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Von Oslo über London bis nach Ankara – heute war großer Notenbanktag – hier ein Überblick

EZB-Zentrale in Frankfurt

Heute war einiges los bei den Notenbanken. Bereits vorgestern wurden in Ungarn von der dortigen Notenbank vier verschiedene Zinssätze angehoben. Und nachdem die Federal Reserve gestern Abend für die nächsten beiden Jahre sechs Zinsanhebungen ankündigte, waren heute zahlreiche europäische Notenbanken an der Reihe. Man erkennt vielerorts die Tendenz zur Zinswende, aber eben nicht bei zwei wichtigen Notenbanken.

Die Notenbank von Norwegen hat heute den Leitzins von 0,25 Prozent auf 0,50 Prozent angehoben. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung weitgehend den Projektionen entspricht, werde man den Leitzins höchstwahrscheinlich im März weiter anheben. Die Leitzinsprognose habe sich gegenüber dem geldpolitischen Bericht vom September 2021 kaum verändert und deute auf eine allmähliche Anhebung des Leitzinses in den kommenden Jahren hin.

Die schweizerische Nationalbank (SNB) hat heute beschlossen den Leitzins auf Sichteinlagen bei -0,75 Prozent zu belassen. Dazu sagt die SNB: „Die Nationalbank führt ihre expansive Geldpolitik unverändert fort. Sie sichert so die Preisstabilität und unterstützt die Erholung der Schweizer Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie.“

In der Türkei ist die Inflation mit 21,3 Prozent außerordentlich hoch, gleichzeitig senkte die Zentralbank in Ankara den Leitzins in den letzten Wochen bereits von 19 auf 15 Prozent. Heute hat sie den Zins weiter gesenkt auf 14 Prozent. Denn Präsident Erdogan sieht in Zinsen eine Plage für das türkische Volk. Er meint mit sinkenden Zinsen bekämpft man die Inflation. Die türkische Lira wertet immer weiter ab, so auch seit heute Mittag nach der Zinsentscheidung.

Die EZB hat heute wie erwartet natürlich nichts bei den Zinsen geändert, denn man braucht ja auch weiterhin den Nullzins für die billige Neuverschuldung, vor allem in den Euro-Südländern. Man lässt zwar das Anleihekaufprogramm PEPP im März auslaufen, stockt dafür aber ein anderes Anleiheprogramm ab April auf (hier die Details von der EZB-PK). Die lockere Geldpolitik geht in der Eurozone also weiter, und das trotz 4,9 Prozent Inflation. Aber die soll sich ja nächstes Jahr spürbar normalisieren?

Die Bank of England hat heute ihren Leitzins überraschend angehoben. Dafür war es aber auch nur ein überschaubarer Schritt von 0,10 auf 0,25 Prozent. Als große Zinswende kann man das noch nicht werten, aber zumindest tut sich auf der Insel schon mal was. Ein wenig angedeutet hatte sich dieser Schritt bei genauerem Hinsehen doch, wenn man an die kräftige Inflation (5,1 Prozent) und den robusten Arbeitsmarkt in Großbritannien denkt.



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