Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis mit merkwürdigem Absturz am Freitag – jetzt Long einsteigen?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis (WTI) war ab Freitag Punkt 16 Uhr deutscher Zeit von 57,50 auf 55,55 Dollar gefallen, und das in nicht mal zwei Stunden. Was war passiert? Um 16 Uhr gab es letzten Freitag nur ein Ereignis, welches Kurse beeinflussen konnte. Es war der amerikanische „ISM-Index Gewerbe“, der mit 54,2 Indexpunkten nur leicht schwächer ausgefallen war als erwartet (Prognose 55,5).`

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

ISM-Index war alleine schuld?

Also glaubt man an eine abschwächende Konjunktur und somit weniger Ölnachfrage? Was beweist uns das? Wie nervös der Ölmarkt derzeit ist? Offensichtlich! Denn so ein dramatischer Einbruch ist das nicht, und wirklich 100% weltbewegend ist der ISM-Index auch nicht – auch wenn er wichtig ist! Aber dieses Ereignis soll gleich 2 Dollar im Ölpreis kosten? Das ist schwer zu glauben. Wahrscheinlicher ist, das ALGOS (automatische Computerprogramme) den Ölpreis nach den Daten etwas runterdrückten, und dadurch womöglich Anschluss-Verkäufe auslösten. Oben drauf kamen vielleicht noch Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende.

Jetzt lautet die Frage: Bieten sich aktuell Einstigskurse für alle Trader, die diesen Absturz als viel zu übertrieben ansehen? Vom Freitags-Tief bei 55,55 Dollar ist der WTI-Ölpreis bis jetzt wieder leicht gestiegen auf 56,26 Dollar. Also ist immer noch Luft nach oben vorhanden um das alte Niveau bis 57,50 Dollar zu erreichen? Hat sich sonst etwas getan seit Freitag Nachmittag?

Aktuelle Argumente für steigenden Ölpreis

Aktuell macht die OPEC den Öl-Bullen weiter Hoffnung. Addiert man aktuelle Schätzungen von Terminhändlern zu den bisherigen Kürzungen der OPEC aus Januar (-797.000 Barrels pro Tag), dann könnte die OPEC bis Ende Februar ihr im letzten Herbst veröffentlichtes Gesamtziel von -1,2 Million Barrels pro Tag bereits erreicht haben. Offiziell erfahren wir dies von der OPEC am 14. März.

Aktuelle Argumente für fallenden Ölpreis

Die USA haben ihre Fördermenge zuletzt weiter ausgebaut, innerhalb einer Woche von 12 auf 12,1 Million Barrels pro Tag. Außerdem hat die kanadische Provinz Alberta, wo hauptsächlich die kanadische Ölförderung stattfindet, jüngst die maximal zulässige Produktionsmenge aus Januar für den Monat April um 100.000 auf 3,66 Millionen Barrels pro Tag erhöht.  Diese beiden Faktoren sprechen eher für fallende Kurse.

Und jetzt?

Also kommen aus Nordamerika ganz vereinfacht gesagt mal eben 200.000 Barrels pro Tag mehr auf den Markt, während die OPEC aber wohl noch stärker kürzt. Hinzu kommt noch, dass Venezuela wohl so stark im Chaos versinkt, dass die dortigen Kürzungen der OPEC ungewollt auch noch weiterhelfen bei ihren Kürzungsbemühungen. Rein theoretisch könnte man sagen, dass die Öl-Bullen also ein Übergewicht haben könnten. Aber im globalen Ölmarkt gibt es so viele Förderländer und so viel unverifizierbare Faktoren, dass man nie zu genauen Zahlen kommen wird. Ein Long-Einstieg im Öl könnte ein Überlegung sein. Aber bitte treffen Sie diese Entscheidung in Eigenregie. Es ist natürlich keine Handelsempfehlung unsererseits – sondern nur ein Hinweis nach diesem offenbar übertriebenen Absturz vom Freitag!

WTI-Ölpreis seit 21. Februar
WTI-Ölpreis seit 21. Februar.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Apple, Amazon & Co: Ist die Tech-Party vorbei – SAP als Warnsignal?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Heute endlich ist es so weit: die großen US-Tech-Konzerne Apple, Amazon, Alphabet und Facebook berichten heute nachbörslich über ihre Zahlen aus dem 3.Quartal. Alleine die vier Tech-Riesen bringen 5,2 Billionen Dollar auf die Waage.

Apple und Tech-Werte zu teuer?

Aber sind bereits  Optimal-Szenarien in Aktien wie Apple eingepreist? Wolfgang Müller hat es in seinem heutigen Artikel so formuliert:

„Die besseren Wachstumsaussichten der Hightech-Werte sind zum jetzigen Zeitpunkt schon in den Kursen enthalten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der FAANG-Aktien betrug vor Kurzem etwa 61, damit hat es das Dreifache des KGVs des Gesamtmarktes erreicht. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Firmen in Zukunft dreimal so gute Geschäftszahlen bringen müssen, als der Gesamtmarkt, um nur die Bewertung zu erhalten. Sollte dies nicht geschehen, wäre eine Korrektur des Nasdaq unausweichlich.“

Nun hat die Senkung der Prognose von SAP eine Art Schockwelle ausgelöst – die Aktie war am Montag um 22% eingebrochen. Ist das ein böses Omen für Apple & Co – oder unterscheidet sich der deutsche Software-Konzern einfach zu stark von den US-Tech-Riesen?

Markus Koch hat darüber mit dem Tech-Investor Thomas Rappold diskutiert:

Sind Tech-Aktien wie Apple inzwischen zu teuer?

weiterlesen

Gold/Silber

Goldpreis reagiert nicht wie gedacht – was ist da los? Expertenkommentare

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis fungierte diese Woche eindeutig nicht als sicherer Fluchthafen für Anleger, die vor Unsicherheit am Aktienmarkt fliehen wollen aufgrund der sich deutlich verschärfenden Corona-Lage, wodurch die globale Konjunktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Gestern berichteten wir schon über den Absturz im Goldpreis zusammen mit dem Absturz an den Aktienmärkten. Ein ähnlicher Verlauf wie schon im März. Aktien, Öl und Goldpreis fielen kräftig, der US-Dollar als weltweit großer vermeintlicher sicherer Hort konnte profitieren. So auch gestern.

Goldpreis weiter unter der Fuchtel des starken US-Dollar

Der Goldpreis fiel von 1.910 Dollar im Tief bis auf 1.869 Dollar. Über Nacht konnten sich Märkte wie Aktien und Gold beruhigen, und das Edelmetall notiert jetzt bei 1.877 Dollar. Aber es kann weiter bergab gehen. Im Chart sehen wir im Vergleich seit Ende letzter Woche in blau den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün. Es ist wie schon im Frühjahr erstaunlich, dass Gold als Fluchthafen überhaupt nicht funktioniert. Braucht es an den Aktienmärkten erst wieder eine gewisse Beruhigung, bis die Gold-Bullen voll auf steigende Kurse setzen? Heute um 13:45 Uhr steht die EZB-Zinsentscheidung an, und wichtiger wird dann die PK der EZB ab 14:30 Uhr sein. Aussagen von Christine Lagarde könnten Aktienmärkte, Devisenkurse und auch den Goldpreis in Bewegung bringen.

Expertenkommentare

Daniel Briesemann von der Commerzbank kommentiert ganz aktuell die Entwicklung bei Gold. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten nehme dramatisch zu, und Gold befinde sich im Abwärtssog der Finanzmärkte. Der Goldpreis habe gestern nicht von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer im Zuge der Ankündigung neuer Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern profitiert, und sei mit in den Abwärtssog der Finanzmärkte geraten. Dabei sei der Goldpreis auch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht, was zu Anschlussverkäufen führte. Anzulasten sei der Preisrutsch dem festen US-Dollar, der als sicherer Hafen gefragt war. Dass Gold von dieser Eigenschaft nicht profitiert hat, erstaunt uns, so Daniel Briesemann. Der Preisrückgang sei diesmal nicht als Kaufgelegenheit erachtet worden. Die ETFs verzeichneten mit 7,6 Tonnen sogar die höchsten Abflüsse seit fünf Wochen. Die industriellen Edelmetalle seien wesentlich stärker gefallen als Gold. Silber brach zeitweise um 5,5% auf 23 USD je Feinunze ein. Palladium rutschte im selben Ausmaß ab. Platin hielt sich mit einem Minus von 3% noch halbwegs. Erst im späten Handel haben sich Gold und Co. etwas erholt.

Jasper Lawler von der London Capital Group kommentiert die Lage bei Gold aktuell so, dass der US-Dollar der klare Nutznießer gewesen sei – er habe einen fallenden Goldpreis und fallende Kurse bei wichtigen Devisen verursacht. EUR/USD fiel trotz 1,18 und GBP/USD schloss unter 1,30. Sogar Bitcoin fing etwas Flak ein und zog sich von einem 18-Monats-Hoch zurück, so Jasper Lawler.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

weiterlesen

Aktien

Apple-Quartalszahlen – kurze Vorschau auf heute Abend

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

iPhones von Apple

Die Apple-Quartalszahlen werden heute Abend ab 21 Uhr veröffentlicht (wegen Zeitumstellung in Deutschland schon eine Stunde früher als üblich). Wir werden dann umgehend berichten. Hier eine kurze Vorschau. Vor genau einem Jahr lag der Umsatz von Apple im 3. Quartal noch bei 64,04 Milliarden Dollar. Für heute liegen die durchschnittlichen Erwartungen von 27 Analysten bei 63,7 Milliarden Dollar. Beim Gewinn pro Aktie lag Apple vor einem Jahr bei 3,03 Dollar, für heute werden im Durchschnitt von 30 Analysten 0,70 Dollar erwartet.

Interessant wird es zu sehen, ob Apple seinen Services-Umsatz weiter kräftig steigern kann. Im glänzenden Vorquartal von April-Juni waren alle Zahlen besser als gedacht, so auch der Service-Umsatz. Er stieg im Jahresvergleich von 11,4 auf 13,1 Milliarden Dollar. Klettert dieser Wert auch heute weiter an für das 3. Quartal, so wird damit die Hoffnung bestärkt, dass Apple sich aus seiner Abhängigkeit vom iPhone nach und nach lösen kann.

Schauen wir uns mal die Apple-Aktie an. Vor genau einem Jahr notierte sie noch bei 61 Dollar, um im Hoch bis auf 137 Dollar im September 2020 zu steigen. Bis jetzt kam sie zurück auf 111,20 Dollar. Das ist aber immer noch ein kräftiger Gewinn. Vor drei Monaten glänzte Apple mit seinen Zahlen wirklich! Die Aktie sprang in den Tagen danach von 96 auf 114 Dollar nach oben. Kann man heute erneut glänzen, weil China sich gut erholt hat, und weil die Amerikaner die letzten Monate trotz Krise stramm weiter konsumieren?

Chart zeigt Apple-Aktie im Verlauf der letzten 12 Monate

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen