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Märkte

Öl fällt vor dem OPEC-Treffen um 2 Dollar – Gerüchte und „Ansagen“

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Ist die OPEC überhaupt noch die OPEC von früher? Wohl kaum – jeder quatscht einfach drauf los, es schwirren jede Menge Gerüchte durch die Gegend. Fakt ist jedenfalls, dass der WTI-Ölpreis seit gestern Abend um knapp 2 Dollar gefallen ist auf aktuell 48 Dollar. Und das obwohl nun wirklich alle Bankanalysten für das morgige OPEC-Treffen einen Non-Event erwarten, also ein Treffen, bei dem keine Fördermengenausweitung, keine Senkung und auch keine Einfrierung erwartet wird.

Fast jedes OPEC-Mitglied scheint lieber seine eigene Sichtweise und Politik präsentieren zu wollen, als wie früher „in den guten alten Zeiten“, wo die OPEC noch mit einer Stimmte sprach, und wo man noch wirklich ganz alleine den Markt so richtig bewegen konnte. Jetzt bei über 32 Millionen Barrels pro Tag wird die offizielle OPEC-Produktion wohl bleiben, wobei die tatsächliche Menge dank der Saudis, Iraker und Iraner wohl höher sein dürfte.

Ein aktuelles Gerücht, dass von einem hochrangigen OPEC-Delegierten stammen soll, besagt z.B. dass die Saudis die große Öl-Einfrierung (Oil Freeze) erneut angehen wollen. Das können wir als Beobachter uns nur schwer vorstellen, weil nach dem ersten brutal gescheiterten Versuch neben anderen Produzenten auch die Saudis ja ankündigten ihre Förderung hochfahren zu wollen. Warum sollten sie dann jetzt erneut versuchen einzufrieren? Zumal die weltweite Nachfrage ja angeblich so kräftig anzieht…

Der Iran ist in den letzten Wochen noch fast der verlässlichste OPEC-Produzent, was seine Aussagen angeht. So lassen Offizielle jetzt erneut darauf verweisen, dass man nicht bereit sei für eine Einfrierung – genau das selbe sagte man ja auch beim ersten Versuch im April. Damals wie heute geht es dem Iran darum seine Fördermenge auf die Menge von vor den Sanktionen hochzufahren, und noch darüber hinaus. Die Iraner sagten es immer wieder, dass man einfach nicht mitmache bei so einem Deal, und dabei bleibt es wohl auch. Sie wollen ihren Marktanteil zurück, so einfach ist das. Laut iranischem OPEC-Delegiertem könne man erst danach über einen Deal reden, und auch dann ginge das nur, wenn sich der Markt „stabilisiert“ habe.

Dass die OPEC ziellos ist und keine richtige Institution mehr, erkennt man auch daran, dass nach unbestätigten Meldungen sich mehrere OPEC-Mitglieder gerade um asiatische Kundschaft streiten, mit höheren Angebotsmengen und höheren Rabatten. Der VAE-Wirtschaftsminister sprach gestern von einem gewünschten Ölpreis von 60 Dollar noch in diesem Sommer – nicht seitens der OPEC, sondern das ist sein Wunsch! Kann man jenseits aller Gerüchte und Aussagen in Kurzform sagen der Ölmarkt bekommt kurz vor dem OPEC-Treffen kalte Füße? Gewinnmitnahmen bei Bullen vor dem Treffen? Am Dollar kann der aktueller Ölpreis-Rückgang jedenfalls nicht liegen, denn der ist seit gestern Abend unterm Strich leicht gefallen.

OPEC-Treffen
Der WTI-Ölpreis seit Ende letzter Woche.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    KARL MÜLLER

    1. Juni 2016 17:23 at 17:23

    Ist gleich wieder über USD 50 – wird wohl doch bald knapp, die schwarze Pampe oder die Hedgies lesen hier mit ;-)

    VG KARL

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Aktien

Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

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