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Öl: jetzt geht es um Symbolik

Redaktion

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FMW-Redaktion

Eines ist klar: ob sich die Öl-Produzenten bei ihrem Treffen am 17.April in Doha auf eine Einfrierung der Produktion einigen werden oder nicht – das Überangebot an Öl bleibt so oder so bestehen. Aber es geht derzeit vor allem um Symbolik: würden sich die Ölproduzenten einigen auf was auch immer, wäre das ein Zeichen dafür, dass sie in der Lage sind, trotz verschiedener Interessen an einem Strang zu ziehen. Darin liegt die eigentliche Bedeutung des Treffens in Doha. Erricht man eine Vereinbarung, könnte das bedeuten, dass der Weg frei wäre für eine irgendwann im Laufe des Jahres folgende Vereinbarung, die weitreichender wäre als das, was man in Doha unter den derzeitigen Umständen beschließen kann.

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Bohrinsel vor Norwegen. Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei

Eines scheint auch klar: der Iran, aber auch Brasilien, werden nicht mitmachen. Beide Länder brauchen dringend Geld, der Iran hat erheblichen Nachholbedarf seit Aufhebung der Sanktionen. Weiter nicht wirklich ist, ob Saudi-Arabien bei seiner Aussage bleibt, einer Einfrierung nur zuzustimmen, wenn der Iran mitmacht. Am Dienstag telefonierten Russalnd Energieminister Novak und der saudische Ölminister Ali al-Naimi – vermutlich versucht Russland, die Saudis von ihrer harten Haltung in Sachen Beteiligung des Iran abzubringen.

A propos Saudis: das Land hat im März noch mehr produziert als in den Vormonaten, auch Russland förderte im März in der Nähe der Allzeithochs. Insgesamt aber ging die Öl-Produktion der OPEC-Länder, das zeigt der gestern veröffentliche OPEC-Bericht, um 487.000 Barrel zurück.

Was den Ölpreis derzeit treibt – neben der Doha-Hoffnung – ist der Glaube, dass sich das Verhältnis zwischen Öl-Angebot und Öl-Nachfrage im Laufe des Jahres ausbalancieren könnte. Wohl in der Erwartung dieser Balancierung ab dem zweiten Halbjahr haben zuletzt vor allem Fluggesellschaften Öl-Kontrakte gekauft, um sich für einen Preisanstieg im Jahr 2017 und 2018 abzuhedgen. Dazu kommt die Unsicherheit über die Lage im Irak – man fürchtet Lieferschwierigkeiten im derzeit sich verschlechternden politischen Zustand des Landes.

Heute Vormittag dann aber ein Dämpfer: die Internationale Energie Agentur senkte ihre Prognose für die das weltweite Wachstum der Öl-Nachfrage auf 1,16 Millionen Barrel pro Tag herunter, der Ölpreis kam kurzzeitig weiter unter Druck. Ist die erhoffte Ausbalancierung eben nur eine Hoffnung?

So oder so: faktisch hat das Treffen in Doha fundamental wenig Bedeutung – Russlands Energieminister spricht nur noch von einem „gentlemen’s agreemen“,einer Art unverbindlichen Einigung also. Aber wenn sich die großen Player Saudi-Arabien und Russland einigen können auf was auch immer, ist das vor allem das Signal, dass ein höherer Ölpreis gewünscht und umsetzbar ist. Alte Höchststände aber werden wohl nicht mehr erreicht werden: steigt der Preis weiter, werden die ersten Fracker in den USA, die die Flinte ins Korn geworfen hatten, wieder mit der Produktion beginnen – und damit eben diese erhoffte Balance wieder zerstören. Es ist dieser Teufels-Kreis, der als Damoklesschwert über dem Ölpreis schwebt, der die aktuelle Rally als eine technische Gegenbewegung entlarvt innerhalb eines letztlich intakten Abwärtstrends..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Jörg

    14. April 2016 11:50 at 11:50

    Interessante Charts zur Ölpreisentwicklung auf http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2016-04/37059932-entscheidender-crude-oil-kursbruch-ein-dauerhafter-trendwandel-auf-dem-weg-nach-doha-480.htm .

    Der offensichtlich maschinenübersetzte Text ist allerdings oftmals so grauslich wie es vor 30 Jahren der von taiwanesische Gebrauchsanweisungen war.

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