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Märkte

Öl: So „erschütternd“ ist der Nachfrageeinbruch laut IEA

Claudio Kummerfeld

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am

Beispielbild für einen Öl-Tanker

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat soeben ihren Ölmarktbericht für April veröffentlicht. Darin präsentiert sie Daten zum Nachfrageeinbruch bei Öl für den Monat April, aber auch für das Gesamtjahr 2020. Die IEA spricht von einem „erschütternden“ Einbruch der Nachfrage. Wir erwähnten vorhin schon in unserem aktuellen Kommentar zur Lage am Öl-Markt, wie wichtig diese IEA-Veröffentlichung sein könnte. Schauen wir nun genauer auf die Details.

29 Mio Barrels pro Tag Nachfrageeinbruch

Alleine im April breche die Nachfrage nach Öl weltweit um 29 Millionen Barrels pro Tag ein im Vergleich zu April 2019! Im Juni werde es noch ein Rückgang von 15 Mio Barrels pro Tag sein. Selbst wenn die Weltwirtschaft im Laufe des Jahres wieder hochgefahren werde, so erwartet die IEA im Jahresdurchschnitt 2020 einen Nachfragerückgang von 9,3 Millionen Barrels pro Tag im Vergleich zu 2019. Man bedenke: Der harte Kern der Fördermengenkürzung der OPEC+ (hier die Details) liegt bei 9,7 Mio Barrels pro Tag an Kürzungsmenge – aber nur für die Monate Mai und Juni. Danach sinken die Kürzungsmengen bis Jahresende auf 7,7 Mio Barrels pro Tag. Da muss man sich also schon darauf verlassen können, dass OPEC und Russland sich konsequent an die Kürzungen halten. Und man muss daran glauben, dass auch externe Partner und kaputte Fracking-Buden in den USA weniger Öl fördern, wodurch das globale Gleichgewicht in den nächsten Monaten wieder hergestellt werden könnte.

200 Millionen Kauf in die strategischen Öl-Reserven?

Zusätzlich zu Kürzungszusagen und Kürzungen bei US-Frackern (aufgrund des Ölpreis-Crash) hoffen viele Öl-Bullen auch, dass die IEA heute verkünden würde, dass einige Länder ihre eigenen „strategischen“ Öl-Reserven jetzt wegen dem niedrigen Ölpreis günstig auffüllen. Ein Kauf von insgesamt 200 Millionen Barrels durch einige Länder stand im Raum. Das ist eine ganz wichtige Hoffnung, damit der Preis für Öl steigen kann. Und was sagt die IEA dazu aktuell? Einige Länder wie die USA, Südkorea, Indien und China würden darüber nachdenken ihre strategischen Reserven aufzustocken. Aber man warte aktuell noch auf konkrete Aussagen. Wenn diese Aufstockungen der strategischen Reserven geschehe, könne es sich um Volumen von bis zu 200 Millionen Barrels an Öl handeln, die ca in den nächsten drei Monaten gekauft werden könnten. Dies könne pro Tag 2 Millionen Barrels Öl vom Markt nehmen, so die IEA. Tja, also hat die IEA hierzu noch keine definitiven Aussagen zu verkünden. Aber die Größenordnung stimmt schon mal. Der Ölpreis scheint aktuell wenig begeistert zu sein. Mit aktuell 19,48 Dollar notiert der WTI-Ölpreis derzeit sogar ein paar Cents schwächer als kurz vor der Veröffentlichung der IEA.

Hoffnung

Aber die IEA bietet den Öl-Bullen auch einen Hoffnungsschimmer. So sagt sie, dass falls die Produktion nun stark zurückgehe, und einiges an Öl in den strategischen Reserven verschwinde, und sich die Nachfrageseite erhole, dann könne es sein, dass in der zweiten Hälfte des Jahres die Nachfrage nach Öl das Angebot überschreite. Also, sehen wir im zweiten Halbjahr (oder schon vorher?) eine Kehrtwende beim Ölpreis? Wichtig in den Aussagen der IEA finden wir auch die Aussage, dass das weltweite Angebot an Öl im Mai nicht um 9,7, sondern um 12 Mio Barrels pro Tag sinken werde. Und noch ein bisschen Hoffnung: Die Maßnahmen, welche die OPEC+ und die G20-Staaten ergriffen hätten, würden den Öl-Markt zwar nicht in Windeseile ausbalancieren. Aber man senke damit das Peak des Angebotsüberhangs und erhöhe die strategischen Reserven – das helfe diesem komplexen System das Schlimmste dieser Krise aufzufangen, deren Konsequenzen für den Markt kurzfristig weiterhin sehr unklar seien. Also, das Fazit? Kurzfristig ist die Lage desaströs, aber es gibt etwas Hoffnung für das zweite Halbjahr.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Torsten

    15. April 2020 15:10 at 15:10

    Am 1.5 beenden die USA Corona und dann fahren die Leute Auto wie noch nie und tanken bis die Kreditkarte glüht.
    Könnte der Irak nicht eine Rakete nach Saudi Arabien senden, dann gebe es weiteres Potential.

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Finanznews

Aktienmärkte: Tech-Aktien wieder schwach – Zufall? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Auch heute sind es wieder die relativ schwachen Tech-Aktien, die die amerikanischen Aktienmärkte belasten. Ist das Zufall? Oder vielmehr eine Folge der Ent-Hebelung, die nun am großen Verfallstag seine Fortsetzung findet? Die große Frage ist und bleibt: wieviel der Ent-Hebelung hat bereits stattgefunden? Die Optionen auf US-Aktien verfallen heute um 22Uhr – die Folgewirkungen des Verfalls könnten dann aber vor allem Anfang nächster Woche auf die Aktienmärkte wirken. So oder so: value-Aktien laufen gegenüber growth-Aktien so gut wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr – die Rotation raus aus den Tech-Werten geht also weiter. Derzeit viel stärker – auch das wohl kein Zufall – ist im Vergleich zum Nasdaq der Dax..

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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