Märkte

Öl auf 11-Monatshoch vor den Lagerbeständen

FMW-Redaktion

Öl (WTI und Brent) handeln vor den heutigen Lagerbeständen (16.30Uhr, wir berichten darüber wie immer zeitnah) nicht nur auf dem höchsten Stand seit 11 Monaten – sondern erstmals seit knapp einem Jahr schlossen gestern die beiden wichtigsten Öl-Sorten über der 50er-Marke (Brent hatte das vor WTI geschafft).

Der jüngste Anstieg hat mehrere Katalysatoren:

1. Die permanenten Attacken der Rebellen im Niger-Delta, die die Produktion des wichtigsten afrikanischen Produzenten auf den tiefsten Stand seit gut 20 Jahren drücken. Nach Aussagen des nigerianischen Energieminister liegt die Produktion aktuell bei 1,5 Millionen Barrel pro Tag, Anfang des Jahres waren es noch 2,2 Millionen Barrel. Derzeit versucht Shell eine sehr wichtgie Pipeline in Nigeria zu reparieren, ob und wann das gelingt ist ungewiß angesichts der permanenten Attacken der Rebellen.

2. Gestern waren die API-Bestände für Öl um 3,56 Millionen Barrel gefallen (Prognose war ein Rückgang von 3 MIllionen Barrel, in Cushing betrug der Rückgang 1,3 Millionen Barrel). Ignoriert wird, dass die Benzin-Bestände um 760.000 Barrel gestiegen sind, die Destillate um 270.000 Barrel.

3. Die Dollar-Schwäche nach dem US-Arbeitsmarktbericht und den Aussagen von Fed-Mitgliedern.

4. Prognosen, dass der Benzinbedarf der Amerikaner laut einer Analyse der Internationale Energie Agentur auf 9,5 Millionen pro Tag ansteigen wird während der sogenannten Driving Season.

5. Viele Trader auf den fahrenden Zug aufspringen wollen nach den starken Anstiegen der letzten Wochen und Monate.

Ausgeblendet dagegen wird, dass mit dem Anstieg der Preise die amerikanischen Fracker wieder damit beginnen, Öl zu produzieren. So ist die Zahl der aktiven Bohrlöcher (rig counts) erstmals seit langem wieder gestiegen (um 9 Bohrstellen). Steigt der Preis weiter, werden mehr und mehr Fracker wieder an den Start gehen.
China hingegen, das zeigen jüngste Daten, hat so wenig Öl importiert wie seit Januar nicht mehr. Offenkundig sind die Lager im Reich der Mitte noch prall gefüllt.

Heute stieg WTI sogar im Vorfeld der Lagerbestände über die Marke von 51 Dollar:

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Die weitere Richtung werden nun die US-Lagerbestände weisen..



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