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Märkte

Ölpreis fällt – was ist hier los? Die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis fällt seit gestern Mittag. Bis dahin wurde er gepusht durch zwei Faktoren. Als da wären die überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten vom letzten Freitag, und die Einigung der OPEC und ihrer Partner vom letzten Samstag, die Fördermengenkürzung über 9,7 Millionen Barrels pro Tag von Ende Juni bis Ende Juli zu verlängern. Beides ist bullisch für den Ölpreis. Dennoch ist er vom Hoch bei 40,40 Dollar (WTI-Preis) Montag früh bis auf 37,08 Dollar heute früh gefallen. Aktuell notiert der Preis bei 37,91 Dollar.

Ölpreis legt Pause ein

Einige Analysten nennen den jüngsten Rückgang im Ölpreis eine Art von Konsolidierung. Man kann auch Durchschnaufen dazu sagen. Denn man bedenke, dass der Ölpreis im April am Terminmarkt sogar deutlich ins Negative rutschte. Aufgrund des Auslaufens eines Terminkontrakts kam es zu einer einmaligen Panik-Situation. Seitdem hat sich der Preis erholt, von quasi wertlosem Öl in nur sechs Wochen auf jetzt gut 38 Dollar. Dass bei so einem schnellen Anstieg im Ölpreis endlich mal eine Pause notwendig ist auf dem Weg nach oben, ist gut nachvollziehbar.

Ölpreis seit Anfang April im Kursverlauf

Ein kleines wichtiges Detail gilt es zu beachten. Zwar verlängerten die OPEC und ihrer Partner am Samstag die Fördermengenkürzungen. Aber gleichzeitig gaben die Saudis und zwei ihrer Nachbarn bekannt, dass man bisher durchgeführte freiwillige zusätzliche Mengenkürzungen nicht in den Juli hinein verlängern wolle. Damit würde die Angebotsmenge um mehr als 1 Million Barrels pro Tag steigen. Das könnte mit ein Grund dafür sein, warum der Ölpreis derzeit etwas schwächelt. Aber halt. Saudis, Russen, Fracker… eigentlich alle Öl-Förderer wollen, ja brauchen dringend immer weiter steigende Preise. Daher muss man nun alles tun, um die Bullen am Terminmarkt nicht zu verschrecken. Und ohhh Wunder, so gibt es nun die Info aus Saudi-Arabien, dass das Land diese ansteigende Produktion von gut 1 Million Barrels pro Tag nicht auf den Weltmarkt werfen wolle. Diese zusätzliche Produktion sei für den saudischen Markt gedacht. Ob so eine Info den Markt beruhigen kann?

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Ölpreis schaut auch auf den Aktienmarkt

Auch darf man nicht vergessen, dass der Ölpreis dieser Tage stark mit dem Aktienmarkt korreliert. Steigen die Aktien kräftig an, weil man an eine weltweite konjunkturelle Erholung glaubt, dann läuft auch der Ölpreis nach oben. Denn mehr konjunkturelle Aktivität bedeutet auch mehr Nachfrage nach Öl. Im folgenden Chart sehen wir seit Ende Januar den Ölpreis in rot-grün, im Vergleich zum Dow 30 auf CFD-Basis in blau. Beide verlaufen ganz grob betrachtet parallel. Beide leben von der Hoffnung auf eine wieder anspringende Konjunktur, und beide sind aktuell etwas am Schwächeln. Tja, nur Konsolidierung, oder doch ein Trendwechsel? Das ist hier die Frage.

Ölpreis im Vergleich zum Dow seit Januar

API, EIA und ein Analystenkommentar

Heute Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit werden in den USA die privat ermittelten API-Daten für die Öl-Lagerbestände veröffentlicht. Sie werden wie immer eine Indikation sein für die offiziellen Daten der US-Behörde „EIA“ morgen um 16:30 Uhr. Beide Daten können wie üblich den Ölpreis beeinflussen. Ipek Ozkardeskaya von Swissquote vertritt derzeit die Meinung, dass WTI-Rohöl sich in der Nähe von 38 Dollar pro Barrel stabilisiert, nachdem anständige Gewinnmitnahmen die Erholung unter die 40-Dollar-Marke nach der OPEC+-Entscheidung, das Angebot weiter zu drosseln, gekappt haben. Eine mögliche Verschlechterung der Risikostimmung könnte eine tiefere Abwärtskorrektur bei Aktien und im Ölpreis begünstigen, aber der Preisrückgang an den Ölmärkten könnte für Anleger, die auf eine allmählich verbesserte globale Nachfrage setzen, wenn Unternehmen und Reisen wieder auf den richtigen Weg kommen, eine interessante Gelegenheit zum Dip-Buying darstellen, so Ipek Ozkardeskaya.

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände +4,4 Mio Barrels (jetzt 486,6 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 486,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 4,4 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -1,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit -0,3 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +2,8 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +2,6 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-0,3 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit -7 Cents bei 52,43 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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