Am 10. Januar hatten die USA harte Sanktionen verhängt gegen russische Firmen, die ein Viertel der Öl-Exporte über den Seeweg verantworten. Entsprechend zog der Ölpreis unlängst an. Weltweit geht offenkundig die Angst um von China bis nach Indien. Niemand möchte offenbar mit Firmen in Kontakt kommen, die von den USA sanktioniert werden, sonst könnte man selbst ins Visier des zuständigen US-Finanzministeriums geraten? Entsprechend sehen wir aktuell, wie die Preise für Öl-Lieferungen von Russland nach China in kürzester Zeit explodieren!
Russland-Öl ESPO: Transportkosten nach China verdreifacht
Die Kosten für den Transport von russischem ESPO-Rohöl nach China haben sich mehr als verdreifacht, nachdem die USA letzte Woche aggressive Sanktionen gegen die Ölindustrie Moskaus verhängt haben. Bloomberg meldet: Laut Händlern dürften die Preise noch weiter steigen. Die Frachtkosten für den Transport von ESPO-Öl vom Hafen Kozmino in Russland Richtung China stiegen am Montag sprunghaft auf 5 bis 5,5 Millionen US-Dollar, verglichen mit 1,5 Millionen US-Dollar vor den Sanktionen, so mit der Route vertraute Händler, die nicht genannt werden wollten, da es sich um eine sensible Angelegenheit handelt.
Die USA haben ihre Sanktionen auf Tanker ausgeweitet und zwei russische Unternehmen ins Visier genommen, die mehr als ein Viertel der seewärtigen Exporte der OPEC+-Produzenten abwickeln, sowie Versicherer und Händler. Die auf die schwarze Liste gesetzte Schiffsflotte transportierte laut der Internationalen Energieagentur im Jahr 2024 rund 22 % des auf dem Seeweg verschifften Rohöls. Diese neuen Sanktionen gegen Russland hatten sofortige Auswirkungen: Laut Schiffsverfolgungsdaten liegen Schiffe mit Ladungen von ESPO-Öl und einer anderen russischen Sorte – Sokol – vor der chinesischen Küste im Leerlauf. ESPO ist aufgrund der kurzen Transportentfernung ein Favorit der chinesischen Raffinerien.
Die meisten Tanker, die die Route zwischen Kozmino und China befahren, sind Aframax-Tanker mit einer Kapazität von 750.000 Barrel. Schon vor den jüngsten US-Sanktionen gegen Russland waren die Häfen in der chinesischen Provinz Shandong nach einer Warnung eines großen Terminalbetreibers vorsichtig, wenn es um den Umschlag von sanktionierten Tankern ging. In Shandong sind die meisten unabhängigen Raffinerien Chinas ansässig.
FMW/Bloomberg
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Ist das nicht ein Denkfehler die Kosten in U$ anzugeben, wenn die Länder längst auf ihre eigenen Währungen umgestiegen sind? Zeigt es nicht sogar den weiteren Verfall des US Dollar?
Die Frage ist der Denkfehler. Man darf die Entfernungen in den USA in km rechnen, die Amerikaner würden das selbst aber in Meilen tun. Mit dem richtigen Tacho kommt trotzdem das Richtige heraus.