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Märkte

Ölpreis fällt unter wichtiges Niveau – selbst Lager können nicht helfen

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis ist (Chart seit 29. Juli) gestern spät am Abend unter ein wichtiges Niveau gefallen. Erst gestern erwähnten wir noch, dass bei ganz grob gesagt 54 Dollar im WTI-Ölpreis ein aktuelles Unterstützungsniveau liegt, welches im Chart gut erkennbar war. Es entstand aus charttechnischer Sicht durch die Tiefs am 1. und 5. August. Und jetzt ist auch dieses Niveau nach unten durchbrochen worden.

Ölpreis WTI seit 29. Juli

API kann nicht helfen

Den kleinen aber erkennbaren Abwärtsschub unter die 54 Dollar-Marke im WTI-Ölpreis gab es gestern um 20 Uhr deutscher Zeit. Gestern Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit wurden dann die privat ermittelten API-Daten für die US-Lagerbestände für Rohöl veröffentlicht mit einem Rückgang von 3,4 Millionen Barrels. Obwohl so ein rückläufiger Lagerbestand für einen steigenden Ölpreis spricht, fiel WTI-Öl direkt nach Veröffentlichung weiter, nämlich von 53,70 auf 53,30 Dollar. Bis heute früh liegt der Markt auf diesen Niveau bei 53,46 Dollar.

Ölpreis fällt weiter?

Gestern erwähnten wir fragend, ob ein weiterer Absturz bevorsteht. Aktuell scheint dieses Szenario einzutreten. Auch wenn das noch keine gesicherte Erkenntnis ist, so spricht der aktuelle Chart doch dafür. Vielleicht geben die heute um 16:30 Uhr von der US-Energiebehörde EIA veröffentlichten Lagerbestände den nächsten Impuls? Aber schon letzte Woche fielen die Lagerbestände als kursbewegender Faktor aus. Aktuell scheint offenbar mehr der Handelskrieg im Vordergrund zu stehen. Die Tendenz wirkt abwärts gerichtet. Je mehr Handelskrieg und Zölle, desto schlechter die Aussichten für die Konjunktur, und somit auch negativer für die globale Öl-Nachfrage!

Schaut man auf das etwas größere Bild (Chart seit Mai), dann läge die nächste Unterstützung bei gut 51 Dollar im WTI-Ölpreis. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA (hier unsere Erwähnung im Videoausblick von heute früh) überschattet derzeit offenbar wirklich alles. Frage: Können zunehmende Spannungen rund um den Iran zwischendurch mal für plötzlich steigende Kurse sorgen? Oder ist das Thema Handelskrieg momentan wirklich derart dominant, dass alles andere dagegen verblasst? Momentan scheint es so zu sein! Aber liebe Leserin, lieber Leser. Sie kennen ja unseren finalen Spruch in Artikeln über den Ölmarkt. Hören Sie bitte nicht stumpf auf unsere Kommentare, oder die Kommentare von anderen Presseorganen oder sogenannten „Experten“. Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

Ölpreis Verlauf seit Mai

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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am

Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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