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Öffentlich Rechtliche „unterwandern“ YouTube: Es geht um „Meinungsbildung“

Claudio Kummerfeld

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Sind Sie gelegentlich auf YouTube unterwegs? Ist Ihnen in den letzten Jahren aufgefallen, dass es immer mehr deutschsprachige YouTube-Kanäle gibt, die sehr hochwertige Videos produzieren? Oft sind es sehr inhaltsvolle, lustige und gut gemachter Videos. Auch gibt es viele gut gemachte Reportagen. Da gibt es zum Beispiel Kanäle wie „Mr. Wissen to go“, das „Y-Kollektiv“, „Guten Morgen Internet“, „World Wide Wohnzimmer“, „Rayk Anders“ und viele viele mehr.

ARD & ZDF „verdeckt“ unterwegs auf YouTube

Alle diese Kanäle auf YouTube haben eines gemeinsam. Sie gehören zu FUNK, einer hunderprozentigen Tochter-Einrichtung von ARD & ZDF. Aus dem Rundfunkbeitrag werden jährlich 45 Millionen Euro für FUNK bereitgestellt. So sagt man über sich selbst, auszugsweise im Zitat:

„…die kleine Schwester von ARD und ZDF. Uns gibt es aber nur im Internet, nicht im Fernsehen. Wir veröffentlichen auf über 60 verschiedenen Kanälen unterhaltende, informierende, kritische und hoffentlich fesselnde Videos. In Mainz befindet sich unsere Zentrale. Von hier aus werden alle funk-Formate geplant und koordiniert.“

Mit aller Deutlichkeit wird darauf hingewiesen, wie unabhängig doch die einzelnen FUNK-Kanäle sind. Damit ja kein Verdacht aufkommt, dass den Zuschauern auf YouTube vorgefertigte Inhalte von ARD und ZDF vorgesetzt werden? Warum schreibt FUNK dann selbst, dass von seiner Zentrale aus alle Formate „geplant und koordiniert“ werden? So was nennt man doch Beeinflussung und Vorgabe von Inhalten, oder etwa nicht?

Und NEIN, wir wollen den all zu hippen, modernen, jungen und dynamischen Kanal-Betreibern von FUNK auf YouTube nicht unterstellen, dass sie eine bösen verschwörerischen Auftrag haben die YouTube-Zuschauer zu manipulieren oder sonst etwas. Aber Millionen von YouTube-Zuschauer in Deutschland konsumieren von ARD und ZDF bezahlte und offenbar „koordinierte“ Video-Inhalte, ohne es zu merken.

Schon mal was gehört von FUNK?

Denn fragen Sie mal auf der Straße Menschen, was FUNK ist? Sicher wird es kaum jemand je gehört haben. Es gibt auf YouTube zum Beispiel einen offiziellen Kanal der ARD. Da werden pro Tag ein paar Kurz-Beiträge online gestellt. Die FUNK-Kanäle von ARD & ZDF auf YouTube sind mehr als 60 an der Zahl, und tragen aber alle hippe und jung, dynamisch klingende Namen, wie anfangs erwähnt. Nur ganz nebenbei wird am Ende der Videos erwähnt, dass diese Videos von einem FUNK-Kanal stammen. Warum werden diese Kanäle beispielsweise nicht für alle Zuschauer klar als „ZDF Y-Kollektiv“ Kanal bezeichnet? Nein, es ist nur etwas zu lesen von „Y-Kollektiv, ein Kanal von FUNK“. Und der Hinweis erscheint auch nur ganz am Ende der Videos.

Der unbedarfte YouTube-Konsument merkt es in der Regel gar nicht, dass er gebührenfinanzierte Inhalte, koordiniert von ARD & ZDF anschaut. Nur warum geht man so passiv und verschwiegen mit seiner Mittelherkunft und Zugehörigkeit um? Dutzende YouTuber, die bislang mehr schlecht als recht von den normalen YouTube-Werbeeinnahmen leben konnten, können auf einmal dank der FUNK-Gelder passabel leben und hochwertige Videos produzieren. Damit entsteht eine unausgesprochene Abhängigkeit. Ist es in so einem Abhängigkeitsverhältnis zum Beispiel möglich, sagen wir mal Videos zu veröffentlichen, die nicht den FUNK-Vorgaben entsprechen?

Meinungsbildung und Transparenz

Dass FUNK seinen Kanal-Betreibern Vorgaben macht und Grenzen setzt, sagt der FUNK-Chef im ersten Video ab Minute 17 im ja auch selbst. Nur welche Grenzen sind das genau, wenn es beispielsweise um Informations- und Politik-Kanäle geht? Wir wissen es nicht. Ab Minute 17 im ersten Video sagt der FUNK-Chef auch, dass man mit seinem Angebot auf YouTube zur Meinungsbildung „beitragen“ wolle.

Wir meinen: Wenn ARD und ZDF so massiv über immerhin 60 verschiedene Medienformate und Channels in die deutschsprachige YouTube-Welt einsteigen, sollten die Zuschauer auf YouTube das auch „ganz klar“ erkennen können. Zum Beispiel sollten die Channels das ARD oder ZDF-Logo enthalten, und die Kanäle sollten auch alle den Zusatz enthalten „aus dem Rundfunkbeitrag finanziertes Video“. Oder am Anfang aller Videos sollte geschrieben und gesagt werden, dass dieser Kanal vom ZDF koordiniert und bezahlt wird. Das würde Transparenz schaffen. Und „Transparenz“ ist ja derzeit total angesagt, stimmts?

Im folgenden zweiten Video eines „freien“ YouTubers wird behauptet FUNK bringe ausschließlich linke Videos, und keine sonstige Sichtweisen auf bestimmte Ereignisse. Umerziehung nach links? Wir wissen es nicht. Wir maßen uns auch nicht an dies zu beurteilen. Darum haben wir parallel zu diesem Artikel bei funk auch angefragt, in welcher Art und Weise und in welche Richtung FUNK denn die Meinungsbildung der Zuschauer denn eventuell beeinflusst.

Abhängigkeit und das Problem für feie YouTube-Kanäle

Natürlich ist bei FUNK auch viel Trash dabei, Junk-Kanäle mit banalem Inhalt. Aber auch die sind in einer Abhängigkeit von den Öffentlich Rechtlichen Geldern. Eine freie Entfaltung ohne das Nachdenken „darf ich dieses Video jetzt wirklich so machen“ dürfte nicht mehr zu 100% gegeben sein. Außerhalb der FUNK-Community wird der Unmut über diese „Unterwanderung“ immer größer. Und dieser Unmut ist auch berechtigt, so meinen wir es.

Denn zahlreiche „freie“ YouTuber ohne das tolle FUNK-Budget im Rücken müssen sehen, wie sie tagtäglich über die Runden kommen, ausschließlich mit ihren YouTube-Werbeeinnahmen. Sie werden aber durch diese mehr als 60 Kanäle mit ihren hochwertigen zahlreichen Videos verdrängt. Denn wenn diese ganzen Kanäle einem kleinen YouTuber in der selben Nische Konkurrenz machen, hat er eventuell ein Problem neue Zuschauer zu finden, und inhaltlich, technisch etc dagegen zu halten.

So verzerren ARD und ZDF die deutsche YouTube-Landschaft. Und das, ohne dass die allermeisten Menschen in Deutschland es überhaupt merken. Denn nochmal: Wer da draußen hat überhaupt schon mal was von dem FUNK-Programm der Öffentlichen Rechtlichen auf YouTube gehört? Wohl 1 von 100 Menschen, wenn man Glück hat! Nochmal unsere Frage: Warum diese Passivität in Sachen Transparenz? Warum tragen all die FUNK-Kanäle nicht den Zusatz „ein Kanal der Öffentlich Rechtlichen“ oder „aus dem Rundfunkbeitrag finanziert“? Warum?

Der FUNK-Chef zieht auch einen klassischen Joker gegen Kritiker von FUNK. Wer die Demokratie nicht anerkenne, betrachte sein Angebot „nun mal als Teil des Systems“, und habe eben ein Problem mit seinem Angebot. So einfach ist das also. Das Hauptproblem nach unserer Meinung: Wer heutzutage im deutschsprachigen YouTube unterwegs ist als Zuschauer, kann de facto nicht erkennen, ob er gerade Öffentlich Rechtliche Inhalte anschaut, oder „freie Inhalte“. Auf den zweiten oder dritten Blick könnte man das erkennen, wenn man genau hinschaut. Aber der schnelllebige Konsument, der schaut mal eben kurz ein Video an – und wer schaut heutzutage Videos schon ganz bis ganz zum Ende, wo der FUNK-Hinweis mit ARD und ZDF-Logo erscheint? Wohl kaum jemand.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Das zweite Video beleuchtet FUNK kritisch. Lustig ist zum Beispiel die Erklärung auf einem FUNK-Kanal, dass der Zuschauer den Rundfunkbeitrag zahle… dafür gebe es die FUNK-Inhalte dann ja umsonst (kein Witz, zu sehen ab Minute 9:30 im Video).

FUNK - jede Menge Content auf YouTube
Das FUNK-Logo.

18 Kommentare

18 Comments

  1. Avatar

    Heiko

    10. Dezember 2018 15:16 at 15:16

    Funk wird schon seit Jahren kritisiert, einfach mal die Geschichte mit imp oder ein paar Videos der Vilgären Analyse bei youtube anschauen. Funk ist mal wieder ein Loch, in das unsere Steuern verschwindet und die Leute zur Regierungsansicht umerziehen will. Als würden die normalen Medien nciht reichen. Ich finds zum Kotzen.

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    Martin

    10. Dezember 2018 15:52 at 15:52

    Daran erkennt man doch, wie absurd die Medienlandschaft in Deutschland geworden ist. Der Staatsfunk versucht den Bürgern selbst im Internet auf die Pelle zu rücken. Die öffentlichen rechtlichen haben in meinen Augen eine viel zu große Dominanz erreicht, das selbst die Privatsender nur noch wie Nischensender wirken. Man versucht eben die maximale Kontrolle über den zu behalten. Und der Verweis auf die Unabhängigkeit ist die reinste Farce.

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    Gerald

    10. Dezember 2018 20:51 at 20:51

    Eindeutig müssen sich alle Print- und andere Funkmedien zusammenschalten und dafür plädieren, dass die Öffentlich-Rechtlichen zusammengeschrumpft werden und sich auf das reine Nachrichten und Dokumentationgeschäft beschränken. Diese Entwicklung kostet immer mehr und ist nicht nötig. Lieber ein Nachrichten und Dokumentationskanal im TV und eine gemeinsame Plattform auf der alle Inhalte online abgerufen werden können. Und das alles freiwillig. Alles verschlüsseln und nur mit einem Zugang nutzbar. Denn die Unterhaltung des Volkes wird der freie Markt selber regeln. Dies ist alles ein unnötiges, großes und Monster geworden und ich weiß beim besten Willen nicht, warum die anderen Medien sich nicht endlich erheben!

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    Schnecke

    10. Dezember 2018 21:36 at 21:36

    Es geht auch um Sättigung. Jede Minute, die ein Videozuschauer ein Video aus der ARD/ZDF-Quelle geschaut hat, kann er nicht mehr nutzen, um freie Videos zu konsumieren. Selbst wenn er das erst am Ende des Videos merkt, die Zeit ist weg. Daher wird Youtube, und zwar speziell in wichtigen Rubriken, jetzt mit ARD/ZDF-Inhalten vollgepumpt. Ich bin regelmäßiger Youtubekonsument und mir sind die qualitativ hochwertigen Videos mit der Zeit aufgefallen, bis ich die Namen dieser „Youtuber“ gegoogelt habe und sie bei ARD/ZDF-TV- und Radiosendern wiederfand. Daß das ein richtig umfangreiches Netzwerk ist und Funk heißt, habe ich erst später voll mitbekommen.
    Man hüte sich davor, dort in der Kommentarspalte seine Meinung kundzutun.

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    Schnecke

    10. Dezember 2018 21:48 at 21:48

    Und was ich noch sagen wollte, wir haben seit 4 Jahren kein TV-Gerät mehr. Wir haben noch nicht einmal mehr Radios in unseren Autos. Und das hat seinen Grund. Und nun kommt das BRD-TV über Youtube, das von den Zensoren der Amadeo-Antonio-Stiftung et al heftigst zensiert und mit Löschungen manipuliert wird, wieder in unseren Wahrnehmungsbereich gekrochen, das ist geradezu ekelerregend.

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    Bene

    10. Dezember 2018 22:45 at 22:45

    Was ich aus meiner Perspektive sagen kann sie produzieren zum größten Teil geniale Inhalte. Es ist immer im Video zu erkennen daß es zu ARD und ZDF gehört (Anfang und Ende Einblendungen von Logos und Schriftzügen)
    OK es steht auf alle Fälle im Konkurrenz Kampf mit anderen Kanälen, dafür haben andere Kanäle die Möglichkeit Werbung zu schalten und unter Funk Videos macht YouTube aufmerksam auf Kanäle wo sie auch was verdienen. Ob ich mir jetzt von ARD oder ZDF was anschaue ober verblöde bei der Wiederholung von ihrgend einer Assiserie von RTL und co. Die genau so die Views wegnehmen und sogar noch die gut bezahlte Werbung abkassieren. Da würde ich mir fast mehr Gedanken machen, wie die Jugend bei RTL und co. Verblödet als das uns Funk unser YouTube zerstört und mit welchen anderen Verschwörungstheorien hier in den Kommentaren um sich geworfen wird

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      sabine

      9. März 2019 17:53 at 17:53

      €bene – „Anfang und Ende“ des Videos? Nur „Ende“!
      – Es ist halt diese Geheimnistuerei komisch! Die Öffentlichen merken und ärgern sich wohl oder übel, daß viele Bürger und Bürgerinnen* automatisch abschalten, wenn sie „Staatsmedie“ sehen. (*Entschuldigung, falschrum.) Dann hintenrum zu kommen ist halt Link. Das der Medien-Schub auch noch nach links geht, ist ja klar und zweimal link.
      – Was hat das mit RTL&Co zu tun? Sind die auch in You-Tube unterwegs? Und wenn es so wäre, ein Verbrecher ist ein Verbrecher, ob braun, grün, rot oder gelb. Auch wenn es andere auch machen.

      Ich sage jedenfalls danke!!! für den Super-Artikel, denn ich bin so ein Youtuber, der kein Video bis zu Ende anschaut (Zeitmangel), also Zielgruppe der Verar…., aber jetzt schlauer!

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        Michael

        10. März 2019 14:34 at 14:34

        @Trollinchen, denn ich bin so ein Youtuber, der kein Video bis zu Ende anschaut (Zeitmangel)… Wenn Sie weniger Zeit aufwenden würden, Ihren Troll-Schrott in Foren zu verbreiten, hätten Sie vielleicht mehr Zeit für YouTube. Oder besuchen Sie stattdessen mal einen VHS-Kurs zum Erlernen der deutschen Sprache. Das würde die Wahrscheinlichkeit enorm erhöhen, dass man wenigstens ansatzweise erahnen könnte, was Sie eigentlich genau sagen wollen.

        Nach gefühlten 500 sinnfreien Kommentaren von Ihnen lässt sich Folgendes zusammenfassen: Sie sind AfD-affin, Sie stehen auf Trump, Sie sind gegen Rundfunkbeiträge und Sportübertragungen und vertreten die wirre These eines massiven Linksruckes und einer politischen Steuerung und Nivellierung der sog. Mainstream- und Staatsmedien (was in der Summe 99,99% aller Medien sein dürften). Und Sie hassen die Grünen, die Schuld sind an allem, was Ihnen an politischen, soziologischen, ökonomischen, ökologischen und ideologischen Entwicklungen der letzten 40 Jahre missfällt. Außerdem arbeiten Sie für Audi, was Sie zu einem selbsternannten Insider und Whisteblower deutscher Konzernpolitik und -führung qualifiziert.

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    Gerald

    11. Dezember 2018 10:26 at 10:26

    Das hat mit Verschwörungstheorien nichts zu tun. Die ÖR haben einen Bildungsauftrag und sollen ruhig weiterhin gute Dokus und Nachrichten produzieren. Ich habe auch nichts gegen die Magazinsendungen. Aber warum müssen wir 60 Radiosender mitzahlen und warum müssen wir auch noch die ganzen Youtube-Kanäle unterstützen? Oder warum müssen die Nachrichten mit doppelten Kosten auf ARD Und ZDF produziert und gezeigt werden? Dann soll man den einen Kanal streichen und eine längere Tagesthemen-Sendung machen. Die überschwemmen den Markt dermaßen, das den anderen Sendern keine Möglichkeit bleibt, als billig zu produzieren. Und die Unterhaltungssendungen der ÖR gehören außerdem auch in die Kategorie Verblödung. Alle Unternehmen maximieren und müssen Haushalten, nur der ÖR will trotz 8 Milliarden € Einnahmen noch mehr Geld haben. Irgendwo reicht das auch Mal… Wirkt eher so als würden Sie „Bene“ dort arbeiten…

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      sabine

      9. März 2019 17:58 at 17:58

      Auch diese ganzen Sportsendungen, Skiabfahrt, Fußball, Leichtathletik, wie aufregend. Meier, Müller, Schmid haben eine Medaille gewonnen. Wow.
      Was soll denn das für eine kulturelle Bereicherung des Staatsauftrags sein? In Rom haben sie auch Spiele veranstaltet, aber wenigstens nicht als Kultur verkauft und vom Volk bezahlen lassen. Einfach nur lächerlich, aber leider wahr.

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        leftutti

        10. März 2019 12:08 at 12:08

        @sabine, für eine überzeugte Gebührenverweigerin, die niemals die Öffentlich-Rechtlichen schaut und deshalb auch nichts zahlen will, sind Sie ganz schön gut informiert. Haben Sie den ganzen Tag nichts besseres zu tun, als das Fernsehprogramm auswendig zu lernen?

        Nebenbei bemerkt, sind Sie eine intolerante und radikale Zensurtussi. Wenn Ihnen Sport nicht gefällt, müssen Sie auch nicht (schwarz und illegal) zuschauen, es gibt noch hunderte anderer TV-Sender. Es ist nun einmal so, dass 30 bis 40 Millionen Deutsche gerne ein Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft bei einer WM oder EM oder 10 Millionen ein Biathlonrennen oder Skispringen anschauen. Das sind Quoten von 40 bis 70%.
        Bestimmen radikale Trolle wie Sie jetzt schon, was ein Großteil der Bevölkerung sehen will und darf? Ich möchte gar nicht wissen, welches Programm wir ertragen müssten, wenn jemand wie Sie dahingehend das Sagen hätte.

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    Dieter Weiss

    16. Dezember 2018 06:44 at 06:44

    Was für ein selten dümmlicher Artikel. ARD und ZDF haben den Auftrag, junge Menschen zu erreichen – das geht eben über klassische Medien kaum noch. Daraus jetzt eine Verschwörungstheorie zu stricken, ist grandios lächerlich. Content-Maschinen wie Mediakraft oder verdeckte Russenpropaganda bei den ach so geilen „freien“ Youtubern sind ein viel größeres Problem als Funk – das sich wenigstens an journalistische Standards halten muss.

    • Avatar

      sabine

      9. März 2019 18:44 at 18:44

      – Und warum machen sie es heimlich? Das machen sie doch sonst auch nicht. Im Gegenteil, Riesenwerbung, mit dem zweiten Auge sieht man besser blablabla. Und jetzt auf einmal eine unbekannte Gesellschaft FUNK, die für die unterwegs ist. Und der Hinweis von FUnk nur am Ende. Schauen sie Videos bis zu Ende?
      – Warum sollen denn Jugendliche nicht den Namen ARD und ZDF sehen? Die springen doch auf Markennamen wie Nike, Adidas und I-Phone!
      – Ist das ein blinder Automatismus, die ör sollen Jugendliche erreichen, oder soll das Ganze auch einen Sinn machen? Journalistische Standards ist ja wohl ein Witz, oder?
      1.) https://www.youtube.com/watch?v=HTY5qDbxBAw
      Die Moderatorenkarte von Peter Frey, Chefredakteur vom ZDF.
      2.) Anderes Beispiel. Nov 2018 hatte ein Bürger gegen den ör geklagt, weil die Einseitigkeit der Berichterstattung dem staatlichen Informationsauftrag widerspreche.
      Die aktuelle Klage baut darauf auf, dass aufgrund des bewussten Verletzens des neutralen Informationsauftrages der Anspruch auf die Gebühr verwirkt sei. Dabei hatte der Bürger in seiner Klageschrift deutlich gemacht, dass ARD und ZDF gar nicht daran denken, ihrem verfassungsgemäßen Auftrag auf unabhängige Informationen zu erfüllen. Diesem Vorwurf hat der ör bei Gericht gleich gar nicht widersprochen. Patrick Gensing, Redakteur Tagesschau und Chef vom Dienst sagte: Ich glaube, dass man die Leute eher gewinnen kann, wenn im Journalismus eine Haltung vertreten wird, als wenn da irgendwie einfach nur Fakten angehäuft werden. Das ist in meinen Augen auch überhaupt nicht Journalismus.“
      Der Vorwurf des Bürgers: Der ör betreibt gezielt Meinungsmanipulation bei Talkshows, durch seine Redakteure und durch die produzierten Unterhaltungsfilme. Unter anderem untermauert der Kläger seine Argumentation mit dem Tweet von Nicole Diekmann, Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio. Auf die Frage, wer denn für Frau Diekmann ein Nazi sei, lautete deren Antwort: „Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt.“
      https://www.unzensuriert.de/content/0028922-Zweite-Runde-im-Kampf-gegen-GEZ-Klage-gegen-ARD-und-ZDF-wegen-Regierungspropaganda

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    DenDeeDen

    7. Februar 2019 18:05 at 18:05

    Ja, ich habe auch schon Videos der FUNK gesehen. Mir ist aufgefallen, dass keine Werbung geschaltet ist.

    Bekommt denn YouTube direkt Geld von FUNK?

    Oder wird hier einfach die Infrastruktur genutzt ohne das YouTube eine Chance der Finanzierung hat?

  10. Avatar

    Abraham

    9. März 2019 14:46 at 14:46

    Was für ein erbärmlicher Artikel. Abgesehen von dem Vorstellungsvideo vom Funk-Kanal scheint er sich nicht weiter informiert zu haben und das alles so einseitig zu berichten lässt mich vermuten, dass es hier mehr um Meinungsmache gegen die Öffentlich Rechtlichen geht.
    Zum Rundfunkbeitrag: in jedem Video steht nicht nur im Video sondern auch in der Videobeschreibung deutlich gekennzeichnet, dass das ein Programm von ZDF und ARD ist. Und ganz ehrlich: ich hab kein Problem damit. Die meisten sind junge engagierte Menschen, die eine Vision haben, egal ob Satire-Berichterstattung (Walulis), Gaming und Unterhaltung (Game Two), Filme, Comics und Serien (Cinema Strikes Back), ironische Late-Night-Show (World Wide Wohnzimmer), Politik (Y-Kollektiv) oder pure Unterhaltung (Coldmirror). Da zu behaupten, dass alle Werkzeuge der Öffentlich Rechtlichen wäre ist nicht nur eine an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorie, das zeigt sich einfach auch darin, dass all die Menschen auf all den Kanälen für Ihre Meinung wirklich einstehen. Und dazu haben die Öffentlich Rechtlichen sowohl im Fernsehen als auch auf YouTube einen Bildungsauftrag zu erfüllen, eine der Dinge an das sich die einzelnen Betreiber der Kanäle halten müssen. Und das keine Werbung geschaltet wird ist das gleiche System wie im Fernsehen: Funk soll unabhängig sein, deswegen dürfen die Kanäle auch kein Geld über Werbung auf YouTube verdienen. Auch dafür, dass hier alles irgendwie diktiert werden soll ist das Angebot einfach zu vielseitig und zu bunt gemischt. Inzwischen habe ich auch kein Problem, dass in solche Bereich Geld gepumpt wird, da für mich das Fernsehen schon länger abgesehen von ein paar Sendungen tot ist.
    Eine viel bessere Frage an die Kritiker: habt ihr in den letzten Jahren mehr GEZ gezahlt, weil Funk dazu gekommen ist? Nein, ich glaube kaum. Werdet ihr denn aktiv von diesem Content gestört oder setzt ihr euch damit überhaupt auseinander? Ich glaube nicht.
    Schaut nach bevor ihr anfangt über etwas zu diskutieren mit dem ihr euch noch nicht auseinander gesetzt habt. Denn gerade was YouTube betrifff, wäre es sinnvoll über ein Mediakraft zu berichten, das Künstler und junge Menschen auf dieser Plattform wirklich kreativ einschränken.
    Danke für eure Aufmerksamkeit.

    • Avatar

      hans

      17. Februar 2020 18:38 at 18:38

      habe hier auch schon Kritik geäußert, insbesonders weil es sich hier um ein Magazin handelt das selbst verschleiert das eine Werbeagentur dahinter steht, dieser Kommentar wurde aber leider nicht veröffentlicht, obwohl er weder Beleidigungen oder sonst anstößiges enthält, war den Leuten hier wohl zu entlarfend geschrieben

  11. Pingback: finanzmarktwelt.de: Öffentlich Rechtliche “unterwandern” YouTube: Es geht um “Meinungsbildung” – Vergangenheitsanalyse & Zukunftsgestaltung auf Basis interdispiplinärer Informations- & Deutungssvielfalt

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Banken halten bei EZB 3,3 Billionen Euro – Daten zu Strafzinsen und Freibeträgen

Claudio Kummerfeld

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am

Türme von Banken in Frankfurt

Die einfache Sichtweise der „großen“ Experten in den Türmen der Notenbanken lautet: Je tiefer wir die Zinsen setzen, desto weniger attraktiv wird es für die Menschen Geld auf Bank- und Sparkonten zu parken. Sie werden dann immer mehr Geld in den Konsum pumpen. Aber egal wie viel sehr man auch an so einer Theorie festhält – die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Bürger (vor allem die Deutschen) wollen gerade in Krisenzeiten offenkundig weiterhin Monat für Monat von ihrem Ersparten anständig was auf die hohe Kante packen – Vorsorgen für die schlechten Zeiten, sozusagen.

Und bei de facto Nullzinsen, die in den letzten Jahren in der Regel (nach Abzug der Inflation) reale Negativzinsen bedeuten, legen die Menschen einfach pro Monat noch mehr Geld auf die hohe Kante, sozusagen als Ausgleich für die fehlenden Zinsen. Und so steigen seit Jahren in der Eurozone die Bankguthaben immer weiter an. Das wird für die Banken immer mehr zu einem dramatischen Problem. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) wollte nicht nur, dass der (einfältige?) Bürger endlich sein Geld in den Konsum steckt. Nein, die EZB wollte auch erreichen, dass die (faulen?) Banken endlich mehr Geld als Kredit herausreichen an Privat- und Geschäftskunden, damit die Konjunktur angekurbelt wird – und dadurch letztlich die Inflation ansteigt – die letzten Jahre geschah aber letztlich das Gegenteil.

Banken vor immer größerem Problem

Aber egal wie fleißig die Banken auch sein mögen bei der Kreditvergabe – der Sparfleiß der Bürger ist stärker. Die Guthaben bei den Banken wachsen immer mehr. Und genau deswegen hatte sich die EZB eine Art Strafmechanismus ausgedacht, damit die Banken nun wirklich mal die Einlagen der Kunden vermehrt als Kredit rausreichen. Verrechnet man das von den Bankkunden eingezahlte Guthaben mit den ausgegebenen Krediten, dann haben praktisch alle Banken eine Überschussliquidität, die bei der EZB geparkt wird. Die EZB bestraft die Banken hierfür mit einem Negativzins von derzeit -0,5 Prozent (ab 2014 stufenweise eingeführt, damals noch bei -0,1 Prozent). Je mehr die Kunden sparen und je höher sich die Banken-Überschüsse auf ihren EZB-Konten auftürmten, desto mehr mussten sie als Strafzins an die EZB überweisen.

Dies wurde in den letzten Jahren immer mehr zu einem Problem für die Banken, die sowieso dank Nullzinsen ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Geschäft hatten, nämlich der Zinsmarge. Die EZB sah dieses Problem, und führte einen Freibetrag ein. Die Banken sollten für zu viel hinterlegte Einlagenüberschüsse also bestraft werden – aber nicht so sehr, dass sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Und so gibt es EZB-Strafzinsen für die Banken mit einem Freibetrag an Einlagen, der nicht mit einem Strafzins bedacht wird.

Gigantische Überschüsse, Strafzinsen und Freibetrag

Heute veröffentlichte Daten der Bundesbank zeigen die Dimension der Beträge. Demnach gab es im Dezember 2020 eine Überschussliquidität im Euroraum in Höhe von 3,35 Billionen Euro. Zwischen Einführung des Tiering-Systems (Freibeträge) im Oktober 2019 und Dezember 2020 betrug der Zinsaufwand der Banken im Euroraum für das Halten dieser Überschussliquidität bei der EZB 8,9 Milliarden Euro. Dieser Zinsaufwand (die Strafzinsen) fiel laut Bundesbank um 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, als dies unter sonst gleichen Bedingungen ohne ein Tiering-System der Fall gewesen wäre. Gleichzeitig wurde mit zuletzt 2,498 Billionen Euro der größte Teil der Überschussliquidität weiterhin negativ verzinst.

Während die Überschussliquidität der Banken bei der EZB in den letzten Jahren immer weiter stieg (oberer Teil der Grafik), dachte die EZB wohl sie könnte dies verhindern, indem sie den Strafzins immer weiter anhebt. Es brachte aber nichts! Wer arg ins Detail gehen möchte, kann sich beim Klick an dieser Stelle in den Bundesbank-Bericht auf den Seiten 61-72 in das Thema vertiefen. Wer sich für die Rücklagen der Deutschen interessiert, der klicke bitte hier. Im Krisenjahr 2020 wurde von deutschen Haushalten 333,5 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt, nach 220,3 Milliarden Euro in 2019. Diese Summe steigerte sich in den letzten Jahren immer weiter, obwohl das Zinsniveau für die Sparer immer weiter abrutschte.

Grafik zeigt Bundesbank-Daten zu Strafzinsen und Überschussliquidität

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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wolfgang Müller

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Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street

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Wirtschaft kommt laut Bundesbank recht gut durch den Lockdown, aber…

Claudio Kummerfeld

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Lockdown Schriftzug

Die Bundesbank hat vor wenigen Minuten ihren Monatsbericht für Januar veröffentlicht. Demnach kommt die deutsche Wirtschaft recht gut durch den Lockdown. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist laut Bundesbank im letzten Quartal 2020 durch das erhöhte Infektionsgeschehen und die wieder erheblich verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zwar ausgebremst worden. Aber es habe jedoch keinen größeren Rückschlag gegeben, da sich weniger durch die Maßnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft weiter erholten. Insbesondere die Industrie aber auch die Bauwirtschaft hätten nach den bis November vorliegenden Zahlen kräftig zugelegt.

Die Auftragseingänge in der Industrie hätten im November das Vorkrisenniveau vom Schlussquartal 2019 sogar deutlich überstiegen. Zudem seien die Einzelhandelsumsätze bis November noch erheblich gewachsen. Dies hätte ein Gegengewicht zu den Einbußen gebildet, die aufgrund der im Dezember angeordneten Schließungen im stationären Einzelhandel entstanden sein dürften. Die Unternehmensstimmung hellte sich im Dezember laut ifo Geschäftsklimaindex trotz des Wiederaufflammens der Pandemie auf. Diese ermutigenden Signale lassen laut aktueller Bundesbank-Aussage darauf hoffen, dass auch die zu Beginn des neuen Jahres verlängerten und weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung nicht allzu weit zurückwerfen.

Aber die Bundesbank versieht diese rosigen Aussagen mit einer kleinen Warnung, wie es nicht anders zu erwarten wäre. Bei dieser Krise sind ja „Risiko-Disclaimer“ fast schon unverzichtbar, da niemand eine Glaskugel hat und unzählige Variablen vorhersehen kann. Sollte das Infektionsgeschehen jedoch nicht erheblich nachlassen und die gegenwärtigen Beschränkungen der Wirtschaftstätigkeit länger anhalten oder noch weiter verschärft werden, so könne es gleichwohl noch zu einem spürbaren Rückschlag (für die Wirtschaftsleistung) kommen, so die Bundesbank.

Auch beim Thema Arbeitslosigkeit sieht die Bundesbank offenbar keine ernsthaften Probleme. So blieb der Arbeitsmarkt laut Aussage der Bundesbank trotz der wieder strikteren Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bemerkenswert stabil. Zwar seien im November und Dezember vermehrt Anmeldungen zur Kurzarbeit eingegangen, diese entsprächen jedoch nur einem Bruchteil der Anzeigen aus dem vergangenen Frühjahr. Die aktuellen Anzeigen würden sich vor allem auf den von den angeordneten Schließungen betroffenen Hotel- und Gaststättenbereich sowie Teile des Handels beschränken. Die registrierte Arbeitslosigkeit sei im Dezember wie schon in den beiden Monaten zuvor spürbar zurückgegangen. Die Zahl der Arbeitslosen sei um saisonbereinigt 37.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, die entsprechende Arbeitslosenquote läge damit bei 6,1 Prozent.

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