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Aussagen von Goldman Sachs Ölexporte aus Persischem Golf sollen zwei Drittel des Vorkriegsniveaus erreicht haben

Straße von Hormus
Straße von Hormus. Foto: Bloomberg

Die Ölexporte aus dem Persischen Golf haben sich nach Angaben von Goldman Sachs auf rund zwei Drittel des Vorkriegsniveaus erholt, was die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die weltweiten Rohölpreise begrenze. Die gesamten Exporte von Rohöl und Ölprodukten aus der Region seien auf 15 Millionen bis 16 Millionen Barrel pro Tag gestiegen, so erklären es heute laut Bloomberg die Goldman-Analysten um Daan Struyven und Yulia Zhestkova Grigsby. Dazu hätten mehr Durchfahrten durch die Straße von Hormus beigetragen. Die Exporte liegen der Bank zufolge weiterhin 7 Millionen bis 8 Millionen Barrel unter dem Niveau vor dem Konflikt, aber deutlich über dem Tiefstand von 5 Millionen bis 6 Millionen Barrel pro Tag im März.

Ölexporte: 8 bis 10 Millionen Barrel pro Tag durch Hormus

Allein die Öltransporte durch die Straße von Hormus liegen laut Goldman wahrscheinlich nahe an den von US-Offiziellen geschätzten 8 Millionen bis 10 Millionen Barrel pro Tag. “Der Anstieg der nicht sichtbaren Durchfahrten spezialisierter Transportunternehmen und der Umladungen von Schiff zu Schiff zeigt, dass sich Produzenten und Transportunternehmen an den Konflikt im Nahen Osten anpassen”, erklärte Goldman. Höhere nicht sichtbare Ölströme könnten “den Aufwärtsdruck auf die Rohölpreise dämpfen, selbst wenn die Störungen im Nahen Osten länger anhalten”, hieß es.

Wie viel Öl durch die Straße von Hormus transportiert wird, lässt sich schwer abschätzen, da Tanker häufig ihre Satellitentransponder ausschalten, um nicht entdeckt zu werden. Diese Praxis wird als “going dark” bezeichnet. Von Händlern hatte Bloomberg in dieser Woche erfahren, pro Tag passierten etwa 6 bis 8 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge. Die Exporte tragen dazu bei, die weltweiten Ölpreise in Schach zu halten. Diese sind von mehr als 120 Dollar je Barrel im April auf rund 89 Dollar gefallen.

Die Schätzung der Händler umfasst nur Öl, das durch die Straße von Hormus transportiert wird. Einige saudi-arabische Exporte, die über das Rote Meer erfolgen, sind darin nicht enthalten. Während große Mengen Öl den Persischen Golf verlassen, sind die Ströme von Flüssigerdgas und raffinierten Kraftstoffen geringer. “Wir sehen bei anhaltenden Störungen weiterhin ein größeres Aufwärtspotenzial für die europäischen Erdgaspreise und die Preise von Ölprodukten mit späterer Lieferung als für Rohöl”, erklärte Goldman.

Kommentar

Saudis und VAE können über Pipelines die Straße von Hormus teilweise umgehen, was für viel Linderung der Ölknappheit sorgt. Auch gehen wie gesagt viele Öltanker „offline“ bei der Durchquerung der Meerenge. Dazu sollte man annehmen: Viele Länder vor allem in Asien, wo große Teile des Rohöls aus dem Nahen Osten abgenommen werden, sind gerade dabei sich unabhängiger aufzustellen. Ein Beispiel ist derzeit Thailand. Ölimporte aus anderen Bezugsquellen sichern und deutlich mehr auf Erneuerbare Energien und Atomkraft setzen – das dürfte für viele asiatische Abnehmer die zukünftige Marschroute sein. Deswegen dürfte die Straße von Hormus zukünftig an Wichtigkeit verlieren, wenn dies auch nicht über Nacht möglich ist.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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4 Kommentare

  1. Die Frage wird dadurch beantwortet, wenn man den Stand der Reserven beobachtet.
    Sinken die Reserve weltweit, kommt nicht genug Öl auf dem Markt.
    Dann explodiert der Preis irgendwann.
    Wenn die Reserven nicht weiter sinken wird das Thema nur genutzt um den Preis hoch zu halten, was vielen Fracking – Firmen gerade recht sein dürfte, da Preise unter 70 Dollar für diese Firmen nicht ausreicht.

  2. Somit besteht im Zusammenhang mit der deutschen Industrie weiterhin Handlungsbedarf beim Erdgaspreis, sowie beim Preis für veredeltes Rohöl.

  3. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Wir können nur spekulieren was durchgeht und was nicht…

    Fakt ist…. der Ölpreis ist gestiegen…ob die Exesse zu Kriegsbeginn berechtigt waren oder nicht wird die Zukunft zeigen…

    Im historischen Kontext liegen die Ölpreise jetzt nicht mehr so hoch wie im Sommer 08…aber die destillierten Produkte…Benzin und Diesel…und das ist für die Inflation entscheidend…

  4. November/Dezember 2026 wird interessant werden.

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