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Öl: „Alle sind an Bord“ – auf der Titanic?

Hurra, es ist vollbracht! Gemeint ist die vermeintliche Einigung der Öl-produzierenden Länder auf eine Produktionskürzung. Oder doch eine Einfrierung? Hm, egal, so genau nimmt man es nicht. Heute wieder neue Siegesmeldungen aus der OPEC-Propagandazentrale..

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Hurra, es ist vollbracht! Gemeint ist die vermeintliche Einigung der Öl-produzierenden Länder auf eine Produktionskürzung. Oder doch eine Einfrierung? Hm, egal, so genau nimmt man es nicht. Gestern hatte Putin höchstpersönlich gesagt, er sehe kein Hindernis für eine Einigung beim OPEC-Treffen in Wien. Aber Putin spricht von „Einfrierung“ der Produktion, andere sprechen von „Produktionskürzung“. Ist doch ein nicht unwesentlicher Unterschied, oder nicht?

Neinnein, alles irgendwie ja schon dasselbe, möchte man meinen, wenn man den Öl-Herrschern lauscht. Selbst der Iran scheint ja bis zu einem bestimmten Punkt kompromißbereit, nur weiß leider niemand, bis zu welchem Punkt. Macht aber nix, Öl steigt trotzdem, weil jetzt ja viel wichtiger ist, ob die OPEC ein Faß pro Tag weniger produzieren könnte als die Tatsache, dass der Markt bei weitem noch überversorgt ist mit Öl. Das wird schon sichtbar im Contango, also dem Preisabstand zwischen dem nächstliegenden Future und dem/den folgenden Futuren. Der Contango ist meist dann hoch, wenn viel Angebot im Markt ist und die Märkte aber Preisstegerungen in Zukunft erwarten (weswegen der „aktuelle“ Future-Kontrakt dann deutlich tiefer steht als die ferner liegenden, was als „Contango“ bezeichnet wird). Lybien, Nigeria, der Iran, selbst in der Nordsee wird derzeit viel mehr gefördert als die Märkte vorher glaubten – und dieses Plus an Förderung übersteigt bei weitem die Menge, die im Optimalfall als Kürzung beschlossen werden könnte durch die OPEC und die Nicht-OPEC-Länder.

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Auch die Öl-Förderung in der Nordsee läuft derzeit auf Hochtouren
Bohrinsel vor Norwegen. Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei

Und das bedeutet, dass die Märkte so oder so überversorgt bleiben mit Öl. Daher hat Goldman Sachs darauf hingewiesen, dass sich die Lage seit dem Algier-Treffen, als die OPEC-Länder ihre vage Absicht kundtaten, as Öl-Angebot zu verknappen, wesentlich geändert hat. Goldman geht davon, dass in den ersten drei Monaten des Jahres 2017 der Überschuß an produziertem Öl auf 700.00 Barrel pro Tag steigen werde. Mit solchen logischen Argumenten aber ist derzeit am Öl-Markt kein Blumentopf zu gewinnen – alleine gestern stieg Öl um gut 4%:

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(WTI, Januar-Kontrakt)

Seit letzter Woche, also seit den verstärken Verbalinterventionen, ist der Ölpreis nun mehr als 10% gestiegen. Und die Erwartungshaltung an das OPEC-Treffen steigt munter weiter, nachdem heute der OPEC-Delegierte Nigerias, Ibrahim Waya, sagte, es seien alle an Bord („There is certainty that everybody is on board!“).

Offenkundig geht es um den „Algerien-Plan“: eine Vereinbarung über sechs Monate, startend ab Januar 2017. Dann müßte man weiter sehen. Die Märkte gehen offenkundig davon aus, das der Deal schon in trockenen Tüchern ist. Die Erfahrung aber lehrt, dass das doch sehr unwahrscheinlich ist, weil die Interessen so heterogen sind. Wenn die Öl-Herrscher nun nicht voll liefern, rappelt´s gewaltig in der Kiste!

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