Devisen

Ölpreis-Anstieg: Schwacher Dollar + sinkende US-Produktion

FMW-Redaktion

Der Ölpreis steigt, getrieben von mehreren Faktoren. Am Wichtigsten hierbei ist der schwache US-Dollar. In diesem Chart haben wir von Dienstag bis heute den Dollar-Index (schwarz) gegen den Ölpreis (orange) gestellt. Die Schwäche des Dollar puscht das in Dollar gehandelte Öl nach oben. Dies ist momentan der Haupttreiber für Öl.

Dollar-Index Öl

Auch EURUSD ist seit Dienstag kräftig gestiegen um 130 Pips auf 1,1390.

EURUSD

USA

Dass die Öl-Lager in den USA immer voller werden mit aktuell 540,6 Millionen Barrels, scheint erstmal egal zu sein. Im Hier und Jetzt zählen für die Amerikaner einerseits aktuelle Prognosen, dass im bevorstehenden Sommer die Ölnachfrage in den USA kräftig anziehen wird, und dass gleichzeitig die Produktionsmenge in den USA immer noch rückläufig ist. Stand 22. April sank sie um 15.000 Barrels auf 8,94 Millionen pro Tag. Damit ist sie seit dem Hoch aus Juni 2015 um 672.000 Barrels pro Tag zurückgegangen. Als würde außerhalb der USA in Sachen Öl-Fördermenge nichts passieren, schaut man sich diese beiden für den Ölpreis guten Umstände an und kauft den Öl-Future hoch.

Iran

Der bullisch geneigte Öl-Trader hat seit Kurzem auch mehr „Planungssicherheit“ in Sachen Iran. Die gescheiterten Doha-Gespräche gingen letztlich zurück auf den Iran, der als großer Verweigerer als Vorwand dafür dienste, dass Russen, Saudis und Co letztlich auch nicht mitmachten bei der Einfrierung der Öl-Fördermenge. Vor wenigen Tagen aber hat der Iran konkretisiert: Bis März 2017 wolle man die Fördermenge von 4 Millionen Barrels pro Tag wieder erreicht haben. Wenn man dieses Niveau erreicht habe, sei man gerne bereit an einer Einfrierung teilzunehmen, so der Ölminister. Aber dann, so glauben wir, wird das wohl eh nicht mehr nötig sein, denn alle Einschätzungen am Ölmarkt gehen davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt eine Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage erreicht sein wird. Aber das ist Stand heute alles noch weit weg.

Die Tatsache, dass Saudis, Russen und Co derzeit an einer Aufwärtsspirale in Sachen Produktion arbeiten, wird vom Ölmarkt ignoriert und vom fallenden US-Dollar überlagert. Der treibt das Öl praktisch automatisch nach oben, derzeit zumindest!



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