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Ölpreis fällt deutlich – Prinz Abdulaziz enttäuscht den Markt + Dollar und IEA

Der Ölpreis fällt deutlich. Heute früh zeigte sich der Markt schon ganz leicht enttäuscht, dass die ersten Äußerungen des neuen saudischen Energieministers Prinz Abdulaziz sehr zurückhaltend waren in Sachen „Ausweitung der Fördermengenkürzungen“. Eben wegen dieser Hoffnungen nach seinem Amtsantritt am letzten Wochenende war der Ölpreis Montag und Dienstag gestiegen.

Ölpreis sinkt dank Äußerungen von Prinz Abdulaziz

Und nun im Laufe des heutigen Tages sickerten immer mehr Aussagen von Prinz Abdulaziz durch. Heute findet nämlich die Tagung des JMMC statt, des Lenkungsgremiums für die OPEC und ihre befreundeten Partnerstaaten (vor allem Russland). In Abu Dhabi hat Prinz Abdulaziz heute sozusagen seinen ersten großen Auftritt, obwohl er schon seit Längerem bei OPEC-Treffen in der Delegation mit dabei war. Und… er enttäuscht die Öl-Bullen. Denn der Prinz sagte, dass eine weitere Senkung der Fördermenge von OPEC+ nicht besprochen werde vor dem nächsten offiziellen Treffen der OPEC in Wien im Dezember. Man will zwar weiter selbst mehr kürzen als nötig, aber das ist ja schon ein allseits bekannter Fakt. Tja, was für eine Enttäuschung für alle Trader, die heute auf einen steigenden Ölpreis gehofft hatten. Es bleibt erst ein mal wie es ist.

Aus den weiteren Äußerungen des Prinzen ist zu entnehmen, dass er für den Moment mehr Disziplin in die Bude bringen will. So sollen zum Beispiel Nigeria und der Irak ihre Fördermengen erst mal absenken auf das vereinbarte Niveau, das für jedes Land gemeinschaftlich vereinbart wurde. Aber um gigantische Mengen wird es dabei wohl kaum gehen. Hier der offizielle JMMC-Text zur heutigen Sitzung. Saudi-Arabien will seine Fördermenge von knapp 10 Millionen Barrels pro Tag übrigens bis Jahresende nicht verändern. Tja, das war es erstmal mit der Hoffnung auf eine kurzfristig weiter sinkende Fördermenge der OPEC.

IEA und US-Dollar helfen dem Ölpreis beim Weg nach unten

Der WTI-Ölpreis fiel gestern bereits aufgrund von Hoffnungen auf eine Lockerung der US-Sanktionen gegen den Iran. Heute und gestern zusammengerechnet, sinkt der Ölpreis um 3,40 Dollar auf aktuell 54,11 Dollar. Unterstützend wirkt der aktuell starke US-Dollar. Er steigt seit 13:45 Uhr spürbar wegen der EZB-Zinssenkung, die den Euro schwächt. Vielleicht kommt der Ölmarkt noch mal auf die Idee, dass eine wirtschaftlich aufgepeppelte Eurozone mehr Öl nachfragen kann – aber für den Moment wirkt der stärkere Dollar negativ auf den Ölpreis. Und als wäre das heute noch nicht genug für den Ölmarkt, hat heute die Internationale Energie-Agentur ihren Monatsbericht veröffentlicht. Sie verweist darauf, dass die immer weiter steigende Fördermenge in den USA eine Ausbalancierung des Marktes für 2020 erschwere. Auch das drückt auf den Ölpreis. Alleine heute fällt er fast zwei Dollar auf jetzt knapp über 54 Dollar im WTI-Kurs (Chart seit Anfang der Woche).

Ölpreis WTI seit Anfang der Woche



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