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Öl: was bewegt den Markt?

FMW-Redaktion

Besonders am Öl-Markt gilt: nichts ändert sich so schnell wie die Lage: nach dem Doha-Treffen der erwartbare Abverkauf, dann ein heftiger Anstieg, weil in Kuwait Öl-Arbeiter streikten und so die Produktion des Landes von drei Millionen Barrel pro Tag auf 1,1 Millionen Barrel reduzierte. Das war der wesentliche Treiber für die Erholung nach dem Doha-Abverkauf – mit dem Ende des Streiks entfällt dieses Motiv nun – der Ölpreis daher mit einem deutlichen Minus, das gehandelte Volumen war außerordentlich hoch.

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Vor dem Ende des Streiks hatte der kuwaitische Ölminister Anas Al Saleh bei einem kuwaitischen Fernsehsender angekündigt, das Gespräch mit den Arbeitern zu suchen. Wenig später dann war der Streik beendet, wie die Gewerkschaft der Streikenden über Twitter mitteilte – man kann vermuten, dass das eine oder andere Geldgeschenk bzw. eine Lohnerhöhung die Streikenden zur schnellen Rückkehr an ihre Arbeitsplätze bewegt hat. In einem Statement der kuwaitischen Ölgewerkschaft heißt es, man habe gezeigt, wie wichtig man sei für die kuwaitische Wirtschaft. Faktisch aber haben die Streikenden sogar die globalen Fiannzmärkte bewegt: der Ölpreis steig mit ihrem Streik, das war die Vorlage für die Rally an den westlichen Aktienmärkten. Kuwait ist immerhin der viertgrößte Öl-Produzent der OPEC – im Vergleich zu den Saudis aber nur „ein kleiner Fisch“.

Wie geht es jetzt weiter beim Öl? Die gestrigen API-Bestände mit einem Anstieg von 3,1 Millionen Barrel (Prognose war 2,4 Millionen), dass der Markt nach wie vor überversorgt ist. Heute die offiziellen Lagerbestände um 16.30Uhr – auch hier wird ein Anstieg der Lagerbestände prognostiziert (Prognose: drei Millionen Barrel, beim Benzin ein Rückgang von 1,5 Millionen Barrel; wie immer die Daten bei finanzmarktwelt.de kurz nach 16.30Uhr).

Am Markt setzt sich derzeit die Auffassung fest, dass der Ölpreis seinen Boden gefunden habe. Man erwartet Preise für Brent-Öl zwischen 45 und 55 Dollar – geht also von einer weiteren Stabilisierung aus, ohne dass der Preis in alte Höhen zurück kehren würde. Dafür spricht, dass nach dem gescheiterten Treffen in Doha nun mehr und mehr Länder ihre Produktion erhöhen – oder zumindest ankündigen, das zu tun. So etwa Russland, das seine Produktion um 100.000 Barrel pro Tag erhöhen will – und angekündigt hat, seine Bemühungen über ein koordiniertes Vorgehen der Öl-produzierenden Länder nach der Enttäuschung von Doha einzustellen.

Gegen eine größere Bewegung nach oben beim Ölpreis spricht auch, dass dann die US-Fracker wieder ihre Produktion aufnehmen würden – womit das Angebot weiter stiege. Insgesamt aber ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sicher Ölpreis stabilsiert – kein großer Abverkauf mehr unter die 35-Dollar-Marke, kein neuer Höhenflug über 55 Dollar…



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