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Märkte

Öl: Saudis kündigen „wichtige Mitteilung an“ – 11.30Uhr

Wir hatten uns heute Morgen gewundert über den massiven Anstieg des Ölpreises – nun gibt es die passende „Nachricht“ dazu..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wir hatten uns heute Morgen gewundert über den massiven Anstieg des Ölpreises – nun gibt es die passende „Nachricht“ dazu. So kündigte der Energieminister Saudi-Arabiens eine „wichtige Mitteilung“ am Rande des G20-Treffens in China. Dies soll um 11.30 deutscher Zeit geschehen.

Der Ölpreis pendelt nun um die 46er-Marke:

Oilus0509162

Was wird uns der saudische Energieminister zu sagen haben? Wir vermuten, er wird mitteilen, dass man in der saudischen Wüste ein Sandkorn gefunden habe! Und das wäre ja dann auch echt ein Hammer – und würde Ölpreise über 100 Dollar allemal rechtfertigen!

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Indizes

Aktienmärkte: S&P 500 und Dow Jones – geht der Abverkauf weiter?

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Obwohl der S&P 500 als Leitindex der weltweiten Aktienmärkte meiner Lesart Folge geleistet hat, habe ich mich zur Umstellung meines Szenarios entschieden. Aufgrund fehlender stark strukturierter Kursmuster ist die Analyse der seit März währenden Welle äußerst schwierig und kann durch die Performance eines einzelnen Tages einer kompletten Umstellung bedürfen. Ungeachtet dessen bleibt der S&P 500, bleiben die Aktienmärkte im Korrekturmodus! Wie der Chart es zeigt, bleibe ich meiner prinzipiell positiven Sichtweise treu, ganz gleich wie die Wellen später deklariert werden.

Aktienmärkte: Ausblick für den Leitindex S&P 500

Die kleine Korrektur der Aktienmärkte der letzten Tage dient der Ausbildung von Welle (c) der übergeordneten Welle (B). Aufgrund dessen, dass sich (c) in dieser Konstellation fünfteilig ausbilden muss, erwarte ich die Ausbildung eines Diagonal-Impulses (1-2-3-4-5). Aktuell steht Welle (3) auf der Agenda und kann weitere leichte Verluste im Schlepptau führen. Im Grunde sehe ich diese Gefahr nicht, denn aufgrund des ausgebliebene Bruchs des kleinen 0.62-Retracements (3.286 Punkte) erwarte ich einen freundlichen Wochenstart. Dennoch bleibt der S&P 500, bleiben damit die Aktienmärkte noch unter der Kontrolle der seit Ende August andauernden Korrektur.

Der S&P 500 gibt die Richtung für die Aktienmärkte vor
Somit ist selbst ein Abverkauf bis zur 1.62-Unterstützung (3.178 Punkte) absolut im Rahmen der Möglichkeiten. Lediglich der Bruch dieser massiven Kurslinie sollte sich nicht einstellen. Ein erstes sehr ernst zu nehmendes Anzeichen auf einen bevorstehenden Paradigmenwechsel der Aktienmärkte würde erst ein Schlusskurs über dem 0.76 Retracement bei aktuell 3.516 Zählern darstellen. Auch diesen Schritt erwarte ich für die nächste Woche noch nicht.

Fazit:

Der S&P bewegt sich innerhalb einer Korrektur, deren Abschluss so schnell nicht zu erwarten ist. Resultierend daraus rate ich von einer Positionierung derzeit noch ab; ist ein Kaufsignal noch nicht spruchreif.

 

Wie ist die Lage beim Dow Jones?

Der Dow Jones musste sich an den zurückliegenden beiden Wochen, wie alle amerikanischen Aktienmärkte, leichte Punktverlusten hinnehmen. Dramatisches ist daran noch nicht festzustellen, denn dieses Szenario hatte ich in der jüngsten Betrachtung auch so aufgezeigt. Veränderungen an der bisherigen Wellenzählung mussten somit nicht vorgenommen werden, wie die Charts es zeigen. Mit dieser Performance bestätigt der dienstälteste Aktienindex der Welt seinen Willen, den bisherigen Trend fortführen zu wollen. Der Langzeitchart zeigt meine diesbezügliche Sichtweise auf.

Ausblick:

Die jüngsten Punktverluste haben die Ausbildung von Welle (iv) des seit Mitte Mai laufenden Diagonal-Impulses (i-ii-iii-iv-v) zur Aufgabe gehabt. Der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb der Unterstützungslinie bei 27.505 Punkten (0.38 Retracement) kann als ein leicht positiv zu wertendes Indiz auf eine bevorstehende Trendwende angesehen. Noch ist der Stab noch nicht gebrochen; noch besteht die Möglichkeit, dass das 0.50 Retracement (27.002 Punkte) angelaufen wird. Der Bruch dieser Supportline würde eine größere Korrekturbewegung für den Dow, für die Aktienmärkte insgesamt nach sich ziehen und zudem noch den seit März laufenden Aufwärtstrend abschließen.

Der Dow Jones und die Aktienmärkte
Wie im Chart dargestellt erwarte ich diesen Schritt nicht, vielmehr favorisiere ich eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau und eine sich daran anschließende Fortführung des Aufwärtstrends. Derzeit sind noch keine Einstiegsmarken als auch Kursziele zu benennen, denn hierzu muss erst der Abschuss von (iv) erfolgen. Zu beachten ist dabei, dass es sich bei der seit März laufenden Bewegung, um eine Korrektur handelt.

Fazit:

Die aktuelle Situation steht einem Engagement zum jetzigen Zeitpunkt entgegen. Erst nach Abschluss von (iv) kann von einem neuen Einstiegssignal gesprochen werden. Die Absicherung sollte bei 27.002 Punkten (0.50 Retracement) erfolgen.

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Devisen

Euro vs US-Dollar: Wird der Major heute die 1,19 Marke sehen?

Agata Janik

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Euro Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat es vor dem Wochenende nicht mehr geschafft, einen Break-Out zu erzielen. Die Seitwärtsbewegung, die am Donnerstag begann, wurde fortgesetzt. Die Händler hätten gerne einen Ausbruch zum Wochenabschluss gesehen, doch der Euro konnte nicht genügend Dynamik entwickeln, um den wichtigen Widerstand bei 1,1865 zu durchbrechen. Auf der Unterseite wurde der Kurs durch die doppelte Unterstützung aufgefangen. Bei 1,1835 befand sich nicht nur ein charttechnischer Support, sondern hier verlief am Freitag auch der 420er Moving Average, der fast immer schwer zu überwinden ist. Kurz darunter befand sich auch der 120er MA. Es war also zu vermuten, dass der USD nicht stark genügend sein wird, um diese Hürden zu nehmen.

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Am Freitag in den Morgenstunden haben die Bullen versucht, den Euro nach oben zu treiben. Der Angriff ist jedoch gescheitert. Der Widerstand bei 1,1865 war einfach zu stark. Danach folgte eine kleine Enttäuschung und EUR/USD ist leicht gefallen. Die Volatilität war aber gering. Auf dem Niveau von 1,1832 war die Korrektur schon vorbei. Man hat zu diesem Zeitpunkt gemerkt, dass der Tag eher ruhig verlaufen wird. Viele Händler haben sich zurückgehalten und wollten vor dem Wochenende keine Positionen mehr eröffnen, um das Risiko zu vermeiden, Trades über das Wochenende halten zu müssen. Solche Situationen kann man am Devisenmarkt öfters beobachten.

Am Nachmittag, während der amerikanischen Session, haben die Bullen den letzten Angriff auf den Widerstand bei 1,1865 gewagt. Auch dieser Versuch blieb jedoch erfolglos. Dem Euro hat die Kraft gefehlt und die Bullen mussten sich erneut geschlagen geben. Der Kurs bewegte sich weiter in der Seitwärtsrange. Im späten Handel notierte EUR/USD bei ca. 1,1845.Der Freitag verlief also beim Euro vs USD eher unspektakulär, wenn nicht sogar langweilig. Wer eine Position eröffnet hat, musste viel Geduld und Disziplin aufbringen. Man konnte zwar, in der Seitwärtsrange, auf beiden Seiten Geld verdienen, doch es war insgesamt kein angenehmer Handelstag. Auch bei den anderen Währungspaaren sah das Trading ähnlich aus. Der Wochenanfang wird vermutlich ganz anders aussehen. Die Energie hat sich im Markt aufgestaut und ein Ausbruch beim Euro vs USD wird immer wahrscheinlicher. Die Händler wollen die nächste Entscheidung sehen.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Montagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1870. In der asiatischen Session heute Nacht konnte der Euro leicht zulegen. Die Händler haben schon die ersten Tendenzen für den Tag gesetzt. Der Euro vs USD wird wieder stärker und befindet sich auf dem Weg zu 1,1900. Aus technischer Sicht besitzt der Major weiter viel Aufwärtspotential. Die Bullen werden nach der kleinen Niederlage vom Freitag, heute erneut angreifen. Das Ziel ist klar die 1,19 „big figure“. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass EUR/USD diese Marke heute testen wird. Spannend wird es vor allem sein, ob diese psychologische Grenze nachhaltig brechen wird. Sollte es den Long-Trader gelingen, den Kurs über 1,19 zu treiben, wird sich eine zusätzliche Dynamik auf der Oberseite entwickeln. Grund dafür sind die vielen Stop-Loss Marken, die darüber liegen. Wenn sie gezogen werden, wird der Euro frische Kraft entwickeln. Der nächste signifikante Widerstand befindet sich bei 1,1937. Hier kann der Kurs eine kleine Pause einlegen. Sollte dagegen die 1,19 „big figure“ erneut halten, kann es zu einer größeren Enttäuschung bei EUR/USD kommen. Wer konservativ orientiert ist, kann abwarten, wie sich der Kurs bei 1,19 verhält. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1843.

Chart zeigt Verlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Indizes

Aktienmärkte: Geht die Korrektur im Herbst ungebremst weiter?

Es riecht schon stark nach einer Ausweitung der Septemberkorrektur für die Aktienmärkte. Zumal die Woche nach dem großen September-Verfallstag historisch eine der schlechtesten im ganzen Jahr darstellt

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Es ist die erwartete Korrektur der Aktienmärkte am Laufen, vor allem die US-Techwerte kkamen unter Druck – und dennoch herrscht wieder einmal Staunen in bestimmten Kreisen über die Kehrtwende in einem Markt mit einem parabolischen Chart, weil eine Hausse einfach eine Hausse nährt und viele einfach dabei sein wollen.

Der Nasdaq 100 hat von seinem Hoch am 2.September mit 12.420 Punkten auf 10.936 Punkte (Freitagsschlusskurs) gerade mal 12 Prozent korrigiert. Nicht allzuviel nach einem 78-Prozent-Anstieg seit seinem Märztief. Da könnte eigentlich noch einiges kommen, bis zu seinem Aufwärtstrend bei 9500 Punkten, der 200-Tage-Linie.

Aktienmärkte: Die untrüglichen Anzeichen

Klar könnte es nach fünf Monaten in Folge von Gewinnen bei S&P 500 und Nasdaq auch einen sechsten Gewinnmonat geben, aber bei diesem August?

Der August 2020 war nicht nur der fünfte Anstiegsmonat in Folge, sondern für den S&P 500 der beste August seit 1986 und für den Nasdaq seit der Jahrtausendwende. Für eine Korrektur der Aktienmäkte sprach der beschleunigte, exponentielle Aufwärtstrend von Apple (plus 30 Prozent) und Tesla (plus 45 Prozent) binnen Monatsfrist, was bei weiteren Kurssteigerungen in kurzer Zeit zu völlig absurden Bewertungen geführt hätte. Beispiel Apple: Die Firma hatte zuletzt 137.000 Beschäftigte und machte im zweiten Quartal 2020 mit rund 60 Milliarden Dollar Umsatz elf Milliarden Dollar Gewinn. Dennoch wäre sie nach Börsenbewertung (über 2,2 Billionen Dollar in der Spitze) bereits unter den Top-10-Staaten der Welt, gemessen am BIP. Das Unternehmen wird nur deshalb so hoch bewertet, weil es mit so wenigen Beschäftigten so hohe Erlöse und Gewinne schafft. Von Tesla braucht man in diesem Zusammenhang nicht mehr zu schreiben. Deshalb habe ich bereits in Artikeln vom 12.8.  („Korrektur bei Big-Tech und Branchenrotation?“) und vom 31.8. („US-Aktienmärkte: Septembereinbruch oder Branchenrotation?“ auf eine notwendige Bereinigung hingewiesen.

Die Euphorie um die Aktiensplits bei Apple und Tesla hatte die Gier noch einmal angefacht, noch einige Call-Optionskäufer in den Markt gespült.

Der Versuchung gebührenfrei Aktien und Optionen an der Börse handeln zu können, sind im Jahr 2020 weitere Millionen RobinHoodies gefolgt. Die durchschnittlich 31 Jahre alten Neuspekulanten hatten Ende Juli ein Depot von 8500 Dollar im Schnitt, bewegt wurde aber im Optionsgeschäft ein Hebel von 26. Welche Summen, vor allem in Nasdaq-Werten da wohl bewegt wurden?

Aber waren auch andere Anzeichen nicht überdeutlich?

Die Firmeninsider in den USA, die schon mehrere Wochen auf der Verkäuferseite standen (Verhältnis Verkäufe – Käufe 5 zu 1 im Juli), der Bericht der UBS über die Milliardäre, die im März mit Krediten auf dem Aufschwung spekuliert hatten und die vor Kurzem Kredit- und Aktienpositionen abbauten, um die Gewinne u.a. in Immobilien zu stecken. Selbst deutsche „Directors Dealings“ sendeten Warnzeichen. Die Investmentfonds hatten ihre Investitionsquote um satte 40 Prozent verringert. Die Korrektur war auf kurze Sicht eine der am meisten Erwartete in der jüngeren Vergangenheit.

Fed-Sitzung und großer Verfallstag

In der letzten Woche gab es zwei Ereignisse, von denen man einen großen Volatilitätsschub hätte erwarten können. Bei der Sitzung der US-Notenbank versicherte Fed-Chef Jerome Powell einmal mehr, dass die (Leit)Zinsen auf lange Zeit tief bleiben werden. Bis zur Vollbeschäftigung (Maximum Employment) – was für ein Ziel in der jetzigen Lage der USA! Gleichzeitig bestätigte er die Strategie der Zentralbank, auch ein Überschießen der Inflation über die ominösen zwei Prozent hinaus akzeptieren zu wollen. Was für mich nichts anderes bedeutet, als dass die Fed die finanzielle Repression zum Zwecke des relativen Schuldenabbaus auf ein neues Level hebt, wie nach dem Zweiten Weltkrieg. Großes Risiko dabei: wenn die Inflation die Gütermärkte erreichen sollte.

Der dreifache Hexensabbat brachte keine großartigen Verwerfungen mehr für die Aktiemärkte, eigentlich wie schon seit Langem, denn die Bereinigungen finden in der Regel schon in der Vorwoche statt. Das Spannende an der Angelegenheit ist vielmehr die Frage, ob die zu zockwütigen Kleinanleger ihre Wetten auf steigende Kurse tatsächlich verlängern werden. Die nächsten Tage werden darüber etwas Aufschluss geben, sichtbar an einer weiteren Korrektur der Nasdaq-100-Werte – oder eben einem kleinen Rebound.

Die aktuelle Entwicklung

Wie erwähnt, vollziehen sich seit gut zwei Wochen Entwicklungen, die zum einen heftig (Nasdaq-Korrektur von 11 Prozent binnen drei Tagen) – und zum anderen relativ unbemerkt (Outperformance von Value zu Growth) vonstatten gehen. Die Hightech-Werte sind weiter am Schwächeln und aufgrund ihres Marktgewichtes haben sie den S&P 500 am Freitag zum Schlusskurs unter seine 50-Tage-Linie gezogen. Derweilen hat der Russel 2000 mit all seinen zurückgebliebenen Aktien den Leitindex weiter outperformt. Tech-Optimisten könnten jetzt eine Erkenntnis der Schweizer UBS ins Felde führen: Diese fand heraus, dass es in den vergangenen fünf Jahren bereits zahlreiche Korrekturphasen der Technologiewerte gegeben hat. Zumeist mit Rückschlägen von zehn bis 12 Prozent, die aber stets schnell wieder aufgeholt werden konnten.

Die Aktienmärkte allgemein sind derzeit etwas gefangen zwischen zwei gegenläufigen Faktoren. Da gibt es zum einen die weiterhin sprudelnde Liquidität von Notenbanken. Dazu die Stimulus-Maßnahmen der Regierungen, die, wenn es ernst wird, sofort Rettungspakete oder Sondermaßnahmen (Themen Insolvenzordnung, Kurzarbeit, Mieterschutz) verlängern. Dabei hat sich seit ein paar Wochen eine kleine Korrektur gezeigt an den Märkten – der moderate Wechsel von Growth zu Value. Zwar waren die Big Seven-Aktien für die Rally der Aktienmärkte verantwortlich mit ihrer Marktkapitalisierung von über sieben Billionen Dollar, die restlichen 493 Werte des S&P 500 bringen aber 21 Billionen Dollar auf die Waage. Also Branchenrotation und vielleicht ein bisschen Window Dressing zu Quartalsende?

Auf der anderen Seite gibt eine große Zahl an Entwicklungen, die für eine Korrektur sprechen:

Die steigende Zahl an Coronainfizierten, die zwar in der Masse sehr jung sind, die Staaten aber dazu bringen, sogar über Aufschwung-schädliche Lockdownmaßnahmen zu beraten oder diese gar zu verhängen (Beispiel Israel, Großbritannien). Also die Angst vor der zweiten Welle. Dann Aspekte wie die Unsicherheit vor der US-Wahl. Dazu kommen saisonale Vorgaben, die große Verkaufswelle der Insider, die Investitionszurückhaltung der Fondsmanager, die sich überall zeigende Abschwächung der Wirtschaftserholung (das asymmetrische V).

Insgesamt ist derzeit sehr viel Psychologie im Spiel, Anleger sehen die Warnsignale nach fünf Monaten Hausse der Aktienmärkte – und parallel dazu gibt es das absonderliche Glücksrittertum von Kleinanlegern, die mit ihren Hebeleinsätzen an die wundersame Geldvermehrung glauben.

Aktienmärkte: Was erwartet uns diese Woche?

In der kommenden Woche gibt es relativ wenige Konjunkturdaten auf der Agenda. Für die USA eigentlich nur die Auftragseingänge langlebiger Güter am Freitag. Anders für Deutschland: Am Mittwoch der für unsere Exportnation bedeutsame Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, aber noch wichtiger ist der Donnerstag, wenn das Ifo-Institut seinen Geschäftsklimaindex für den Monat September bekannt gibt. Gibt es den fünften Anstieg in Folge oder bereits einen kleinen Corona-bedingten Rücksetzer? Für mich ein sehr bedeutsames Datum, denn wer sollte sonst die Aussichten der Unternehmen in den nächsten Monaten besser beurteilen können, als 9000 Chefs von ihnen in einer zusammengefassten Indexzahl?

Das (noch) unterschätzte Risiko

Klar spekulieren die Aktienmärkte ständig über den Ausgang der US-Wahl mit seinen Kombinationen und deren wirtschaftlichen Auswirkungen: Trump oder Biden? Und wenn Biden, vielleicht mit einer Elisabeth Warden als Finanzministerin? Oder eine demokratische Kongressmehrheit? Aber das eigentlich Bedrohliche wäre doch ein anderes Szenario: Was würde bei einem knappen Wahlausgang passieren, den vor allem Donald Trump nicht akzeptieren würde? Könnte dies nicht sogar zu so etwas wie einer kleinen Staatskrise führen, mit möglichen bürgerkriegsänlichen Unruhen? Hat denn der Amtsinhaber nicht schon jetzt von einem möglichen illegitimen Wahlausgang gesprochen? Aktienmärkte hassen Unsicherheit: eine derartige, nicht unmögliche Zuspitzung, würde ordentlich Sand ins Börsengetriebe streuen – zumindest für eine gewisse Zeit.

Fazit

Es riecht schon stark nach einer Ausweitung der Septemberkorrektur für die Aktienmärkte. Zumal die Woche nach dem großen September-Verfallstag historisch eine der schlechtesten im ganzen Jahr darstellt. Ein wichtiges Zünglein an der Waage werden weiterhin die vielen Call-Spekulanten spielen, die mit gehebelten „Zocks“ ständig für Nachkäufe der Aktien sorgen. Aber es gibt bereits einen überraschend starken Anstieg an Put-Optionen in der vergangenen Woche, wie es die  CoT-Daten signalisieren (nun auf einem Niveau wie im Jahr 2008).

War eigentlich klar, dass es im Verlauf der Woche nicht zur erwarteten Katastrophe mit dem Auslaufen der Septemberkontrakte kam. Das Erwartete führt an der Börse praktisch nie zur Katastrophe, das verbietet das Grundprinzip der Aktienmärkte. Dies kommt für gewöhnlich (auf Tagessicht) überraschend, mit oft banalen Auslösern – aber davon haben wir doch auch genug in der nächsten Zeit..

Es riecht stark nach einer Ausweitung der Septemberkorrektur für die Aktienmärkte

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