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Märkte

Ölpreis tagelang kräftig am Fallen – Blick auf das Gesamtbild

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis erlebt seit Tagen einen dramatischen Absturz. Man kann fast sagen: Der Ölmarkt will derzeit fallen. Oder hat er gute Gründe? Werfen wir an dieser Stelle mal einen Blick auf das Gesamtbild. Da war am 14. September das vielleicht interessanteste Ereignis der letzten Monate am Ölmarkt – der Angriff auf die saudischen Öl-Anlagen, wodurch 5,7 Millionen Barrels Öl pro Tag an Förderkapazität ausfielen – mehr als die Hälfte der saudischen Förderung.

Beispielbild Ölpumpe - Ölpreis stark fallend
Foto: pixabay / jp26jp

Saudis überraschen den Markt

Im Chart sieht man es gut. Der Ölpreis stieg danach kräftig an von 55 auf 63 Dollar im WTI-Öl. Wohl der gesamte Markt als auch wir als Beobachter wurden überrascht durch die Geschwindigkeit, mit welcher die Saudis die Zerstörungen an ihren Anlagen wieder hergestellt haben (hier die Raketentreffer im Video). Dadurch wurde viel Druck vom Markt genommen. Der Chart zeigt gut, dass die Angst vor einer Angebotsknappheit schnell wieder verflog, und der Ölpreis Tag für Tag zurück kam.

Ölpreis deutlich gefallen dank diverser Gründe

Die Lücke zum vorigen WTI-Ölpreis bei 55 Dollar wurde dann diese Woche Montag geschlossen. Dann ging es bis heute weiter gen Süden von 55 auf 52,60 Dollar heute. Was ist passiert? Das wichtigste Ereignis dieser Woche war der grottige ISM-Index (Gewerbe) am Dienstag in den USA, der deutlich schwächer vermeldet wurde als erwartet, und somit eine deutlich schlechtere Konjunkturlage für die USA anzeigt. Heute um 16 Uhr kommt übrigens der ISM-Index für Dienstleistungen – der ganze Markt schaut auf dieses Ereignis! Auch der Ölpreis dürfte davon beeinflusst werden, wenn die Zahl anders reinkommt als erwartet (wir werden dann umgehend kurz nach 16 Uhr berichten).

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Dann gab es gestern für Deutschland deutlich gesenkte BIP-Prognosen, was auch ausländische Märkte runterzog. Und gestern wurden die Öl-Lagerbestände in den USA mit +3 Millionen Barrels gemeldet, nach vorher -6 Mio veröffentlicht durch API. Hier war der Ölmarkt überrascht, dass API so stark daneben lag, und schickte den Ölpreis weiter nach unten. Also, vor allem diese Woche haben wir eine Aneinanderkettung negativer Nachrichten, die den Ölpreis immer weiter schwächten. Dazu noch im größeren Bild die Fähigkeit der Saudis ihre Förderung zügig wiederherzustellen. All das macht die Shorties seit Tagen glücklich.

Lickblicke für Öl-Bullen?

Tja, gibt es auch Lichtblicke für die Öl-Bullen? Einerseits könnte es heute bei den ISM-Daten eine Überraschung geben. Alles ist möglich, nach oben wie nach unten. Und ständig könnten „mal wieder“ positive statt negative News zum Handelskrieg dem Ölpreis hoch helfen. Und nach den Angriffen auf die saudischen Öl-Anlagen können jederzeit neue Angriffe erfolgen. Aber momentan scheint sich die Lage zwischen Saudis und Houthis ein wenig entspannt zu haben. Im großen Bild schwebt die maue Konjunktur aber dämpfend über dem Ölmarkt.

Ölpreis WTI seit dem 6. September

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Aktien

Handel bei Trade Republik ausgefallen, Robinhood lässt für Zockeraktien nur Positionsschließung zu

Claudio Kummerfeld

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am

Dass es so kommen würde, hatten einige Beobachter schon gemunkelt (so auch wir). Ohh Wunder, ohh Wunder. Robinhood, der namhafteste Broker für die neue hippe junge Zocker-Generation, hat nun bekanntgegeben, dass man erst einmal den Handel für die beliebtesten Zocker-Aktien stark einschränkt wird – und zwar so, dass nur noch offene Positionen geschlossen werden können. Dazu gehört auch die Aktie von Gamestop. Auch Margins werden angehoben. Beim deutschen Pendant „Trade Republic“ ist die komplette Trading App seit mehreren Stunden offenbar zu großen Teilen nicht nutzbar.

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We continuously monitor the markets and make changes where necessary. In light of recent volatility, we are restricting transactions for certain securities to position closing only, including $AAL, $AMC, $BB, $BBY, $CTRM, $EXPR, $GME, $KOSS, $NAKD, $NOK, $SNDL, $TR, and $TRVG. We also raised margin requirements for certain securities.

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Indizes

Rüdiger Born: S&P 500 noch nicht willig für einen Rücksetzer?

Rüdiger Born

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Ist der S&P 500 noch nicht willig für einen Rücksetzer? Das schaue ich mir im folgenden Video direkt am Chart etwas genauer an.

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Gold/Silber

World Gold Council meldet für 2020 Rekordzahlen – positive wie negative

Jörg Bernhard

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis performte im vergangenen Jahr mit plus 24,6 Prozent ausgesprochen gut. In den einzelnen Marktsegmente entwickelte sich die weltweite Nachfrage nach Gold allerdings eher uneinheitlich.

Rekordhohe Zuflüsse bei ETFs

Der World Gold Council (WGC), die Interessenvertretung internationaler Goldminenunternehmen, liefert alle drei Monate interessante Daten zum Goldmarkt. Diesmal standen Zahlen zum vierten Quartal bzw. zum Gesamtjahr 2020 zur Bekanntgabe an. Grundsätzlich kann man festhalten: Zu verdanken war die starke Performance im Goldpreis vor allem stark verunsicherten Investoren (unter Joe Biden wird es nicht einfach – mehr dazu hier).

Bei physisch hinterlegten Gold-ETFs (Begriffserklärung hier) fiel das weltweite Kaufinteresse besonders stark ins Gewicht. Obwohl im vierten Quartal Abflüsse in Höhe von 130 Tonnen zu Buche schlugen, haben sich auf Jahressicht die Goldbestände dieser Wertpapiere um 120 Prozent auf 877,1 Tonnen erhöht. Damit wurde zudem der bisherige Rekord aus dem Jahr 2009 (646,1 Tonnen) deutlich übertroffen. Bergauf ging es aber auch mit dem Interesse an Goldbarren bzw. -münzen, wenngleich deutlich weniger dynamisch. Weil in China (-6 Prozent) und Indien (-11 Prozent) deutliche Rückgänge zu verzeichnen waren, war hier insgesamt lediglich ein Zuwachs um drei Prozent auf 896,1 Tonnen verzeichnet worden.

Rekordtief bei der globalen Schmucknachfrage

Ausgesprochen schlecht entwickelte sich im vergangenen Jahr jedoch die Schmucknachfrage. In diesem Marktsegment stellte sich nämlich corona-bedingt ein kräftiger Nachfrageeinbruch bei Gold in Höhe von 34 Prozent auf das Rekordtief von 1.411,6 Tonnen ein. Die beiden wichtigsten Nachfragenationen China (-35 Prozent) und Indien (-42 Prozent) waren hierfür hauptverantwortlich.

Nachlassendes Interesse war aber auch im Notenbankensektor zu beobachten. Nachdem sich die Nettokäufe der Zentralbanken im Jahr 2019 noch auf 668,5 Tonnen belaufen haben, gab es für das vergangene Jahr mit 272,9 Tonnen Gold einen markanten Einbruch um 59 Prozent zu beklagen. Bei der Industrienachfrage überwogen ebenfalls die negativen Vorzeichen. Gegenüber den Vorjahreszahlen stellte sich in diesem Marktsegment ein Minus von sieben Prozent auf 301,9 Tonnen ein.

Last but not least: Auf der Angebotsseite in Gold gab es für 2020 – bedingt durch die Pandemie – trotz des steigenden Goldpreises einen Rückgang des globalen Goldangebots um vier Prozent auf 4.633,1 Tonnen zu beklagen. Während im Recyclingsektor (+ 1 Prozent) leichte Zuwächse erzielt wurden, haben die Lockdowns in der Minenproduktion (-4 Prozent) signifikante Einbußen verursacht.

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