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Ölpreis mit starkem Comeback – das hat zwei Gründe

Eine alte Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis ist wieder kräftig gestiegen. Erst der schnelle Abrutsch seit Montag von über 71 Dollar im WTI-Öl bis im Tief auf 65,14 Dollar am Dienstag. Seitdem ging es wieder bergauf auf aktuell 71,02 Dollar. Der Ölpreis hat also diesen zweitägigen Absturz auch wieder binnen zwei Tagen ausgeglichen.

Corona-Angst am Markt verflogen, Ölpreis mit Comeback

Wie konnte das so schnell gehen? Wir hatten bereits am Dienstag darauf hingewiesen, dass die Charts eine klare Sprache sprechen. Der Ölmarkt war im Tandem mit dem Aktienmarkt abgerutscht. Und jetzt folgt der Ölpreis dem Aktienmarkt wieder auf den Weg nach oben, wie der Hund dem Herrchen. Am Anfang der Woche war plötzlich Corona-Panik angesagt. Immer mehr Corona-Neuinfektionen bedrohen die globale konjunkturelle Erholung, und somit auch die ansteigende Öl-Nachfrage. Und so schnell wie diese Angst da war, ist sie aktuell auch wieder verflogen.

Schauen wir auf den folgenden aktuellen Chart. In blau sehen wir im Verlauf seit dem 13. Juli den WTI-Ölpreis im Vergleich zum S&P 500 Future in orange. Absturz und Erholung verlaufen identisch – beide Märkte haben ihre Verluste wieder aufgeholt. Fundamental war es eh zweifelhaft, ob der starke Absturz im Ölpreis andauern würde. Denn die OPEC hatte sich gerade erst am letzten Wochenende auf eine kontrollierte schrittweise Anhebung der Fördermenge für Öl geeinigt – und das in einem moderaten Umfang! Das ist allemal besser als ein Chaos, wenn zahlreiche OPEC-Teilnehmerländer in Eigenregie unkoordiniert viel zu viel Öl auf den Markt werfen.

Öl-Lager und US-Dollar

Eigentlich hätte die OPEC-Einigung dem Ölpreis gut tun können, aber die Corona-Angst am Gesamtmarkt ließ ihn fallen. Jetzt ist die schlechte Laune verflogen. Auch die gestern veröffentlichten Öl-Lagerbestände in den USA konnten mit ihrem Anstieg von 2,1 Millionen Barrels im Wochenvergleich den Anstieg im Ölpreis nicht aufhalten. Denn höhere Lagermengen bedeuten zu viel Angebot auf dem Weltmarkt, was normalerweise den Ölpreis drücken sollte.

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Der US-Dollar unterstützt den aktuellen Auftrieb im Ölpreis. Denn nachdem die Leitwährung eine Woche lang durchgehend im Aufwärtstrend war, hat sie in den letzten 24 Stunden einen Rücksetzer erlebt. Im Sinne der üblichen negativen Korrelation zwischen US-Dollar und allem was in US-Dollar gehandelt wird, kann dadurch auch der Ölpreis nach oben angeschoben werden.

Chart vergleicht Verlauf von Ölpreis zum S&P 500 Index seit dem 13. Juli
TradingView Chart Ölpreis im Vergleich zum S&P 500 Future seit dem 13. Juli.



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