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Märkte

Ölpreis Crash und der Tag danach – Öl-Flut und ein Hoffnungsschimmer!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis erlebte gestern einen brutalen Crash. Wir haben darüber schon ausführlich berichtet, und die Grundthematik dürfte inzwischen bekannt sein. Daher hier nur in Kurzform: Russland wollte nicht zusammen mit der OPEC die Fördermenge kürzen. Daher war die gesamte Idee der Kürzung hinfällig. Dann entschied Saudi-Arabien sich am Wochenende zu einem radikalen Schritt. Statt die Fördermengen zu kürzen, werden sie deutlich ausgeweitet, und dazu noch die Endkundenpreise gesenkt! Damit will man unter anderem die Fracker in den USA vom Markt fegen. Und man will Russland, wo man dank dem nun stark gefallenen Ölpreis auch viel Geld verlieren wird, zurück an den Verhandlungstisch drücken.

Ölpreis erholt sich

Von Freitag auf Montag war der Ölpreis um mehr als 30 Prozent gefallen. Von Freitag Abend bis zum Tiefpunkt gestern fiel WTI-Öl von 41,54 auf 27,40 Dollar! Unter starken Schwankungen erreichte der Kurs gestern ein Hoch bei 34,82 Dollar, und heute bei 34,51 Dollar. Aktuell notiert der Ölpreis bei 33,60Dollar. Die Schwankungen sind enorm. Mal eben 1 Dollar rauf oder runter – seit gestern kein Problem mehr in diesem verrückten Markt. Im folgenden Chart sehen wir den Preisverlauf seit dem 28. Februar. Wie es jetzt kurzfristig weitergeht – da hilft wohl noch nicht mal eine Glaskugel. Die Erholung im Ölpreis seit gestern dürfte vor allem technischer Natur sein. Aber mit Sicht auf einige Tage oder Wochen, ist da vielleicht ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar? Es könnte natürlich auch ein entgegenfahrender Zug sein.

WTI Ölpreis seit dem 28. Februar

Gelingt das Wunder?

Das Licht am Ende des Tunnels könnte auch ein Wunder sein, an das aktuell wohl nur wenige glauben. Aktuell hört man nämlich von den Saudis, dass sie von zuletzt unter 10 auf 12,3 Millionen Barrels pro Tag Förderung hochziehen wollen! Wahnsinn! Und man hört aktuell vom russischen Energieminister Novak, dass Russland in der Lage sei die Fördermenge um 0,5 Millionen Barrels pro Tag zu erhöhen. Tja, das Drama nimmt also zu, der Öl-Krieg verschärft sich sogar noch? Das Wunder könnte lauten, dass Russland doch noch an den Verhandlungstisch der OPEC zurückkehrt, um doch noch eine gemeinsame Fördermengenkürzung zu vereinbaren.

So hört man aktuell nämlich von russischer Seite auch, dass man gemeinsame Maßnahmen nicht ausschließe, um zusammen mit der OPEC den Markt (Angebotsmenge und Nachfragemenge) zu stabilisieren. Und man hört, dass Novak sich morgen mit russischen Energieunternehmen treffen wolle, um die zukünftige Kooperation mit der OPEC zu besprechen. Sowas kann alles oder auch nichts bedeuten. Oder haben Russland und Saudis den geheimen Plan, mit dieser Marktflutung die US-Fracker komplett vom Markt zu fegen? Das ist natürlich eine reine Spekulation, die nicht bewiesen werden kann. Aber die Hoffnung bleibt, dass Russland doch noch an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Ob das wirklich geschieht, ist völlig unklar, aber möglich!

Interessante Analystenmeinung

Naeem Aslam von Avatrade vertritt aktuell zum Thema Öl eine sehr interessante Meinung, die wir hier verkürzt erwähnen wollen. Investoren müssten verstehen, dass ein niedriger Ölpreis gut für das Gesamtbild sei. Niedrigere Ölpreise würden wahrscheinlich mehr Geld in den Taschen der Verbraucher belassen, und genau das sei es, was man in der Zeit dieser Angst brauchen würde. Daher sei ein niedrigerer Ölpreis kein Ereignis, vor dem sich die Investoren fürchten sollten, sondern sie sollten ihn sogar als Segen betrachten. Aus technischer Sicht stellen die derzeit niedrigen Ölpreise die größte Chance für Investoren dar, so Naeem Aslam. Der Rohölpreis sei auf ein Niveau gesunken, das man seit 2015 nicht mehr gesehen habe.

Mit anderen Worten: Der Preis sei in einen wichtigen technischen Unterstützungsbereich eingetreten. Seiner Meinung nach sei es ein guter Zeitpunkt, ein gewisses Engagement im Öl aufzubauen. Es sei wichtig sich vor Augen zu halten, dass der Ölpreis aufgrund schlechter Wirtschaftszahlen dennoch weiter sinken könne – die Wirtschaftsdaten würden nämlich zwangsläufig eine schwache Weltwirtschaft aufzeigen. Aber er denke, die (wahrscheinlich noch anstehende?) Mengenkürzung durch das Kartell werde wahrscheinlich den Einfluss des Coronavirus ausgleichen, so Naeem Aslam.

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