Folgen Sie uns

Allgemein

Obama: Europa macht einfach zu wenig Schulden!

Im Interview und auch vor laufenden TV-Kameras direkt neben Rajoy hielt es Obama für nötig als ökonomischer Lehrmeister aufzutreten, mit erstaunlichen Erkenntnissen. Was er wortwörtlich sagte und welche Empfehlungen er für Europa hat…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Barack Obama weilte am Wochenende kurz in Spanien um den derzeit geschäftsführenden Ministerpräsidenten Rajoy und den König zu treffen. Auch gab er der größten Zeitung des Landes El Pais ein Interview. Im Interview und auch vor laufenden TV-Kameras direkt neben Rajoy hielt es Obama für nötig als ökonomischer Lehrmeister aufzutreten, mit erstaunlichen Erkenntnissen. Was er wortwörtlich sagte und welche Empfehlungen er für Europa hat…

Obama
US-Präsident Barack Obama. Foto: White House / Gemeinfrei.

Vor versammelten TV-Kameras und direkt auf der Couch neben dem geschäftsführenden Ministerpräsidenten Rajoy sagte Obama bei wachsender Ungleichheit fühlten sich viele Menschen ausgeschlossen, und das führe dann zu einem Populismus, der unsere Gesellschaften spalte. Etwas besseres hätte Rajoy wohl kaum gebrauchen können, der im eigenen Land gerade mit Arbeitslosenquoten weiter über 20% zu kämpfen hat, und einer extrem starken Podemos. Vielen Dank für diese Worte, wird sich Rajoy sarkastisch gedacht haben.

Obama stelle die Situation der USA im El Pais-Interview so dar, als wären die USA derzeit das konjunturelle Paradies. Deswegen konnte er es sich wohl auch erlauben Europa aufzuzeigen, was man hier falsch macht. Um es inhaltich zusammenzufassen: Ihr da in Europa macht einfach zu wenig Schulden. Macht es doch wie wir, verschuldet euch maßlos, und pumpt das Geld in eure Wirtschaft. Nun, wir reden hierbei nicht von Notenbankgeld, wie es die EZB derzeit in der Finanzkreislauf pumpt. Wir reden in den USA von Schulden der Regierung! Erst Anfang des Jahres hatten die USA die 19 Billionen US-Dollar-Grenze bei Staatsschulden nach oben überschritten, und laufen in einem atemberaubenden Tempo auf die 20 Billionen-Grenze zu. Das soll also ein Vorbild sein?

Hier im Originalzitat ein kleiner Ausschnitt von Obamas Worten bei El Pais in der englischsprachigen Ausgabe:

„In the United States, we moved quickly to reform our financial sector; invest in manufacturing, clean energy, transportation and infrastructure; and retrain workers. Today, we’re in the longest stretch of private sector job growth in our history. Our businesses have created more than 14 million new jobs. We’ve cut our unemployment rate in half. Wages have started to rise. We’ve cut our deficit by nearly 75 percent. Our GDP is bigger than it was before the crisis. There’s still a lot more we need to do to reduce economic and inequality and help workers and families who are struggling just to get by, but we’re moving in the right direction.

It’s true that some European countries embraced a different economic approach, including austerity measures. I think that’s one of the reasons Europe has seen slower growth. In some places, there’s been a decade of stagnation. Europe is only just now getting back to where it was before the crisis. And I think this has been a large factor in the frustrations and anxieties we’re seeing in many European countries – concerns that integrated economies and globalization aren’t delivering economic benefits equally.“

Also, fassen wir nochmal zusammen: In den USA läuft das BIP super, alle Menschen haben Arbeit usw? In Wirklichkeit wurden viele hochwertige Arbeitsplätze durch extrem schlecht bezahlte Dienstleistungsjobs ersetzt. Die Fakten von Obamas eigener Behörde BLS zeigen dies im Detail! Auch produzieren die USA Monat für Monat Jahr für Jahr ein gigantisches Außenhandelsdefizit, das nur durch ständig steigende Staatsschulden finanziert werden kann. Zu Obamas Amtsantritt 2009 lag die US-Staatsverschuldung bei exakt 10,62 Billionen Dollar. Jetzt 7 Jahre später ist das ein stolzer Anstieg von 82,3% auf aktuell 19,36 Billionen US-Dollar. Sein Vorgänger George W Bush schaffte in seiner Amtszeit eine Steigerung von 90% von 5,57 auf 10,62 Billionen US-Dollar. Auch zeigen diverse Daten, dass die US-Konsumenten im Rekordtempo dabei sind ihre Verschuldung wieder hochzutreiben, wenn es darum Geld Autos zu kaufen, Konsumartikel über Kreditkarten zu bezahlen usw. Und die Ungleichheit zwischen Arm und Reich war in den USA niemals größer als jetzt. Industriearbeitsplätze verschwinden, und werden fortlaufend durch durch schlechtere Jobs ersetzt.

Obamas Aussagen sind eindeutig: Europäische Staaten machen einfach zu wenig Schulden, pumpen zu wenig in die eigenen Volkswirtschaften. Und deswegen sind die Menschen in Europa unzufrieden!?! Die ökonomische Annahme Obamas, die auch durch fast alle namhaften Ökonomen in den USA unterstützt wird (Krugman und Co), lautet: Schulden, Schulden, Schulden machen. Und irgendwann, wenn hierdurch das Wirtschaftswachstum kräftig läuft, und wirklich alle Menschen in Lohn und Brot sind, kann der Staat seine angehäuften Schulden durch das hohe Steueraufkommen bequem zurückzahlen. Doch dieser Zeitpunkt ist bisher nicht gekommen, und wird auch nicht kommen. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben der US-Bundesregierung ist strukturell, und kein Ausrutscher. Man macht einfach immer weiter neue Schulden, und hofft dass es niemand bemerkt. Soll das die empfohlene Lösung für Europa sein? Syriza, Podemos und Co würde es freuen.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    m.d

    11. Juli 2016 16:55 at 16:55

    Ehrlich gesagt warum nicht. Die Vorteile liegen auf der Hand. Immerhin geht es vielen amis gut. Wo liegen den die Nachteile.

    • Avatar

      Trigo

      11. Juli 2016 17:36 at 17:36

      Es kommt drauf an wie man „gut“ und „vielen“ definiert. Wo sind die langfristigen Vorteile?

    • Avatar

      sabine

      11. Juli 2016 19:29 at 19:29

      Der Plumps ist das Problem. Mein Bruder hatte eine Firma 20-30 MA und meinte, bis 0,5 Mill. schwitzt du, ab da die Bank. Er konnte nicht mehr zurückzahlen in the near terms und irgendwann dreht die Bank den Hahn zu. Vorher gab es laufend Gespräche, die nichts brachten. Jetzt ist mein Bruder sein lebenlang ohne Konto … Muß halt rumtricksen, damit er überlebt. Toll! Yes, Oh Armer, we can – denselben Scheiß machen!
      Der Brunnen geht solang zum Brunnen bis er bricht. Es bleibt immer wahr.

      • Avatar

        sabine

        11. Juli 2016 19:29 at 19:29

        Der Krug geht natürlich solange zum Brunnen bis er bricht.

  2. Avatar

    Marcus

    11. Juli 2016 17:25 at 17:25

    Wie so oft hat die Medaille zwei Seiten…

    Zum Artikel: Obama ist wie viele andere Politiker von dem Keynesianischen Virus befallen. Staatsinterventionen und Schuldenmachen bis zum abwinken. Diese Art der Wirtschaftspolitik wird niemals funktionieren! Problem ist leider nur, das deren Vertreter -allen voran Herr Krugman- dies einfach nicht begreifen wollen.

    Das ist wie in der Geldpolitik: In den Lehrbüchern klappt immer alles wunderbar, nur mit der Praxis sieht es dann halt leider schlecht aus.

    • Avatar

      sabine

      11. Juli 2016 20:00 at 20:00

      Ich bin sicher, die begreifen sehr wohl, aber sie leben eben auf dem Buckel der dummen Masse, die dieses Modell ermöglicht. Sie wissen ganz genau, daß sie irgendwann den Stöpsel ziehen müssen. Heißt das nicht „game over“? Man muß sich halt schnell in Deckung bringen, wenns los geht. Und der Stöpselzieher weiß es als erster.

      Die Mehrheit hat nicht recht, sonst wär sie reich – englisches Sprichwort.
      Und solange Verbrecher wie diese Krugmans diese Schwäche der Massen ausnutzen, statt verantwortungsvoll zu herrschen, solange crashts, gehts wieder aufwärts, crashts, kommen Kriege usw.
      http://brothernathanaelchannel.com/watch_video.php?v=MA68R6AWDH16

      Was steht bei Isaias 32: 1. Siehe, in Gerechtigkeit wird der König herrschen und die Fürsten werden nach dem Rechten gebieten. Ein jeder wird sein wie ein vor dem Winde Geborgener, wie ein vor dem Sturme Geschützter, wie Wasserbäche bei der Dürre, wie der Schatten eines überhängenden Felsens in der Wüste. Nicht werden die Augen der Sehenden im Dunkel sein und das Ohr der Hörenden wird sorgfältig aufhorchen. Der Toren Herz wird Einsicht erkennen und der Stammler Zunge hurtig und deutlich reden. Nicht mehr wird der Tor Fürst genannt4 noch der Arglistige mehr ein Vornehmer genannt werden; 6. denn ein Tor redet Törichtes und sein Herz verübt Frevel, Heuchelei zu vollführen und gegen den Herrn trüglich zu reden, die Seele des Hungernden darben zu lassen und dem Durstigen den Trank zu rauben. Des Arglistigen Listen sind sehr böse, denn sein Sinnen geht darauf, die Sanftmütigen durch Lügenreden zugrunde zu richten, auch wenn der Arme sein Recht darlegt.
      So wärs richtig.

  3. Avatar

    Short-Trader

    11. Juli 2016 17:55 at 17:55

    Also was sagt man schönes, „wenn USA hustet, Europa bekommt Erkältung“.
    Wir sehen auch anhand von US Daten, wenn sie gut sind, geht es dem DAX und co. auch gut.

  4. Avatar

    leser

    11. Juli 2016 20:06 at 20:06

    Ich habe mir gerade mal den Bund-Future Chart angeschaut. Es würde mich nicht wundern, wenn die 168 das längerfristige Top war. Sollte dem so sein, dann ist Obamas Tip Gold wert (natürlich nur für Shorties, nicht für diejenigen, die auf Ökonomie-Ratschläge von Rekordschuldenmachern Wert legen).

  5. Avatar

    Kritix

    12. Juli 2016 10:31 at 10:31

    Der zynische „Dauergrinser“ verbreitet halt die vulgärökonomische Botschaft, die da lautet: Nach uns die Sintflut. Auch ein Erfolgsmodell, allerdings ein ziemlich kurzfristiges.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Inflation, Bitcoin, Aktien: Beck gegen Marc Friedrich

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Kommt bald die Inflation – und was wird mit Aktien oder Bitcoin passieren? Bedeutet Inflation gleichzeitig, dass Bitcoin und Aktien und auch Rohstoffe steigen werden?

Bitcoin, Aktien und Inflation – was wird passieren?

Derzeit gehen fast alle davon aus, dass die Inflation anziehen wird: mit dem Impfstoff werde sich das Corona-Problem erledigen, woraufhin die Nachfrae anziehen werde, was dann wiederum Inflation mit sich bringe (der Reflations-Trade). Diese Inflation zeigt sich bereits bei den Asset-Preisen vor allem bei Immobilien, mit gewissen Abstrichen auch bei Aktien (vor allem aus dem US-Tech-Sektor). Sind Aktien inzwischen zu teuer?

Der Potzfolioverwalter Andreas Beck bringt die Dinge in einem Interview mit Marc Friedrich in Relation: er hält Immobilien für zu teuer (aufgrund des demografischen Wandels – der ab dem Jahr 2025 kippen wird), bei Aktien sei das „Glas halbvoll“ – während er Bitcoin für eine „Thema-Verfehlung“ hält („Bitcoin ist ein Anrecht für nichts auf niemanden“) und dabei auf eine russische Firma verweist, die dafür ein Muster gegeben hat (was für den Bitcoin-Gläubigen Marc Friedrich schwer zu ertragen ist!). Andreas Beck gegen Marc Friedrich – wer hier die besseren Argumente hat, könne Sie entscheiden. So sagt Andreas Beck zu Bitcoin: „Was nichts ist, kann nicht knapp sein“ – und demaskiert damit das Argument der Bitcoin-Jünger!

 

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Inflation, Aktien und Bitcoin - Marc Friedrich gegen Andreas Beck

 

weiterlesen

Allgemein

Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlen? EU-Urteil liegt vor – mit erstaunlicher Begründung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mehrere Scheine Euro Bargeld

Darf der deutsche Michel darauf bestehen, dass er seinen Rundfunkbeitrag mit Bargeld bezahlt, und nicht per Banküberweisung oder Lastschrift? Deswegen war der Wirtschaftsexperte und Journalist Norbert Häring durch alle Instanzen gegangen, und landete vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Seine Klage basierte auf dem Bundesbankgesetz, welches Bargeld als uneingeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel ansieht – womit impliziert werden könnte, dass alle öffentlichen Einrichtungen gezwungen sind Zahlungen in bar zu akzeptieren.

Panische Angst vor Zahlung mit Bargeld?

Aber es ist klar. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten wehren sich mit allen Mitteln gegen die Bargeldzahlung. Man stelle sich vor hunderttausende unzufriedene Gebührenzahler würden von diesem Recht Gebrauch machen, und bei den Anstalten vor Ort mit 1 Cent Münzen zahlen, aus Protest. Der Verwaltungsaufwand wäre gigantisch. Und jetzt wird es spannend. Der Europäische Gerichtshof hat heute sein Urteil gefällt (hier im Wortlaut nachzulesen). Gleich die Headline zeigt die erstaunliche Argumentation der Richter. Sie argumentieren nämlich nicht mit Inhalten, sondern begründen ihr Urteil damit, ob die Auswirkungen für die betroffenen Einrichtungen (ARD und ZDF) verwaltungstechnisch umsetzbar sind. Zitat EuGH:

Ein Mitgliedstaat des Euro-Währungsgebiets kann seine Verwaltung zur Annahme von Barzahlungen verpflichten, aber er kann diese Zahlungsmöglichkeit auch aus Gründen des öffentlichen Interesses beschränken. Eine solche Beschränkung kann insbesondere gerechtfertigt sein, wenn die Barzahlung aufgrund der sehr großen Zahl der Zahlungspflichtigen zu unangemessenen Kosten für die Verwaltung führen kann.

Also: Das EU-Gericht verweist die letztliche Entscheidung zurück an den Bundesgerichtshof. Aber der erhält von den EU-Richtern de facto eine Vorlage für eine Entscheidung gegen die Zahlung mit Bargeld. Nämlich in dem man sagt: Bei potenziell hunderttausenden oder Millionen Barzahlern des Rundfunkbeitrags werden die Verwaltungskosten derart hoch sein, dass dies zu ernsthaften Problemen für die Rundfunkanstalten führt. Daher wäre es angemessen für Deutschland ein Barzahlungsverbot auszusprechen. So darf man den zweiten Satz aus der Headline-Aussage des Urteils interpretieren. Und man darf vermuten, dass die deutschen Richter diesen Hinweis auch genau so aufnehmen und in ihr Urteil einfließen lassen werden. Also wird es (vermutlich) keine wirklich inhaltliche Begründung für die bevorstehende Ablehnung der Bargeldzahlung in Deutschland geben, sondern nur eine verwaltungstechnische. Das ist ziemlich armselig, so möchte ich es ausdrücken!

Der Klageführer Norbert Häring hat dazu vor wenigen Minuten seinen eigenen Kommentar veröffentlicht (hier nachzulesen). Die Richtung der deutschen Richter dürfte klar sein. Reihenweise könnten Beitragszahler auf Barzahlung bestehen, also wäre der Verwaltungsaufwand für ARD und ZDF bei nur 17,50 Euro pro Beitragszahler nicht mehr verhältnismäßig. Man kann das endgültige Urteil der deutschen Richter schon Monate im Voraus am Horizont sehen, bevor es ausgesprochen wurde. Hier auszugsweise im Wortlaut aus dem heutigen EuGH-Urteil die wohl wichtigsten Aussagen:

In einem zweiten Schritt stellt der Gerichtshof fest, dass der Status der Euro-Banknoten und -Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel zwar grundsätzlich eine Verpflichtung zur Annahme dieser Banknoten und Münzen impliziert, diese Verpflichtung aber von den Mitgliedstaaten grundsätzlich aus Gründen des öffentlichen Interesses eingeschränkt werden kann, vorausgesetzt, dass diese
Einschränkungen im Hinblick auf das verfolgte Ziel von öffentlichem Interesse verhältnismäßig sind, was u. a. bedeutet, dass andere rechtliche Mittel für die Begleichung von Geldschulden verfügbar sein müssen.

Insoweit weist der Gerichtshof darauf hin, dass es im öffentlichen Interesse liegt, dass die Begleichung von Geldschulden gegenüber öffentlichen Stellen dergestalt erfolgen kann, dass diesen keine unangemessenen Kosten entstehen, die sie daran hindern würden, ihre Leistungen kostengünstiger zu erbringen. Daher kann der Grund des öffentlichen Interesses, der sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Erfüllung einer hoheitlich auferlegten Geldleistungspflicht zu gewährleisten, eine Beschränkung der Barzahlungen rechtfertigen, insbesondere, wenn die Zahl der Beitragspflichtigen, bei denen die Forderungen einzutreiben sind, sehr hoch ist.

Es ist jedoch Sache des Bundesverwaltungsgerichts, zu prüfen, ob eine solche Beschränkung im Hinblick auf das Ziel des tatsächlichen Einzugs des Rundfunkbeitrags verhältnismäßig ist, insbesondere in Anbetracht dessen, dass die anderen rechtlichen Zahlungsmittel möglicherweise nicht allen beitragspflichtigen Personen leicht zugänglich sind.

weiterlesen

Allgemein

Exporte koppeln sich ab vom Lockdown-Pessimismus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hamburger Hafen

Man hört es dieser Tage öfter, und es ist auch logisch nachvollziehbar. Der zweite deutlich längere Corona-Lockdown sorgt für eine Abwärts-Revision bei der Erwartung für die deutsche Wirtschaftsleistung (siehe hier neue Prognose von Seiten der Bundesregierung). Immer mehr Unternehmen und Kleinst-Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und Urlaub werden wohl den Bach runtergehen. Aber gleichzeitig läuft die deutsche Industrie sowie Exportwirtschaft auf Hochtouren. Die folgende Grafik zeigt seit dem Jahr 2014 die Erwartungen an die deutschen Exporte aufgrund von heute veröffentlichten Daten des ifo-Instituts.

Noch vor der Krise bei einem Wert von 0, liegen die Erwartungen für die deutschen Exporte aktuell bei +6 Punkten, nach +1,9 Punkten im Dezember. Das ist der beste Wert seit Oktober. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft, eine robuste Industriekonjunktur
und der weltweite Impfstart führten laut ifo-Institut zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft. Deutliche Zuwächse beim Export würden die Hersteller von Computern und elektrischen Ausrüstungen erwarten. Auch die Unternehmen aus dem Bereich des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie blicken zuversichtlich auf ihre künftigen Exporte. Bei den Herstellern von Nahrung und Getränken haben sich die Erwartungen deutlich erholt. Gegenwärtig gehen sie von einem konstanten Exportgeschäft aus. Schwierig bleibt laut ifo der Auslandsmarkt für die Bekleidungsindustrie. Auch die Möbelhersteller gehen von rückläufigen Auslandsumsätzen aus.

Grafik zeigt Erwartungen an deutsche Exporte seit dem Jahr 2014

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage