Seit Monaten nimmt die Kritik an „Kreislaufgeschäften“ im KI-Universum zu. Zum Beispiel investiert Nvidia 100 Milliarden Dollar in den KI-Giganten OpenAI, damit der wiederum Chips von Nvidia kaufen kann usw. Die kritischen Stimmen werden lauter, was wohl auch die vermehrten Kursrückschläge bei KI-Aktien in den letzten Wochen erklären kann. Michael Burry ist bei den Kritikern ganz vorne mit dabei. Und das ist ein nicht zu ignorierendes Problem!
Michael Burry hält an seiner Kritik an Nvidia fest, nachdem ein Bericht besagte, dass das führende Unternehmen für künstliche Intelligenz seine Analyse zurückgewiesen habe. Bloomberg berichtet dazu: Michael Burry, der durch seine Wetten gegen den Immobilienmarkt während der Finanzkrise 2008 berühmt wurde (verewigt im Film „The Big Short“), kritisierte das Unternehmen letzte Woche in einem Beitrag auf X wegen seiner aktienbasierten Vergütungsverwässerung und Aktienrückkäufe. Nvidia reagierte darauf laut einem Bericht von Barron’s mit einer Mitteilung an Wall-Street-Analysten, in der es auf diese Behauptungen einging.
Nvidia emailed a memo to Wall Street sell side analysts to push back on my arguments.
I stand by my analysis. Obviously, the full analysis does not fit in a tweet. I will release on my timeline.
The first post in The Heretic’s Guide to AI’s Stars “Supply-Side Gluttony” is up…— Cassandra Unchained (@michaeljburry) November 24, 2025
In einem separaten X-Beitrag am Montag erklärte Michael Burry, er halte an seiner Analyse fest und werde weitere Gedanken dazu auf seiner Timeline veröffentlichen. Er verwies auch auf einen Beitrag auf Substack. Burry reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Nvidia mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien, reagierte ebenfalls nicht sofort. Nvidia ist in den letzten Wochen aufgrund der Zirkularität von KI-Geschäften, der Umsatzrealisierung und der Art und Weise, wie Megacap-Technologieunternehmen Computerausrüstung abschreiben, verstärkt in den Fokus von Michael Burry geraten.
Burrys Kommentare kommen inmitten wachsender Vorsicht seitens der Anleger, die sich Sorgen über eine mögliche KI-Blase machen. Nvidia und sein Konkurrent Advanced Micro Devices haben bei einigen Anlegern Besorgnis ausgelöst, indem sie „zirkuläre” Geschäfte mit Anbietern künstlicher Intelligenz abgeschlossen haben. In einer Vereinbarung mit OpenAI plant Nvidia, bis zu 100 Milliarden Dollar in das Start-up zu investieren, das im Gegenzug Rechenzentren mit Millionen von Nvidia-Chips bauen würde.
Solche Vereinbarungen – die an einige Partnerschaften aus der Dotcom-Ära erinnern – bergen das Risiko, den Markt zu überhitzen und das Schicksal zahlreicher Unternehmen miteinander zu verknüpfen. Umstritten ist auch, wie schnell die teuren Chips von Nvidia – bekannt als Grafikprozessoren oder GPUs – veralten werden. Das ist ein wichtiger Gesichtspunkt, wenn Unternehmen bereit sind, Billionen in die Ausstattung von Rechenzentren mit dieser Technologie zu investieren.
Nvidia sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob die Ausgaben für KI-Infrastruktur nachhaltig sind. Der Vorstandsvorsitzende Jensen Huang wies letzte Woche bei der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse die Befürchtungen einer Blase zurück und erklärte, das Geschäft sei weiterhin stark. Nvidia gab bekannt, dass der Umsatz im Januar-Quartal etwa 65 Milliarden US-Dollar betragen wird, rund 3 Milliarden US-Dollar mehr als von Analysten prognostiziert. Das Unternehmen deutete außerdem an, dass der für die kommenden Quartale erwartete Umsatzanstieg in Höhe von einer halben Billion US-Dollar sogar noch größer ausfallen könnte als erwartet. „Es wurde viel über eine KI-Blase gesprochen“, sagte Huang damals. „Aus unserer Sicht sehen wir etwas ganz anderes.“
Every company listed below has suspicious revenue recognition. The actual chart with ALL the give-and-take deals would be unreadable. The future will regard this a picture of fraud, not a flywheel. True end demand is ridiculously small. Almost all customers are funded by their… pic.twitter.com/0XyGQ8FjuE
— Cassandra Unchained (@michaeljburry) November 19, 2025
FMW/Bloomberg
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Jedenfalls stellt es sich bei den neuen, zu Google hin verlagerten Spitzenreiter-Vorschusslorbeeren als „weise Voraussicht“ heraus, dass bei den diversen Unternehmensverbandelungen mit Nvidia wechselseitige Investionen „bis zu“ soundsoviel Milliarden größerenteils erst einmal nur in Aussicht gestellt und nicht gleich festvertraglich besiegelt wurden (wenn ich das richtig aufgefasst habe). Denn so können einige Firmen mit ihren Bestellungen umgehend zum neu hochgepriesenen Lieferanten wechseln, haben vorher von ihren leeren Versprechungen aber schon gut profitiert.
Michael Burry hat recht, allerdings hatte er 2007/08 die Notenbanken im Rücken und jetzt gegen sich.
Das ist der eine, feine aber entscheidende Unterschied zu 2007/08…!
Dazu brauchen Sie sich nur mal die deutsche Umlaufrendite angucken ! Wo stand diese in 07/08 …zumindest bis zur Lehman Pleite… und wo heute…?
Die Zinsen sind das Eine aber viel entscheidender sind die Bilanzen der weltweit führenden Notenbanken.
Die drücken mit ihrer gewaltigen Marktmacht… die Umlaufrenditen der entsprechenden Länder nach unten, sei es EZB, FED, Bank of England, Bank of Japan, Bank of China usw…!
Es ist ein entscheidendes Problem für die Shorties ..das die Notenbanken… seit dem März des Jahres 2009… sich immer wieder auf die Seite der Bullen schlagen.
Finanzkrise, Eurokrise, Chinakrise 2015,Fracking- Krise 2016,Tapering 2018,Corona 2020 ,Regionalbankenkrise 2023 usw und so fort…
„Whatever it takes“ lebt fort…! Lebt fort auf unbestimmte Zeit !
Dagegen kann auch ein Michael Burry nicht ankämpfen.
Zustimmung. Es kann aber jederzeit zu einem schnellen Crash kommen, wenn die Notenbanken mal zu langsam waren.
Insbesondere, solange US-Regierung und FED noch nicht an einem Strang ziehen.
Ich würde es anders ausdrücken: die Notenbanken kämpfen schon seit mindestens 2008 gegen den Beginn einer tiefen Rezession. Aber keine Notenbank der Welt kann die Wirtschaftszyklen auf ewig manipulieren und linear fortsetzen. Never fight the cycle!! Die 17 Jahre der „whatever it takes“-Mentalität wird dazu führen, dass es nicht nur zu einer kleinen Rezession, sondern zu einer noch nie gesehenen Depression kommen wird und dies erst noch bei steigenden Preisen. Ich glaube, den Begriff muss man erst neu erfinden: Depriflation.
Die Gefahr ist da, zugleich besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich diese Probleme überraschend schnell auflösen lassen. Wir hatten bisher erst eine große Depression und bei der gehen wir immer von der Prämisse aus, dass sie in einer freien Marktwirtschaft stattgefunden hätte.
Wenn man sich auf den Standpunkt stellt, dass die USA mit Errichtung der FED keine freie Marktwirtschaft mehr waren, sondern dem Korporatismus erlegen waren, ohne das öffentliche Bild des „Home of the Free“ aufzugeben, und Roosevelt sozialistisch geprägte Politik machte, dann könnte man auch zu dem Schluss kommen, dass die Krise nur deswegen so tief und so lang war, weil man sie nicht zuließ. Und ferner, dass nur der Zweite Weltkrieg die USA aus dieser Lage befreit hat.