden der einzelnen Fraktionen und der Abstimmung am Ende anschauen. Ohhhh Wunder, ohhhh Wunder, möchten wir da sagen. Es war doch klar, dass die GroKo eine Erklärung der Europäischen Zentralbank entgegennehmen und dann auch durchwinken würde. Aber auch Gründe und FDP machen mit. Man tut alles um die Aktivitäten der EZB zu stützen. Letztlich weiß es jeder, aber niemand darf es aussprechen. Die EZB fungiert als Wirtschaftsregierung der EU und rettet mit gedrucktem Geld zum Beispiel Länder wie Italien. Das gehört aber definitiv nicht zu ihren Aufgaben. Deswegen muss offiziell alles irgendwie in Zusammenhang gebracht werden mit ihrem offiziellen Auftrag, nämlich der Preisstabilität.

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Aktien

Wirecard: So groß sieht der Anleihemarkt die Insolvenzgefahr

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Beispiel für Börsencharts - Kursabstürze bei Wirecard-Aktien und Anleihen

Tja, was soll man zu Wirecard noch groß sagen? Die 1,9 Milliarden Euro auf philippinischen Bankkonten sind nicht vorhanden, oder sie waren auch vielleicht nie da! Der CEO Braun ist zurückgetreten, und offenbar scheint nun auch gegen den Wirtschaftsprüfer “EY” eine Klagewelle zuzurollen. Auch ist derzeit möglich, dass ein Konsortialkredit diverser Banken an Wirecard auf der Kippe steht. Finden Sie zum Gesamtdesaster rund um Wirecard hier den gestrigen Kommentar von Markus Fugmann.

Steht die Insolvenz von Wirecard bevor? Gibt es in den Büchern des Unternehmens noch viel mehr Probleme? Müssen vorherigen Jahresabschlüsse korrigiert werden? Die Unsicherheit ist quasi zu greifen. Als Außenstehender steht man fassungslos vor diesem totalen Debakel. Und nicht nur die Aktionäre haben seit letztem Mittwoch einen Großteil ihrer Geldanlage verloren. Gut, natürlich besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich die Aktie erholt, aber bitte schön? Wird sie wieder auf über 100 Euro steigen können? Wie groß die Gefahr einer Insolvenz von Wirecard ist, kann man immer sehr gut am Anleihemarkt ablesen. Und dort sieht das Debakel kaum besser aus als am Aktienmarkt.

Kurse von Wirecard-Anleihen stark gefallen

Nehmen wir eine Anleihe von Wirecard, die noch vier Jahre Restlaufzeit hat (hier Detaildaten). Sie notiert heute früh bei 25,11 Prozent des Nominalwerts von 100 Prozent (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Letzte Woche lag das Kursniveau noch bei 80 Prozent, im April noch bei 90 Prozent. Wenn man bis zur Fälligkeit der Anleihe wartet und wenn das Unternehmen dann noch solvent ist, würde man 100 Prozent Rückzahlung erhalten. Dass die Anleihe jetzt am Markt für 25,11 Prozent zu haben ist, bedeutet: Die Besitzer der Anleihen haben die letzten Tage in Panik verkauft, weil sie Angst hatten alles zu verlieren. Dann lieber einen Großteil des Rückzahlungsanspruchs abschreiben, und jetzt sofort einen kleinen Rest-Erlös einstreichen? So extrem sieht der Anleihemarkt also die Insolvenzgefahr für Wirecard!

Und wer kauft so etwas? Wenn jemand sagen wir für 40 Prozent, 30 Prozent oder jetzt 25,11 Prozent Anleihen von Wirecard verkauft, muss es ja auf der Gegenseite auch immer einen Käufer geben. Diese Spekulanten hoffen entweder in nächsten Wochen und Monaten auf Kursgewinne, oder sogar auf ein Überleben von Wirecard und die volle Rückzahlung des Nennwerts der Anleihen von 100 Prozent im Jahr 2024. Alles eine Frage der Sichtweise. Wie viel Risiko geht man ein? Und wenn man Recht hat mit seiner Spekulation, winkt ein fetter Gewinn!

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Allgemein

Schrott wird mit Geld versorgt – Zombifizierung von Volkswirtschaften

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Sinnbild für die Zombifizierung

Was hier los ist, das ist einfach unfassbar. Aber es ist Realität. Und je öfter man mit dem Wahnsinn konfrontiert wird, desto normaler wird die Zombifizierung! Der Mensch kann sich nun mal an alles gewöhnen. Der “Schrott” wird zunehmend mit Geld versorgt. Die EZB kauft schon seit geraumer Zeit Unternehmensanleihen auf. Gestern ist die Fed auch eingestiegen, und finanziert nun quasi direkt Unternehmen mit frischem Geld!

Die große Überflutung

Die Notenbanken überfluten im Zuge der Coronakrise sowieso alles mit Geld aus der Druckerpresse. Die Regierungen werden damit direkt oder indirekt finanziert. Sie können jede Menge Schulden machen und Unternehmen am Leben erhalten. Wie schlimm sich dieser Trend auswirkt, wird derzeit besonders in den USA deutlich. Am Freitag berichteten wir bereits über den inzwischen insolventen Autovermieter Hertz. Was am Freitag noch ein Wunsch an den Konkursrichter war, wurde inzwischen genehmigt. Im laufenden Insolvenzverfahren wird Hertz 247 Millionen neue Aktien verkaufen! Einfach unfassbar.

Und Hertz selbst warnt die hier kaufenden Anleger sogar offiziell davor, dass diese ausgegebenen Aktien “so gut wie sicher” wertlos werden. Tja, die Zocker, die kaufen trotzdem? Zahlreiche Beobachter zeigen sich aktuell fassungslos, was da bei Hertz abläuft! Die folgende Grafik zeigt, dass es immer mehr Unternehmen in den USA gibt, die höhere Kapitalkosten haben als Gewinne. Sie bezeichnet man als Zombieunternehmen. Seit der Finanzkrise 2008, wo die Zinsen sanken und quasi alles mit billigem Geld geflutet wurde, konnten immer mehr eigentlich kaputte Unternehmen eben dank dem billigen Geld überleben. Aber selbst diese extrem niedrigen Kapitalkosten übersteigen die Gewinne der Firmen. Das nennt man Zombifizierung.

Zombifizierung nimmt seit Jahren zu

Investitionen in neue Ideen oder Produkte bleiben aus, man kümmert sich nur noch um die große Umschuldung, immer weiter in die Zukunft. Der Anteil der Zombies wächst laut der folgenden Grafik seit 2005 bis jetzt von 2 Prozent auf über 20 Prozent bei börsennotierten Unternehmen in den USA. So verwandelt man im Rahmen der Zombifizierung ganze Volkswirtschaften sinnbildlich gesprochen in Schrott. Das große Problem: Steigen die Zinsen eines Tages, brechen diese 20 Prozent Schrottunternehmen schnell zusammen. Also: Was lernt man daraus? EZB, Fed und Co wissen genau, dass sie die Zinsen für sehr lange Zeit nicht mehr anheben können, zumindest nicht in einem spürbaren Ausmaß. Vielleicht mal für die Optik ein paar Bruchteile eines Prozentpunkts?

Der Trend zur Zombifizierung ganzer Volkswirtschaften dürfte voranschreiten. Bei uns sieht es auch kaum besser aus als in den USA, wenn man den zahlreichen Vorträgen und Reden von Markus Krall glauben will. Dank Niedrigzinsen in Euroland konnten auch hier Jahr für Jahr Unternehmen überleben, die eigentlich hätten pleite gehen müssen. Sie wären (im großen Bild betrachtet) ersetzet worden durch neue Unternehmen mit frischen Ideen, wo auch neue zukunftsträchtige Arbeitsplätze geschaffen worden wären. Aber so wird die Lage immer schlimmer. Nur rein optisch wirkt es so, als hätten Regierungen und Notenbanken die Wirtschaft gerettet – und alles kann wunderbar weiterlaufen wie vor der Krise?

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