Die wichtigsten Eckpunkte
- Der Ölpreis fällt seit Tagen, aktuell bei 95,95 Dollar für Dezember Brent-Öl, was einen Rückgang um fast 4 Dollar bedeutet.
- Der Rückgang im Ölpreis resultiert aus einem erhöhten Ölfluss aus dem Nahen Osten, trotz ungelöster Konflikte, insbesondere im Iran.
- Zeitweise können plötzliche Nachrichten, wie Angriffe auf Öltransport, zu schnellen Preisanstiegen führen.
- Saudi-Arabien hat große Mengen Öl über die Yanbu-Pipeline auf den Weltmarkt gebracht, was den Ölpreis stabilisiert.
- Die Märkte bleiben unsicher aufgrund widersprüchlicher Nachrichten zu Iran-USA-Diplomatie und geopolitischen Entwicklungen.
Der Ölpreis fällt mal wieder. Seit Tagen ist es ein ständiges Hin und Her, wie dieser Chart gut zeigt, der bis zum 21. September zurückreicht. Wir sehen aktuell 95,95 Dollar im Dezember Brent-Öl, ein Rückgang um fast 4 Dollar seit heute früh. Der aktuellste November-Kontrakt (notiert höher als der nachfolgende Kontrakt, auffällig) fällt seit heute früh von 107,70 Dollar auf 103,10 Dollar. Aber dieser Kontrakt läuft nur noch bis Mittwoch. Und inzwischen wird der meiste Handel eh im Dezember-Kontrakt getätigt. Von daher sind inzwischen die 95,95 Dollar als Marktpreis entscheidend.
Ölpreis fällt – viel Ölfluss aus dem Nahen Osten
Woher stammt der aktuelle Rückgang im Ölpreis? Es setzt sich wohl derzeit die Erkenntnis durch, dass sehr viel Öl aus dem Nahen Osten auf den Weltmarkt kommt, und das trotz nicht vorhandener Lösung im Iran-Krieg. Richtig freigegeben ist die Straße von Hormus nicht. Dennoch fließen große Ölmengen durch die Meerenge. Ebenso wurden die Exporte über die Yanbu-Pipeline am Roten Meer wieder aufgenommen. Das sind für den Ölpreis klar entspannende Signale. Ebenso wie Aussagen, dass Katar nun wieder als Mediator die Gespräche zwischen Iran und USA intensiviert.
Jederzeit Wende in der „Erzählung“ möglich
Ebenso gibt es Berichte, dass der Iran über Nacht einen großen Öltanker angegriffen hat. Und jederzeit können solche Nachrichten zunehmen. Auch kann es jederzeit neue Huthi-Angriffe auf die Yanbu-Pipeline geben. Bei solch schlechten könnten wir im Ölpreis wieder schnell einen schnellen Anstieg erleben, wie man im Chart sehr gut sehen kann. Seit Tagen gibt es wirklich ständig ein Rauf und Runter. Mehr als auffällig war, dass man an den letzten drei Handelstagen fast exakt um 18 Uhr deutscher Zeit (Mittagszeit in New York) ruckartige Preisrückgänge verzeichnete.
Iran gegen USA
Bei den Vorgängen zwischen Iran und USA kann man nun wirklich nicht sagen, ob es gerade eher gut oder schlecht aussieht. Einigen positiven Äußerungen im Rahmen der UN-Generalversammlung letzte Woche standen auch negative Äußerungen gegenüber. Auch hat Donald Trump diese Woche hoffnungsfrohe Presseberichte wieder dementiert. Ebenso verwirrt die iranische Seite die Märkte. Man hat zuletzt Pessimismus gezeigt, dass man vor den Zwischenwahlen in den USA zu einem Deal kommen kann.
Viel Saudi-Öl für Weltmarkt
Also sollte man sich – wenn man am Verlauf im Ölpreis interessiert ist – darauf fokussieren, dass auch ohne Iran-USA-Deal derzeit große Ölmengen durch die Straße von Hormus auf den Weltmarkt gelangen. Und Saudi-Arabien soll etwa die Hälfte der Kapazität seiner Ost-West-Pipeline wiederhergestellt haben. Und wie die Ölexpertin Amena Bakr aktuell schreibt: Die saudischen Rohölexporte aus Yanbu nehmen Fahrt auf. Am 27. September waren alle sieben Liegeplätze in Yanbu und Muajjiz belegt, wobei innerhalb von nur 72 Stunden 12,5 mb auf neun Tanker verladen wurden. Die Erholung nach den Angriffen schlägt sich nun in den Rohölströmen ins Mittelmeer und nach Indien nieder, so schrieb sie es vor einer Stunde.
UPDATE: Saudi crude exports from Yanbu are accelerating. All 7 berths at Yanbu + Muajjiz were occupied on 27 Sept., with 12.5 mb loaded onto 9 tankers in just 72 hours.
The post-attack recovery is now feeding through to Mediterranean and Indian crude flows. #OOTT #SaudiArabia…— Amena Bakr (@Amena__Bakr) September 29, 2026
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken
















Im Augenblick überbieten sich grade die Einschätzungen beim Ölpreis…die einen sehen in Bälde die 55 kommen beim WTI…Ausgangspunkt bevor der Truppenaufmarsch gegen den Iran begann…..andere halten die 150 im Winter für möglich…
Eine solch große Differenz in der Prognose hatte es zuletzt während der Corona Krise gegeben…
Im Gegenzug droht die Islamische Republik Iran mit dem Stopp sämtlicher Ölexporte im Naher und Mittlerer Osten, falls der Gottesstaat weiterhin am Verkauf seines Öls gehindert wird.
Das Chartbild stimmt nicht, komischerweise wird es von Comdirect auch falsch angezeigt. Den hier im Chart angezeigten 6$-Kurssturz am 24.9 um ca.10 Uhr hat es nie gegeben. Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil mein Optionsschein die Bewegung nicht mitgemacht hatte, bei Stock3 fand ich dann den richtigen Chart. Da stand Brent heute nicht wie bei den hier kolportierten 95,95$, sondern bei ca. 102$.
Checkt das mal ab!