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Ölpreis kräftig abgestürzt – Blick auf Corona anstatt auf OPEC oder Lager

Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis ist übel abgestürzt! WTI-Öl fiel gestern von über 71 Dollar auf 65,60 Dollar im Tiefpunkt. Bis heute Vormittag hat sich der Markt nur leicht erholt auf 66,64 Dollar. Es war schon ein schneller und deutlicher Abrutscher. Noch letzte Woche Mittwoch notierte der WTI-Ölpreis über 75 Dollar. Die Einigung der OPEC vom letzten Wochenende auf mehr Fördermenge in den nächsten Monaten (jeweils +400.000 Barrels pro Monat mehr) verursachte die ersten Verluste.

Dann gestern der massive Absturz – das war zu größten Teilen die Angst vor den aktuell zunehmenden Corona-Infektionen. Je mehr Infektionen, desto höher die Wahrscheinlichkeit neuer weltweiter Restriktionen. Und das wiederum würde die wirtschaftliche Erholung gefährden, was wiederum die ansteigende Nachfrage nach Öl erlahmen lässt – Gift für den Anleger, der auf einen weiter steigenden Ölpreis gehofft hatte!

Ölpreis fällt zusammen mit Aktienmarkt wegen Corona-Angst

Im folgenden Chart, der bis zum 9. Juli zurückreicht, sieht man es sehr gut. Hier sehen wir den WTI-Ölpreis als CFD im Vergleich zum S&P 500 Index-Future. Ölmarkt und Aktienmarkt stürzten in gut erkennbarer Korrelation gleichzeitig ab in Sorge um zunehmende Corona-Infektionen und mögliche neue Restriktionen, welche die Konjunktur abwürgen könnten (hier dazu das aktuelle Video von Markus Fugmann). Es war also kein Absturz im Ölpreis, der wegen spezifischen Gründen stattfand, die sich nur auf den Ölmarkt bezogen. Es war eher umgekehrt. Eine allgemeine Angst griff am gesamten Kapitalmarkt um sich, die sich dann auch deutlich im fallenden Ölpreis zeigte.

Schwächend für den Ölmarkt kommt noch hinzu, dass der US-Dollar seit letzter Woche Donnerstag durchgehend am Ansteigen ist. Wir hatten es gestern thematisiert. In unsicheren Zeiten flüchtet sich der Anleger in Sicherheit, und da bietet sich der US-Dollar als globale Leitwährung bestens an. US-Dollar und Ölpreis stehen in der Regel in perfekter negativer Korrelation. Und so drückt nun auch der gestiegene US-Dollar gegen den Ölpreis.

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Blick auf Corona und weniger auf Lagerdaten

Im April 2020 notierte der Ölpreis am Terminmarkt noch im negativen Bereich, und bis 6. Juli 2021 wurde mit fast 77 Dollar der Hochpunkt erreicht. Was für ein grandioser Anstieg. Von daher kann man als langfristiger Öl-Bulle auch mal froh sein, dass der Ölpreis „endlich mal“ nach unten durchschnauft? Ist das für Öl-Bullen jetzt schon ein Niveau für neue Einstiege? Derzeit ist der gesamte Kapitalmarkt nervös. Jetzt zählen wohl von Tag zu Tag einzelne Meldungen über rückläufige oder ansteigende Corona-Infektionen überall auf dem Planeten. Und dementsprechend können dann Aktienmärkte und der Ölpreis schnell nervös auf und ab springen. Die heute und morgen anstehenden Daten für die US-Lagerbestände für Rohöl dürften derzeit zwar auch wichtig sein, aber dank der Corona-Angst etwas weniger wichtig als normal.

Chart vergleicht Ölpreis mit S&P 500 Future
TradingView Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis im Vergleich zum S&P 500 Index.



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