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Ölpreis – Damoklesschwert für Aktienmärkte

Ein dauerhafter erhöhter Ölpreis wirkt wie eine Zinsanhebung auf die Wirtschaft oder eine Steuererhöhung

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Der Ölpreis könnte sich im Jahr 2020 als Damoklesschwert für die Aktienmärkte erweisen!

Das neue Börsenjahr ist erst zwei Handelstage alt, aber dennoch scheint sich bereits jetzt zu bestätigen, was manche Auguren für 2020 (auch der Verfasser dieser Zeilen) vorausgesagt haben: es wird volatil. Nachdem es im letzten Jahr mit dem Phänomen der Saisonalität so gut geklappt hat, fragt man sich, ob sich dies auch im neuen Jahr so fortsetzt? Die erste Regel, für die es zwar wissenschaftlich keine große Erklärung gibt – es geht um die ersten fünf Handelstage – hat aber eine erstaunliche praktische Bedeutung: So wie es in der ersten Woche läuft, so war es auch in 80 Prozent der Fälle beim S&P 500 seit 1950, aber auch beim Dax seit seiner Einführung im Jahre 1988 in 70 Prozent der Börsenjahre.

Aber: Am Freitag ist mit der Tötung zweier hochrangiger Militärs aus dem Iran ein kleiner schwarzer Schwan aufgetaucht, den kein Börsenindikator vorhersehen konnte, der aber dennoch das Vermögen besitzt, ein Börsenbeben auszulösen. Wenn eines eintritt: ein dauerhafter Anstieg beim Ölpreis, aufgrund von Vergeltungsmaßnahmen innerhalb der Golfstaaten.

Ölpreis und das Schmiermittel der Weltwirtschaft

Infolge des Luftangriffs auf den iranischen General Soleimani sprang der Ölpreis auf fast 70 Dollar pro Barrel und damit auf den höchsten Stand seit September.

Dabei ging es nicht um einen möglichen Ausfall iranischen Öls am Ölmarkt, denn dessen (offizielle) Produktion von zwei Millionen Barrel entspricht gerade mal in etwa zwei Prozent der weltweiten Ölproduktion.

Bedeutsamer ist die Tatsache, dass sich in der Golfregion immerhin die fünf großen OPEC-Fördergebiete befinden, die sehr wohl eine Bedeutung für die Versorgung der Welt mit dem schwarzen Schmierstoff haben. Zum Beispiel der große Feind des Irans, Saudi Arabien, mit einer täglichen Produktion von rund zehn Millionen Barrel oder in direkter Nachbarschaft, der Irak, der für circa 4,7 Millionen Barrel Ölversorgung steht.

Daher befürchtet mancher in Kürze Terrorattacken auf irakische Ölfelder oder auf saudische Anlagen, wie bereits vor einem Vierteljahr geschehen. Als noch gravierender beurteilen Experten hingegen eventuelle Maßnahmen auf die Straße von Hormus, dem Transportweg für Öl schlechthin, durch den immerhin 20 Prozent der Öltransporte abgewickelt werden. Bereits Behinderungen der Schifffahrt würden sich am Ölpreis auswirken.

Frühere Schocks beim Ölpreis

Bereits seit mehreren Jahrzehnten muss die Welt immer wieder erkennen, welche Wirkung eine Reduzierung des Ölangebots auf die globale Wirtschaft hat.

Immerhin dürfte ein Drohszenario wie in den 70er-Jahren, als der Iran Öl als Waffe gegen den Westen einsetzte, heute nicht mehr dieselbe Wirkung haben. Das liegt nicht nur an der geringen Fördermenge des Irans, sondern an der neuen Ölmacht USA. Diese haben ihre Ölproduktion dank der Schieferölförderung von sechs auf über zwölf Millionen Barrel innerhalb einer Dekade ausgeweitet und damit ein ganz anderes Kräfteverhältnis erzeugt.

Zur Erinnerung:

Im Herbst 1973 drosselten arabische Ölstaaten die Förderung und verhängten ein Ölembargo. In der Folge stieg der Ölpreis um das Vierfache und ich kann mich als Münchner noch gut an die mehrwöchigen Sonntagsfahrverbote erinnern, mit leeren Straßen und einem Paradies für Fahrradfahrer und Fußgänger. Eine Extremsituation, aber es gab in den folgenden Jahrzehnten weitere Beispiele für die fatale Wirkung von sprunghaften Ölpreisanstiegen:

  • Der nächste Ölpreisschock und die zweite Ölkrise 1979/80 infolge der islamischen Revolution im Iran und dem ersten Golfkrieg.
  • Dann der zweite Golfkrieg, als irakische Truppen 1990 Kuweit besetzten und die Amerikaner massiv eingriffen.
  • Nicht zu übersehen in den 2000-er-Jahren, die Auswirkungen des Hurrikans Katrina im Golf von Mexiko mit einem Anstieg des Preises auf über 70 Dollar.
  • Den bisher höchsten Ölpreis gab es ausgerechnet inmitten der Finanzkrise im Juli 2008, als das schwarze Gold auf seinen bisherigen Höchststand von 147 Dollar gestiegen war, für beide Ölsorten. Darauf folgte ein scharfer Einbruch wegen der Weltwirtschaftskrise bis auf deutlich unter 40 Dollar, aber bereits drei Jahre später der nächste Sprung nach oben.
  • Im April 2011 stieg der Preis für die Ölsorte Brent auf 120 Dollar infolge des Bügerkriegs in Libyen und der Angst des Übergreifens auf Saudi-Arabien.

 

All diese Anstiege beim Ölpreis waren stets von heftigen Aktienmarktkorrekturen begleitet worden.

 

Die Ölversorgung heute

Zwar waren viele Anstiege beim Ölpreis nur von kurzer Dauer und die heutige Situation ist durch das Frackingangebot der USA wesentlich weniger angespannt, als zu früheren Zeiten. Aber andererseits ist die Weltwirtschaft aktuell nach zwei Jahren Handelsstreit äußerst fragil und verträgt keinen Ölpreis von 80 Dollar und mehr.

Wie schnell es mit dem Ölpreis aufwärts gehen kann, zeigte sich im vergangenen September. Damals schaltete ein vermutlich durch den Iran geförderter Drohnenangriff auf die Ölförderanlagen in Saudi Arabien auf einen Schlag fünf Prozent der weltweiten Förderung aus und sorgte für einen Preisausschlag um fast zehn Prozent. Nur dass die Reparaturarbeiten schneller gingen als erwartet und demzufolge war der Preisanstieg nur von kurzer Dauer.

Vergessen wir nicht, dass es mittlerweile 1,1 Milliarden Kfz auf dieser Welt gibt, die zu über 99 Prozent auf Erdölderivate angewiesen sind. Zusätzlich unzählige Schiffe, auf denen über 90 Prozent des Welthandels stattfindet und viele Verkehrsflugzeuge. An der Kursentwicklung der Lufthansa (minus sieben Prozent) konnte man am Freitag schon einmal einen Vorgeschmack dafür bekommen, was deutlich höhere Ölpreise im Verkehrssektor auslösen könnten.

Fazit

Die Amerikaner wissen sehr wohl, welche Bedeutung ein hoher Ölpreis für die US-Wirtschaft und deren Verbraucher hat. Nicht umsonst hatte sich US-Präsident Trump in den vergangenen Monaten stets an die Verbündeten in Saudi-Arabien gewandt, mit einer klaren Botschaft – mit Produktionsausweitungen für niedrige Ölpreise zu sorgen. Großvolumige Fahrzeuge sind in den USA en vogue, gerade bei der Wählerschaft Trumps im Mittleren Westen, deshalb wird er schon allein aus wahltaktischen Gründen dafür sorgen, dass der Spritpreis möglichst unter der Drei-Dollarmarke pro Gallone bleibt.

Der US-Konsument hat durch den langen Zollstreit bereits seine ersten Belastungen erfahren, ein Preisanstieg durch eine militärische Intervention im Nahen Osten würde ihn erst recht tangieren. Das weiß die US-Administration, deshalb auch die allgemeinen Töne der De-Eskalation – wenn da nicht der Schrei nach Vergeltung durch das iranische Regime wäre.

Kurzum: Ein dauerhafter erhöhter Ölpreis wirkt wie eine Zinsanhebung auf die Wirtschaft oder eine Steuererhöhung –  und hätte nach elf Jahren Aufschwung bei aktuell schwachem Wachstum eine fatale Wirkung. Ein starker Gegenwind, den man in der optimistischen Aussicht für 2020 nicht auf der „Gesamtrechnung“ hatte!

Ein starker Anstieg beim Ölpreis ist der schwarze Schwan für die Aktienmärkte

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Goldpreis: Für welche Richtung entscheidet sich der Markt?

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Ein Barren Gold

Seit Mitte April pendelt der Goldpreis in US-Dollar in einer engen Spanne von ca. 50 US-Dollar bzw. ca. drei Prozent. Obwohl die Rahmenbedingungen für weiter steigende Notierungen sprechen, offenbart der Goldpreischart kurzfristig drei mögliche Kursverlaufsszenarien.

Weltweite Rekorde außer beim Goldpreis in US-Dollar

Der Weltgoldpreis, berechnet gleichgewichtet in allen Währungen der Welt ohne den US-Dollar, notiert bereits 26 Prozent über seinen Höchstständen aus dem Jahr 2011. Der Goldpreis in Euro hat sein Hoch aus dem Oktober 2012 um 15 Prozent übertroffen. Eine Ausnahme bildet der Goldpreis in US-Dollar: Dieser notiert aktuell noch knapp 10 Prozent unter seinem Rekordpreis vom September 2011. Der Gründe dafür sind nicht etwa die besondere Solidität der US-Währung oder die besonnene Geld- und Finanzpolitik in den USA, sondern schlicht und einfach die globale Dollarknappheit und die daraus resultierende Dollar-Stärke gegenüber anderen Fiat-Währungen. Ursache dafür ist die hohe Verschuldung von öffentlichen und privaten Haushalten weltweit in US-Dollar. Zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten müssen die Dollar-Schuldner permanent für Zins- und Tilgungszahlungen US-Dollar gegen ihre heimische Währung kaufen. Die Tatsache, dass der Goldpreis in US-Dollar, anders als in den meisten anderen Währungen der Welt, noch kein Allzeithoch erreicht hat, ist also kein Signal für eine Entwarnung, sondern ein weiteres Krisensymptom einer hoffnungslos überschuldeten Welt.

Trotz dieses besonderen Umstandes konnte auch der Goldpreis in US-Dollar auf Zwölfmonatssicht 22 Prozent an Wert zulegen. Selbst der durch den Liquiditätsschock bedingte heftige Rückschlag vom 9. bis zum 19. März 2020 um in der Spitze 15 Prozent wurde bis zum 13. April wieder aufgeholt und bis dato um weitere 35 US$/Oz. überboten. Grund für den V-förmigen Rebound waren die extrem aggressiven und in Friedenszeiten in ihrer Dimension beispiellosen Maßnahmen durch die Fiskal- und Geldpolitiker. Gold als bedeutende und knappe Reservewährung reagiert sehr sensibel auf die Veränderung des Zinsniveaus und der Geldmenge. Nachdem nun auch die US-Dollarzinsen effektiv bei null angelangt sind (0,05 Prozent) und gleichzeitig die Geldmenge (Aggregat M1) mit einer Jahresrate von fast 35 Prozent explodiert, ist es kein Wunder, dass auch immer mehr Großbanken in den USA ihren Kunden den Kauf von Gold empfehlen und ihre Kursziele nach oben anpassen.

Drei wahrscheinliche Szenarien für den Goldpreis

Der Grund für den aktuellen Zickzackkurs bei den Goldnotierungen in US-Dollar ist die stark gegenläufige Erwartung der Marktteilnehmer. Während die einen schon das Ende der „außerordentlichen“ Belastungen für die Wirtschaft durch Covid-19 feiern, sehen andere die Pandemie als Auslöser für eine globale Pleitewelle und den Beginn einer ernsthaften weltweiten Schuldenkrise. Schaut man sich die Fakten an, dann scheint die Hoffnung, dass mit den nun beginnenden Lockerungsmaßnahmen die Weltwirtschaft wieder zur Normalität zurückkehrt, sehr ambitioniert. Zu stark ist die weltweite Gesamtverschuldung weiter angestiegen, zu weit ist die Zombifizierung des Unternehmenssektors vorangeschritten, zu viele Arbeitsplätze und Geschäftsmodelle werden weder kurz- noch mittelfristig zurückkehren. All das erfordert aber die Notwendigkeit noch desperaterer Geld- und Fiskalpolitik, womit der Durchbruch des Goldpreises in US-Dollar durch den derzeit etwas hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. nur eine Frage der Zeit ist.

Goldpreis im Kursverlauf in US-Dollar

Lediglich der Verlauf des Goldpreises bis zum nächsten Widerstand bei 1.800 US$/Oz. ist aktuell ungewiss. Drei Szenarien erscheinen als wahrscheinlich. Szenario eins: da bereits das nächste defizitfinanzierte Hilfspakete in Höhe von drei Billionen US-Dollar (2,75 Bio. EUR), bereitgestellt durch die US-Notenpresse, auf höchster politischer Ebene in den USA diskutiert wird, wäre ein kurzfristiger Durchbruch beim Goldpreis in US-Dollar nach oben in Anbetracht der zusätzlichen US-Defizitexplosion nicht verwunderlich. Im zweiten Szenario liefe der Goldpreis noch einige Zeit in einer engen Bandbreite zwischen 1.700 und 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. und würde so die noch vorhandene Überkauftheit im Zuge einer Seitwärtskonsolidierung sukzessive abbauen. Der Durchbruch nach oben könnte dann im Zuge der zu erwartenden Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China, kombiniert mit den ersten Anzeichen einer globalen Pleitewelle und einer deutlich langsameren ökonomischen Erholung erfolgen.

Im dritten Szenario würde der Goldpreis nochmals deutlicher bis auf die aufsteigende Unterstützungslinie bei aktuell ca. 1.606 US$/Oz. korrigieren, sofern die Optimisten an der Wall Street die Oberhand gewinnen und sich vom „sicheren Hafen“ Gold temporär wieder trennen oder schlicht Gewinne realisieren. Erst wenn den Marktteilnehmern mehrheitlich die Folgen des globalen Shutdowns in ihrer vollen Dimension bewusst werden und die Hoffnung auf eine schnelle „Normalisierung“ der Weltwirtschaft sich ins Gegenteil verkehrt, nämlich dass die jetzige Corona-Krise nur der Auslöser einer bereits vorher überfälligen globalen Schuldenkrise ist, würde der Goldpreis auch in US-Dollar auf neue Rekordstände reüssieren. Dies würde auch zur Saisonalität beim Goldpreis passen, die von Mitte Mai bis Mitte Juni zumindest rein statistisch ungünstig verläuft und ab dann bis Jahresultimo positiv verläuft. Allerdings gibt es aktuell übergeordnete Preisimpulse, wie die rekordhohe Investmentnachfrage, die unabhängig von üblichen saisonalen Effekten positiv auf den Goldpreis wirken.

Fazit und Ausblick

Egal, für welche Richtung sich der Goldpreis kurzfristig entscheidend, selbst eine etwas ausgedehntere Korrektur in den Bereich der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 1.606 US-Dollar für eine Unze Gold. Würde das übergeordnet konstruktive Chartbild nicht negativ beeinträchtigen. Gleichwohl wäre die kurzfristige Überkauftheit dann vollständig abgebaut und damit eine interessante Opportunität für Nachkäufe gegeben.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Goldpreis bereits in Kürze den hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US$/Oz. nach oben überwinden kann und im Anschluss zügig bis zum nächsten Horizontalwiderstand bei 1.800 US$/Oz. vorstößt. Die Rahmenbedingungen sprechen für dieses Szenario: Explodierende Geldmenge, explodierende Verschuldung, irreversible Null- und Negativzinsen, eine massive Pleitewelle, desperate Geld- und Fiskalpolitik, historisch hohe Unsicherheit bezüglich der weltwirtschaftlichen Perspektive, ein drohender ungeregelter Brexit sowie das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen den USA und China sowie die Unsicherheit bezüglich einer zweiten Corona-Welle.

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BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, Gold, Ölpreis

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Noch in der letzten Woche hatte die Börse die Hoffnung auf fallende Kurse gesät. Doch direkt zum Wochenstart zogen Dax & Co. weiter an. Die nächste Woche startet ohne Rückenwind aus den USA. Die Börsen NYSE und Nasdaq haben wegen des Memorial Day geschlossen. Am Donnerstag wird in den USA die Veränderung des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vormonat bekanntgegeben. Außerdem dürften die wöchentlich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten Schwung in die Börse bringen.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer wittern ihre Chance!

Der Dax hat in der vergangenen Handelswoche das Range-Hoch im Bereich 11.250 – 11.300 Punkte getestet. Von diesem Niveau habe ich mit einsetzendem Verkaufsdruck gerechnet. Dieser ist allerdings ausgeblieben. Lediglich am Freitag startete der Dax schwächer. Diese niedrigen Kurse haben direkt aggressive Käufer genutzt. So konnte die Börse am Freitag ihre Tore mit einem Wochengewinn von 5,8 Prozent schließen.

Börse - Dax im Chartverlauf

Damit bleibt das bullische Bild seit dem Corona-Tief bestehen. Für den Wochenstart sehe ich den Dax weiter auf hohem Niveau zwischen 10.800 und 11.300 Punkten seitwärts laufen. Ab Mitte der Woche kann es dann im deutschen Leitindex zu einem Ausbruch über 11.300 Punkte kommen. Dieser wird im Idealfall mit hohem Handelsvolumen im Dax Futures begleitet. Anschließend wäre ein weiterer Anstieg über 11.600 Punkte, bis zur runden 12.000er Marke und maximal bis 12.300 Punkte möglich. Fällt der Dax unter 10.800 Punkte, muss mit einer weiteren Abwärtsbewegung bis 10.200 Punkte gerechnet werden.

Börse aktuell Teil 2: S&P 500 – die Bullen wollen weiter grasen

Im S&P 500 ist deutlich zu erkennen, wie die Käufer am charttechnischen Widerstand zwischen 2.960 – 2.984 Punkten knabbern. Ich vergleiche derartige Situationen gerne mit einem Vulkan. Das Magma steigt auf und bildet Druck unter der Erdkruste. Diese ist zuerst noch sehr fest und hält das flüssige Gestein zurück. Irgendwann wird die Erdkruste brüchig und kann dem Druck nicht mehr standhalten. Es erfolgt ein Vulkanausbruch.

Je mehr hungrige Käufer an dem Widerstand knabbern, desto dynamischer erfolgt wahrscheinlich der Ausbruch. Im S&P 500 wartet die nächste Hürde zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Danach wird die Luft für die Käufer immer dünner.

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Unentschieden zwischen Käufern und Verkäufern

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Handelswoche wenig glänzen. Der Angriff auf den „Bollwerk-Widerstand“ beim Gold Futures im Bereich 1.780 – 1.800 USD wurde von den Verkäufern weiterhin verteidigt. Damit hat die Seitwärtsbewegung im Futures Bestand. Solange sich der Goldpreis über der „Make or Break“ Unterstützung bei 1.670 – 1.690 USD hält, bleibt das Chartbild aber bullisch.

Gold Chart - Entwicklung der Börse im Chart

Im Gold Spotpreis haben wir zuletzt einen Ausbruch über den Range-Widerstand zwischen 1.735 – 1.748 USD gesehen. Die Stärke konnte allerdings nicht aufrecht gehalten werden. Der Spotpreis ist zurück in die vorherige Range gefallen. Seit Ende Februar sehen wir lediglich leicht höhere Hochs. Damit wird eine Korrektur immer wahrscheinlicher. Im Goldpreis erwarte ich, dass sich die Korrektur eher über den Faktor Zeit abspielt. Die Börse bewegt sich zu 80 Prozent innerhalb einer Seitwärtsbewegung. Genau diese erwarte ich auch für den Goldpreis.

Teil 4: Der Ölpreis stößt an seine Grenzen

In der letzten „Börse AKTUELL“ hatte ich über den Ausbruch über die markante Hürde zwischen 27,30 – 28,40 USD berichtet. Erwartungsgemäß haben wir einen Anstieg bis zum nächsten Widerstand gesehen. Knapp über der 34-Dollar-Marke ist es zu einem ersten dynamischen Einbruch gekommen. Daran ist die Wirkung des Widerstandes zu erkennen. Für die nächste Woche erwarte ich maximal einen Anstieg bis 36,40 USD. Der obere Gap-Widerstand stellt für mich ein interessantes Short-Niveau dar.

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Rüdiger Born: Dax & Wall Street – Oh, oh, Vorsicht!

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Dax und Wall Street zeigten eine starke Woche, die Stimmung steht auf “bullisch”. Doch ist der Himmel für die Bullen tatsächlich so rosig? Die Chancen stehen nicht schlecht, aber Vorsicht: die Zeichen stehen auf nochmals Sturm. Was dabei zu erwarten ist und wie man als Händler damit umgehen kann, zeige ich in im folgenden ausführlichen Video.

Mehr zu meiner Person finden Sie hier. Ein interessantes und kostenloses Angebot für meine Services finden Sie an dieser Stelle.

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