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Märkte

Ölpreis fällt – aktuell drei Gründe für die Schwäche

Claudio Kummerfeld

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Der Ölpreis zeigt aktuell Schwäche. Beim Blick auf das große Bild zeigt sich, dass WTI-Öl die letzten Wochen sehr kräftig angestiegen war (Chart seit März). Von daher ist der jetzige kleine Kursrückgang locker zu verkraften? Eher eine kleine technische Korrektur zwischendurch? Von Kursen unter der Null-Linie am Terminmarkt noch im April, ist der Markt bis jetzt kontinuierlich gestiegen, auf gestern 41,60 Dollar im Hoch. Aktuell notiert der Markt knapp unter 40 Dollar. Grundsätzlich ist weiter Luft nach oben, nachdem das vorige Hoch im WTI vom 8. Juni bei 40,40 Dollar im Ölpreis überlaufen wurde. Aber jetzt, wie sieht die Lage aktuell aus?

Aktuelle Schwäche im Ölpreis hat Gründe

Diese aktuelle Schwäche im Ölpreis kann man zwar noch als technische Verschnaufpause auf dem Weg nach oben verstehen. Aber diese aktuelle Schwäche hat auch drei konkrete Gründe. Erstens wären da die gestern Abend um 22:30 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände in den USA. Die Lager stiegen laut API um 1,7 Millionen Barrels im Vergleich zur Vorwoche, bei Erwartungen von +0,3 Millionen Barrels. Dies nährt natürlich die Ängste, dass die Öl-Nachfrage in den USA aufgrund der weniger stark anziehenden Konjunktur ins Stocken gerät.

Dazu kamen heute Vormittag zwei Nachrichten, die neben dem Ölpreis auch für Schwäche am Aktienmarkt sorgen. Der deutsche ifo-Index wurde auf den ersten Blick besser vermeldet. Auf den zweiten Blick fallen die Zahlen gemischt aus. Und angeblich wollen die USA laut jüngsten Meldungen neue Zölle gegen die EU verhängen. Dies sorgt für weitere Sorgen in Sachen Welthandel, was auch negativ ist für eine Erholung der Öl-Nachfrage.

Achtung Corona und heute 16:30 Uhr

Aus den USA werden von wichtigen Bundesstaaten immer mehr Corona-Infizierte gemeldet. Der Aktienmarkt in den USA könnte jederzeit bei neuen Schock-Meldungen kräftig abrutschen, und der Ölpreis in Sorge um die Konjunktur gleich mit. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten! Und heute ganz konkret sollte man in Sachen Öl auf die staatliche Veröffentlichung der Öl-Lagerbestände in den USA schauen, welche um 16:30 Uhr deutscher Zeit vermeldet werden. Dieses Ereignis kann dem Ölpreis einen neuen Impuls geben, wenn die Zahl von der API-Vorgabe abweicht.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis seit März

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Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -2,0 Mio Barrels (jetzt 492,4 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 492,4 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 2,0 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +1,5 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +0,7 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche bei -1,0.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -0,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (+1,4 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert mit 39,40 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Gold/Silber

Goldpreis: Die aktuelle Lage nach Trump-Biden-Battle, BIP und ADP-Daten

Claudio Kummerfeld

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Gold

Der Goldpreis könne deutlich reagieren nach der Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden, so hatten wir es gestern in Aussicht gestellt. Heute Nacht dann fand die Debatte statt (hier in voller Länge ansehen). Kurz zusammengefasst: Es war Debakel, eine Schlammschlacht. Ein wirklich klarer Sieger ging aus dem Duell nicht hervor, obwohl einige Beobachter doch Joe Biden leicht vorne sehen. Finden Sie beim Klick an dieser Stelle den heutigen Kommentar hierzu von Markus Fugmann.

US-Daten ohne Wirkung

Tja, aus einer möglichen deutlichen Bewegung im Goldpreis nach diesem Rededuell wurde nichts. Notierte Gold heute Nacht um 3 Uhr zum Beginn dieser Schlammschlacht noch bei 1.895 Dollar, so fiel er bis heute Mittag auf 1.884 Dollar zurück. Der US-Dollar als in den letzten Wochen bestimmender Gegenfaktor zum Goldpreis konnte seit heute Nacht nur minimal steigen.

Dann vorhin um 14:15 Uhr wurden die wichtigen ADP-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht als Vorläufer für die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für September. Sie wurden mit 749.000 neuen Stellen in den USA besser vermeldet als erwartet (die Prognose lag bei 650.000 neuen Stellen). Eine Reaktion an den Märkten folgte daraufhin aber auch nicht.

Was den Goldpreis aktuell steigen lässt

Dann um 14:30 Uhr wurden in den USA Daten zum Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht, die aber ebenfalls so langweilig waren (3. Veröffentlichung der BIP-Daten), dass sie den Goldpreis nicht bewegen konnten. Laut aktuellen Berichten, die seit 14:35 Uhr kursieren, soll der Chicago-Einkaufsmanagerindex besser ausfallen als gedacht (wir werden um 15:45 Uhr über die offizielle Veröffentlichung berichten). Bessere Konjunktur in den USA gleich höhere Inflationserwartung (durch das Anziehen der Nachfrage), was wiederum für Gold spricht – zumal die Fed die Garantie gegeben hat, bis zum Jahr 2023 die Zinsen nicht anzuheben. Seit 14:38 Uhr steigt der Goldpreis von 1.887 Dollar auf aktuell 1.897 Dollar!

Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage

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