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Märkte

Ölpreis mit Hausse bis auf 60 Dollar im WTI – mehrere Gründe!

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis ist weiter am Steigen. Was ist aktuell der Grund? Die Lagerbestände für Rohöl in den USA bewegten Dienstag Abend und gestern Nachmittag den Ölmarkt! Die offiziellen Lagerbestände der US-Energiebehörde EIA waren gestern im Wochenvergleich um 12,8 Millionen Barrels rückläufig. Das ist der stärkste Rückgang seit drei Jahren!

Ölpreis kratzt an 60 Dollar-Marke

Man schaue auf den gestrigen Chart im WTI-Ölpreis. Als die Lagerbestände vermeldet wurden, schoss WTI von 59,24 auf bis zu 59,90 Dollar. Man kratzte also an der 60 Dollar-Marke (Chart seit 17.  Juni). Bis jetzt konnte der Markt das Niveau nicht halten, und der WTI-Ölpreis fiel wieder zurück auf Kurse um die 59 Dollar. Ist dies ein Rückschlag für die Bullen? Nicht wirklich. Denn man bedenke bitte, dass die Dienstag Abend vermeldeten API-Lagerbestände bereits den starken offiziellen Anstieg der Lager vorweg genommen hatten. Direkt vor den API-Daten lag der Ölpreis noch bei 57,80 Dollar. Also liegen wir jetzt immer noch 1,20 Dollar höher dank der gesunkenen Lagerbestände!

Ölpreis WTI seit 17. Juni

Mehrere Gründe

Aber nur die Lagerbestände allein sorgen ganz aktuell nicht für den hohen Ölpreis. Auch andere Details helfen den Bullen derzeit. So ist die Fördermenge der USA in den letzten beiden Wochen von 12,3 auf 12,1 Millionen Barrels gesunken. Das hilft natürlich. Und auch wichtig ist, dass die Energiebehörde EIA gestern vermeldete, dass die US-Exporte von Rohöl ein Allzeithoch erreicht haben. Insgesamt waren die USA ein Netto-Öl-Exporteur von 676.000 Barrels in der letzten Woche. Ein wahnsinnig bullisches Signal für den Ölpreis! Denn während die US-Fördermenge sinkt, steigen die Exporte. Somit ist die Angebotsmenge in den USA rückläufig, was natürlich letztlich in den sinkenden Lagern ablesbar ist.

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In Europa wenig beachtet, aber in den USA um so mehr: In Philadelphia ist die größte Öl-Raffinerie an der Ostküste beheimatet (Verarbeitung von 335.000 Barrels pro Tag). Sie ist durch einen Brand in der letzten Woche offenbar irreparabel beschädigt worden. 1.000 Mitarbeiter sollen nun entlassen werden, und der Eigentümer Philadelphia Energy Solutions plant laut Berichten nun den Verkauf der Anlage.Wie der Betreiber nun mitteilte, wird sie wohl für lange, sehr lange Zeit ausfallen. Damit verstärkt sich die Angebotsverknappung an der Ostküste noch mehr!

Alle Augen auf G20 und OPEC

In Sachen Iran-Krise ist aktuell Ruhe. Aber nun steht am kommenden Wochenende der G20-Gipfel in Japan an. Ob dabei für eine Bewegung im Ölpreis wirklich etwas hängen bleibt? Fraglich! Aber am Montag tagt die OPEC. Dann am Dienstag tagt sie mit ihren Verbündeten, vor allem Russland. Es ist durchaus wahrscheinlich (wenn noch keinesfalls sicher), dass man die Fördermengenkürzungen, die jetzt auslaufen, bis Jahresende verlängert. Wenn nicht, wohin könnte der Ölpreis dann steigen? Puhhhh, gute Frage!

Öl-Raffinerie Beispielfoto - steigender Ölpreis?
Beispielbild einer Öl-Raffinerie. Hier zu sehen die Anlagen von Exxon Mobil in Baton Rouge, Louisiana, USA. Foto: WClarke CC BY-SA 4.0

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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