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Ölpreis eingezwängt zwischen OPEC und Frackern: Der aktuellste Stand der Dinge

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wie man letzte Woche von den Saudis hören konnte, gäbe es eine allgemeine Übereinstimmung unter den OPEC-Mitgliedern, dass man die Fördermengenkürzung für Öl über Mai hinaus um erneut sechs Monate verlängern wolle. Das hatte sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet, denn mehr und mehr OPEC-Offizielle und Teilneherländer der Kürzungen müssen anerkennen, dass die Kürzungen bisher nichts oder fast gar nichts gebracht haben. Will man im zweiten Halbjahr 2017 einen spürbaren Impuls für den Ölpreis, so muss man die Mengenkürzung von insgesamt 1,8 Millionen Barrels pro Tag wohl nochmal spürbar erhöhen.

Denn immer weiter bauen die Fracker in den USA ihr Fördermenge aus. Wie schon oft besprochen, ist das organisatorische Problem, dass die US-Fracker nicht Teil einer staatlichen Fördergesellschaft sind wie in de facto allen Golfstaaten. Von daher kann sie auch niemand zwingen mehr oder weniger zu fördern. So wurde am Freitag bekannt gegeben, dass die Anzahl der aktiven Bohrstellen in den USA die 15. Woche nacheinander angestiegen ist, um weitere 9 auf 697. Damit hat sich ihre Zahl binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.

Beobachter des realen Ölmarktes und Terminhändler in den USA können nicht übersehen, dass in die Frackingfelder des Landes Milliardensummen fließen, just in diesen Wochen. Eigentlich, so hatten die Öl-Bullen gehofft, würde es nach der Ankündigung der OPEC vom 30. November 2016 einen Stabilisierung des Ölpreises (WTI) irgendwo über 55 Dollar geben. Bisher ist das nicht passiert, und man kämpft weiterhin mit der 50 Dollar-Marke. Die Profi-Zocker (Hedgefonds etc.) scheinen allmählich den Glauben an feste Kurse über 50 Dollar zu verlieren.

Denn gemäß der aktuellsten CFTC-Daten sind diese Zocker, die seit Jahresbeginn kräftig auf steigende Preise spekulieren, mit Futures und Optionen zusammengerechnet „nur noch“ netto long unterwegs mitt 255.421 Kontrakten, was gut 40% weniger ist als noch vor drei Monaten. Neue Long-Positionen gingen in der letzten Woche um 13% zurück, neue Shorts stiegen um 26%. Dass die OPEC-Staaten nicht als gemütliche Kaffee-Runde unterwegs sind, zeigt aktuell die Preissenkung der Saudis für ihre asiatischen Kunden. Dort erhöhte man den Discount-Preis, für den man dort sein Öl an die Raffinerien verkauft.

Man versucht dort seine großen Marktanteile zu verteidigen, weil der Iran nach dem Sanktionsende dort verstärkt versucht sein Öl an den Kunden zu bringen. Gleichzeitig erhöhen die Saudis ihre Preise für europäische und amerikanische Abnehmer. Das wirkt für den Moment erstaunlich, da die US-Ölproduktion derzeit kontinuierlich steigt, und natürlich vor allem dem US-Markt zuzurechnen sein dürfte.

Heute um 22.30Uhr werden die API-Lagerbestände veröffentlicht, morgen um 16.30Uhr dann die offiziellen Daten der US-Regierung. Der Ölpreis zeigt heuet bislang eine leichte Erholung, nachdem es gestern aufgrund der Meldungen über stark die steigende Fördermenge Libyens nach unten gegangen war:


(WTI, Juni-Kontrakt)

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