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Märkte

Ölpreis fällt – aktuell Doppelschlag gegen die Öl-Bullen

Claudio Kummerfeld

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Erst vor zwei Stunden hatten wir über die aktuelle Lage am Ölmarkt berichtet. Der Ölpreis lag seit letztem Mittwoch in einer relativ langweiligen Spanne zwischen 58-59 Dollar. Dann kamen heuteum 9:30 Uhr deutscher Zeit die europäischen und deutschen Einkaufsmanager-Indizes, die auf eine weitere Schwäche der Konjunktur hindeuten. Weniger wirtschaftliche Aktivität bedeutet auch weniger Öl-Nachfrage, und somit einen sinkenden Ölpreis. Der WTI-Ölpreis fiel um 60 Cent. Und dann?

Heute Mittag wird nun bekannt, dass die saudische Ölproduktion in Abqaiq und Khurais nach den Angriffen vor zehn Tagen zügig wieder repariert sein soll. Anfang nächster Woche solle die Produktion wieder normal laufen. Übers Wochenende gab es an dieser schnellen Reparatur noch Zweifel. Ein Hin und Her. Aktuell sieht es nach Entspannung aus. Und so ist der WTI-Ölpreis aktuell um 90 Cents auf bis zu 57,38 Dollar gefallen, in einer schnellen Bewegung (Chart-Verlauf seit Freitag früh). Aktuell liegt der Kurs bei 57,79 Dollar.

Ölpreis seit Freitag früh

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Aktien

Boeing-Quartalszahlen: Auf ersten Blick schockierend großer Verlust

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Boeing-Maschine

Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Eckdaten. Der Umsatz liegt bei 15,3 Milliarden Dollar (Vorjahreswert 17,91/erwartet 15).

Der Verlust (!!!) nach Non-GAAP liegt bei -15,25 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert -2,33/erwartet -1,80). Hallo? 15,25 Dollar Verlust pro Aktie bei Erwartungen von „nur“ -1,80 Dollar Verlust? Insgesamt ist das ein Verlust von 8,4 Milliarden Dollar nach -1 Milliarde Dollar vor einem Jahr. Was ist hier los? Sonderposten? Eigentlich ist die Non-GAAP-Zahl ja gerade dafür gedacht, Sonderkosten herauszurechnen, damit die Anleger sehen können, wie sich das Kerngeschäft eines Unternehmens entwickelt. Boeing sagt aktuell, dass dieser  monströse Verlust auch eine Belastung von 6,5 Milliarden US-Dollar vor Steuern für das 777X-Programm und eine steuerliche Wertberichtigung beinhaltet. Also, einmal tief durchatmen bitte. Dennoch sind es keine guten Zahlen.

Die Boeing-Aktie notiert vorbörslich mit -3,9 Prozent.

Im 4. Quartal 2020 wurden 59 kommerzielle Flugzeuge ausgeliefert nach 79 im 4. Quartal 2019. Der Umsatz sank von 7,5 auf 4,7 Milliarden Dollar. Der operative Verlust weitete sich aus von -2,8 auf -7,6 Milliarden Dollar. Im Klartext: Die Rüstungssparte durfte mal wieder stützend wirken. Sie lieferte operativ einen Gewinn von 502 Millionen Dollar nach 34 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Grafik zeigt aktuelle Quartalszahlen von Boeing

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Märkte

Ölpreis: Gute Argumente für weiter steigenden Markt

Claudio Kummerfeld

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Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis kämpft zwar seit zwei Tagen mit der Marke von 53 Dollar (WTI-Öl). Aktuell sind es 52,62 Dollar. Aber die Lage wirkt doch halbwegs stabil mit Aufwärtstendenz. Vorgestern berichteten wir, dass offenbar sogar der Irak sich nun brav an seine Kürzungszusagen hält, was den Bemühungen der OPEC mehr Glaubwürdigkeit verleiht – was wiederum positiv für einen möglicherweise steigenden Ölpreis zu werten ist.

API-Daten geben Hoffnung für kurzfristig steigenden Ölpreis

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Rohöl in den USA veröffentlicht mit einer Wochen-Veränderung von -5,3 Millionen Barrels (erwartet waren +0,6 Mio). Weniger volle Lagertanks bedeuten mehr Nachfrage nach Öl bei den Endverbrauchern, weniger Angebot der Produzenten, oder beides gleichzeitig. Auf jeden Fall ist dies tendenziell ein gutes Zeichen für den Ölpreis. Und die API-Daten sind stets ein Indikator für die einen Tag später anstehenden offiziellen staatlichen Daten aus den USA. Sie werden heute von der Energiebehörde EIA um 16:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Zeigen auch sie einen Rückgang der Lagerbestände, könnte der Ölpreis womöglich über die 53-Dollar-Marke steigen.

Joe Biden hilft den Öl-Bullen langfristig

Wir hatten in den letzten Tagen schon mehrmals über die Wahl von Joe Biden und die daraus möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf den Ölpreis geschrieben. Joe Biden verbot per Dekret bereits den anstehenden Bau der Keystone XL Pipeline von Kanada nach Texas. Weitere Restriktionen für die Ölindustrie in den USA stehen an. Alles was die Angebotsseite für Öl einschränkt, ist logischerweise auf mittlere und lange Sicht gut für einen steigenden Ölpreis. Und nach und nach könnten die Trader geneigt sein dieses Szenario vorwegzunehmen. Dazu hat Eugen Weinberg von der Commerzbank heute einen sehr interessanten Kommentar verfasst. Zitat auszugsweise:

Doch scheint der Markt aktuell eher gewillt, positive Nachrichten aufzunehmen. Auch wirken die jüngsten Nachrichten aus den USA belastend für den US-Ölsektor und sind daher eher preisstützend. So erlitt die Dakota Access-Ölpipeline am Dienstag einen weiteren Rückschlag, als ein Richter die Entscheidung einer unteren Instanz bestätigte und einen Verstoß bei der Erteilung einer Schlüsselgenehmigung feststellte. Die Pipeline wird jedoch vorerst nicht stillgelegt. Deren Schicksal hängt womöglich auch vom neuen US-Präsidenten Biden ab, der bereits an seinem ersten Tag im Amt eine Schlüsselgenehmigung für die geplante Keystone XL-Pipeline gestrichen hat. Es wird außerdem erwartet, dass die Biden-Administration schon heute eine vorübergehende Aussetzung neuer Pachtverträge für Öl- und Gasexplorationen auf bundeseigenem Land und in Gewässern anordnen wird und dass fast ein Drittel dieser Flächen auch in den nächsten zehn Jahren unangetastet bleiben sollen. Stärkere Einschränkungen für die Exploration und den Transport sowie fehlende Unterstützung für die Öl- und Gasprojekte in den USA sprechen für eine langsamere Erholung der dortigen Produktion und daher eher für längerfristig höhere Preise.

Chart zeigt Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage
Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage.

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Aktien

Tesla-Quartalszahlen heute Abend – hier eine kurze Vorschau

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Tesla meldet heute Abend kurz nach 22 Uhr deutscher Zeit seine Quartalszahlen. Wir werden dann umgehend berichten. Hier eine kurze Vorschau. Vor genau einem Jahr lag der Quartalsumsatz noch bei 7,38 Milliarden Dollar, im dritten Quartal 2020 waren es 8,77 Milliarden Dollar. Für heute liegen die durchschnittlichen Erwartungen von 18 Analysten für das 4. Quartal 2020 bei 10,3 Milliarden Dollar.

Gewinnerwartung für Tesla

Beim Gewinn pro Aktie lag Tesla bei seinen Quartalszahlen vor einem Jahr bei 0,41 Dollar, und im 3. Quartal 2020 bei 0,76 Dollar. Für heute Abend liegen die Erwartungen von 17 Analysten für das 4. Quartal 2020 im Schnitt bei 1,01 Dollar. Bei Tesla kommt es oft zu Überraschungen. Kann Elon Musk die Erwartung auch dieses Mal sensationell nach oben toppen? Oder haben zum Beispiel Preissenkungen in China an der Marge gefressen? Man wird sehen.

Die Aktie

Interessant wird auch sein, ob es bei einer Erfüllung der Erwartungen zu einem „Sell on good news“ kommt, wie bei vielen anderen Aktien an der Wall Street. Gerade bei Tesla könnte es anders laufen. Werden die Zahlen auch nur halbwegs in Ordnung gemeldet, könnte es kommen wie schon so oft in den letzten Jahren in der Tesla-Aktie. Gerade rund um Elon Musk hat sich schon seit langer Zeit eine „Gemeinde von Gläubigen“ gebildet, die jeden Anlass nutzen um die Aktie immer weiter hoch zu pushen. Und gibt es keinen Anlass, kauft man trotzdem. Dazu kommen jetzt noch die in 2020 in Millionenstärke hinzugekommenen Jung-Trader, die wie wild einige Aktien stumpf hoch pushen. Tesla könnte heute erneut von einer blinden Euphorie profitieren.

Die KGV-Erwartung für die Tesla-Aktie liegt für 2021 bei einer „lumpigen“ Zahl von 294. Man könnte also glatt behaupten, dass die Aktie völlig überteuert ist. Aber wen interessiert das noch? Alleine in den letzten zwölf Monaten ist die Aktie von unter 200 auf jetzt 883 Dollar gestiegen. Tesla hat einen Marktwert von 837 Milliarden Dollar, und ist so viel wert wie die acht größten Autobauer der Welt zusammen. Und das bei eher bescheidenen Absatzzahlen in Relation zu den großen Konkurrenten. Es ist auf so hohen Niveaus also eine reine Spekulation abseits von echten wirtschaftlichen Kennzahlen. Die Frage für heute Abend lautet also nur noch, wie vor allem die neue wilde Masse von Tradern die Zahlen interpretiert. Kann Elon Musk halbwegs die Erwartungen erfüllen, dann wie gesagt…. könnte ein weiterer schneller Kursanstieg folgen. Aber eine gesicherte Erkenntnis ist das natürlich nicht.

Chart zeigt Verlauf der Tesla-Aktie in den letzten zwölf Monaten
Verlauf der Teslsa-Aktie in den letzten zwölf Monaten.

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