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Ölkrise: Shutdown in der Nordsee

FMW-Redaktion

Die Produzenten in britischen Öl- und Gasfeldern in der Nordsee fahren ihre Investitionen verständlicherweise drastisch zurück. Die Dimension der Auswirkung der Ölkrise wird deutlich anhand der heute veröffentlichten Zahlen des Branchenverbands Oil and Gas UK. Die Investitionen der Branche in die Nordsee-Förderung schrumpfen von durschnittlich 8 Milliarden Pfund in den letzten fünf Jahren auf jetzt nur noch 1 Milliarde – immerhin -88%. Die jährlichen Gesamtkosten der Branche werden für dieses Jahr mit 9 Milliarden Pfund angegeben – letztes Jahr waren es noch 11,6 Milliarden, 2014 noch 14,8 Milliarden Pfund.

Eine andere Zahl veröffentlicht von „Oil and Gas UK“ klingt fast unglaublich. Entgegen Zahlen aus 2014 von 29 Dollar und 2015 von 20,95 Dollar sollen die operativen Kosten der Förderer (im Schnitt) jetzt nur noch bei 17 Dollar pro Barrel liegen. Hurrraaaaaaaa, dann könnten dort ja neue Felder aufgemacht werden ohne Ende, das wäre ja sensationell – offshore über Plattformen Öl fördern für 17 Dollar Kosten pro Barrel – haleluja! Hier im Original:

„Oil & Gas UK’s latest report on the activities of exploration and production companies operating in the UK Continental Shelf (UKCS) charts the industry’s progress in the pursuit of competitiveness. Sector-wide action has pushed unit operating costs down by a third from an average of $29.30/barrel of oil equivalent (boe) in 2014 to $20.95/boe in 2015, aided by a 10 per cent rise in oil and gas production – the first in 15 years. Costs are expected to fall by a further 20 per cent this year to around $17/boe, representing a 42 per cent improvement in just two years.“

Das ist wie gesagt ein Durschnittswert. Denn gleichzeitig wird erwähnt, dass 43% aller britischen Ölfelder in der Nordsee im Verlust produzieren, wenn der Ölpreis das ganze Jahr über im Bereich um die 30 Dollar bleibt. Der Gesamtertrag aus allen Feldern ist wg. des niedrigen Ölpreises natürlich gesunken, die gesamte Fördermenge ist aber jüngst aufgrund des Anlaufens neuer Felder zum ersten Mal seit 15 Jahren leicht gestiegen, was aber wohl nicht lange anhalten wird. Bei 43% defizitärer Felder dürfte ein großer Shutdown nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die neuen profitableren Felder mit 17 Dollar Förderkosten laufen dann weiter und pumpen wohl was das Zeug hält (wenn die Zahl 17 denn stimmt). Und, ohhh Erstaunen, ohhh Erstaunen, die Branche ruft nach Hilfe von Staatsseite, die Steuern sollen drastisch gesenkt werden, Zitat:

„The industry currently pays special taxes at a headline rate of 50 per cent (67.5 per cent for fields paying PRT). A significant permanent reduction in those rates is now urgently needed, a move which would be consistent with HM Treasury’s ‘Driving Investment’ plan for fiscal reform. This should be combined with additional measures to help unlock the late-life asset market and encourage exploration by permanently removing the special taxes from all discoveries made over the next five years. Finally, improving the effectiveness of the Investment Allowance would stimulate activity in the short term and attract fresh investment.“



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1 Kommentar

  1. Immer wieder dieses Sozialisierungsgeschrei – ekelhaft.

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