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Märkte

Ölpreis aktuell stabilisiert? Beachten Sie diese wichtigen Faktoren!

Claudio Kummerfeld

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am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis scheint sich derzeit stabilisiert zu haben nach den brutalen Abstürzen der letzten Wochen. Aber Achtung, so eindeutig ist die Lage nicht! Im Januar noch bei 65 Dollar, und Anfang März notierte der WTI-Ölpreis noch bei 48 Dollar, crashte der Markt ins abstolute Tief auf fast exakt 20 Dollar am 18. März. Was für ein brutaler Absturz! Der doppelte Angriff aufs Öl fand statt durch die Flutung des Marktes, welcher von den Saudis initiiert wurde (der Öl-Krieg gegen Russland und die US-Fracker). Und auf der anderen Seite sehen wir den Nachfrageschock bei Öl, verursacht durch das Coronavirus. Seit letztem Mittwoch konnte sich um die Marke von 22,50 Dollar ein gewisser Boden bilden. Der Ölmarkt war wohl überverkauft, und Donald Trump drohte sich in den Öl-Krieg einzumischen. Das half kurzfristig. Seit gestern Abend ist WTI-Öl auf jetzt 24,73 Dollar angestiegen. Kann es nun weiter aufwärts gehen?

Argumente für weiter steigenden Ölpreis

Es gibt auf der Suche nach Antworten wichtige Faktoren zu beachten. Für einen weiter steigenden Ölpreis spricht zum Beispiel die Mega-Bazooka der Fed von gestern, ein quasi unbegrenzt möglicher Aufkauf von Anleihen. Das gab Aktien und Öl Schub, denn damit steigt die Hoffnung auf eine Stimulierung der gesamten Weltwirtschaft. Auch ist wichtig: Jüngst sind zwei Anläufe im US-Kongress gescheitert für ein wohl billionenschweres Rettungspaket der US-Regierung für die heimische Wirtschaft. Es scheiterte bisher an den Demokraten, die auch mehr Rettung für die Bürger sehen wollen, und nicht zu sehr für die Unternehmen in den USA. Aber man darf annehmen, dass dieses Rettungspaket in Kürze doch durchkommt, weil es einfach zwingend benötigt wird?

Wenn diese Info über eine Einigung im Kongress über die Ticker läuft, könnten Aktienkurse und Ölpreis womöglich einen weiteren Aufwärtsschub erhalten. Trader die auf eine weitere Erholung hoffen, können sich auch an die Meldung von gestern klammern, dass die US-Regierung offenbar eine Sondergesandte nach Saudi-Arabien schicken will, um auf diplomatischem Weg zu versuchen eine Lösung im Öl-Krieg herbeizuführen (die Saudis fluten den Markt um die Konkurrenz kaputt zu machen). Einige Presseorgane sprechen aktuell vom gefallenen US-Dollar, der Öl derzeit ebenfalls hoch befördert. Aber wir meinen: Herje, der US-Dollar Index ist nach seiner tagelangen Hausse seit gestern nur ein klein wenig gefallen. Einen ausschlaggebenden Effekt auf den Ölpreis hatte das wohl kaum?

Argument für weitere Schwäche im Öl

Aber es gibt auch Argumente für einen weiter fallenden Ölpreis, in einem möglichen zweiten großen Abwärtsschub, nachdem man jetzt womöglich nur eine Pause auf dem Weg nach unten einlegt. Aktuelle Aussagen zum Beispiel durch die Expertin Amena Bakr zeigen, dass Russland offenbar keine Anstrengungen unternimmt im Öl-Krieg gegenüber den Saudis nachzugeben. Dazu kommen einige Aussagen von Öl-Tradern, dass die jüngsten Anstiege im Ölpreis unter sehr geringen Volumina stattfinden. Der derzeitige Anstieg sei also wenig vertrauenswürdig. Auch gibt es Anmerkungen von Analysten (zum Beispiel über CNBC geäußert), dass der Ölpreis noch weit tiefer fallen könnte. Die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Nachfrageseite bei Öl würden in Europa und den USA gerade erst beginnen.

Aktuelle Analystenmeinungen

Naeem Aslam von Avatrade ist aktuell der Meinung, dass die Investoren hoffen, dass das von der Fed eingeführte QE-Paket der Wirtschaft helfen werde. Der Grund dafür, dass die Rohölpreise immer noch unter dem kritischen Niveau von 30 Dollar gehandelt werden, sei, dass es keine Anzeichen für eine Kürzung des Öl-Angebots gebe. Es werde nicht lange dauern, bis diese zusätzlichen Fässer Öl auf den Markt kommen, und das würde die Situation zutiefst erschüttern.

Jasper Lawler von der London Capital Group sagt aktuell, dass es an den Märkten am Dienstag etwas robuster aussehe. Die Fed habe gehandelt, die Regierungen würden die notwendigen harten Entscheidungen treffen, und Wuhan zeige Licht am Ende des Tunnels für das Coronavirus. Die Renditen von Anleihen seien höher. Der US-Dollar notiere niedriger und helfe anderen Währungen, sich zu erholen. Gold und Öl steigen beide, so seine Aussage. Die Betrachtung der Gesamtlage muss auch nicht immer zu kompliziert sein, so meinen wir beim Lesen des Kommentars von Jasper  Lawler. Die Stimulus-Bazooka der Fed von gestern sorgt auch heute noch für Optimismus, auch im Ölpreis. Ob es weitergeht mit dem Kursanstieg, hängt von den oben genannten Faktoren ab. Und ja, man vergesse heute Abend nicht die Öl-Lagerbestände von API und morgen die offiziellen staatlichen Daten aus den USA zu den Lagern! Sie sind die letzten acht Wochen nacheinander angestiegen (zu viel Angebot, zu wenig Nachfrage).

Verlauf im WTI Ölpreis seit Ende Januar
Ölpreis Verlauf seit Ende Januar.

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Bitcoin

Aktien: „Janet Yellen macht euch reich!“ Marktgeflüster (Video)

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

Markus Fugmann

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„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Die Logik dahinter: Yellen und die Fed würden Dollar ohne Ende drucken, daher werde der Dollar stark fallen, daher sei die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen und sogar reich zu werden, Aktien oder Assets wie Bitcoin zu kaufen. Solche Aussagen kommen häufig unmittelbar vor Korrekturen – Korrekturen wie heute etwa bei Bitcoin. Auffallend: auch heute laufen die Tech-Werte wieder besser, der „Reflations-Trade“ erleidet den nächsten Rückschlag. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Erholung der Konjunktur vielleicht doch nicht so bombastisch ausfallen könnte wie erhofft?

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

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