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Ölpreis fällt deutlich – China-Angst verdrängt die gute Laune

Öl-Quelle in der Wüste

Letzten Mittwoch schrieb ich über die neu aufgekommene Angst vor der global grassierenden Delta-Variante des Coronavirus. Und ich erwähnte auch, wie schnell solche Wellen der Angst an den Börsen wieder verschwinden können. Aber bis heute hat sich diese Angst gehalten und noch ausgeweitet. Denn je mehr neue Infektionen, desto mehr neue Restriktionen. Dies bedeutet logischerweise weniger Reisen und weniger wirtschaftliche Aktivität. Dementsprechend steigt die Angst vor einer sinkenden Öl-Nachfrage, was wiederum derzeit auf den Ölpreis drückt. WTI-Öl fällt seit Freitag Mittag um mehr als 4,50 Dollar auf aktuell 65,44 Dollar.

Ölpreis wird belastet durch Coronavirus in China

Vor allem China bereitet zunehmend Sorge. Die Delta-Variante greift um sich (hier dazu ein Bericht). Auch der Flugverkehr in China wird in Hotspot-Regionen eingeschränkt. Die seit Tagen anhaltenden negativen Nachrichten zu diesem Thema drückten voll gegen die seit Monaten eher gute Laune für Öl. Die globale konjunkturelle Erholung und dazu noch die Fördermengen-Disziplin der OPEC wirkten lange Zeit positiv auf den Ölpreis. Aber derzeit werden eben die positiven Faktoren voll und ganz von der um sich greifenden Delta-Variante des Coronavirus überschattet.

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Bezüglich des Wirtschaftswachstums für China bringt laut Berichten Goldman Sachs heute einen Dämpfer. Man senkt nämlich die Erwartung für das Wirtschaftswachstum im 3. Quartal im Vergleich zum 2. Quartal. Bisher ging man von +5,8 Prozent aus, jetzt sind es nur noch 2,3 Prozent! Weniger Wirtschaftswachstum bedeutet weniger Ölnachfrage, was auf den Ölpreis drückt. Dies wird wie immer an der Börse sofort eingepreist in Form fallender Kurse.

Miese Laune kann sich schnell wieder ändern

Also befindet sich der Ölmarkt nun seit mehreren Tagen im Abwärtsstrudel der Delta-Variante des Coronavirus. Die am letzten Mittwoch vermeldeten gestiegenen Lagerbestände für Rohöl in den USA waren auch eine Unterstützung für weiter fallende Kurse. Ich erinnere an die Erwähnung aus meinem Bericht von letzter Woche. Oft sah man es in den letzten Monaten. Angstphasen wurden ganz plötzlich hinter sich gelassen, und Aktienbörsen wie auch der Ölpreis sahen plötzlich wie aus Nichts neue Konjunkturhoffnung. So kann es diesmal auch kommen, und der Ölpreis plötzlich wieder ansteigen. Aber noch überwiegt die Angst.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten 30 Tage.



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1 Kommentar

  1. Na ja, der sinkende Ölpreis hält die Inflation im „Zaum“, allerdings nicht die brechenden Wertschöpfungsketten.

    Spannender finde ich das sinkende Wachstum in China. Vielleicht überdenken die Chinesen gerade ihr Wirtschaftsmodell. Vielleicht setzen sie mehr auf Qualität als auch Quantität. Die Internet-Wirtschaft nehmen sie aktuell ja stark an die Leine. Der rigide Durchgriff bei den Lernplattformen verleitet mich zur Annahme, dass sie zunehmend auf das Wohl der Masse der Menschen schauen und weniger die Milliardäre unterstützen werden. Wenn dem so wäre, können wir uns auf „spannende “ Zeiten einstellen. Denn dann, so meine These, sinkt die Relevanz der europäischen und damit auch der deutschen Produkte.

    Vielleicht ist der sinkende Ölpreis ein Vorbote dieser Entwicklung. Zumal die Chinesen Öl vom Iran bekommen….

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