Märkte

Ölpreis fällt – endlich mal ne Pause – hier die Argumente

Der Ölpreis (WTI) ist seit den Höchstkursen aus letzter Woche bis jetzt um genau 5 Dollar gefallen, und notiert aktuell bei 61,75 Dollar. Es wirkt so, was wenn dies genau die Pause ist, die der Terminmarkt gut gebrauchen kann nach einem fabelhaften und geradlinigen Anstieg von 24 Dollar oder +57% seit Dezember.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Im folgenden Langfristchart (seit August 2018) sieht man, dass der aktuelle Rückfall doch eher eine kleine Verschnaufpause auf dem Weg nach oben zu sein scheint. Wenn es denn bei Niveaus von über 60 Dollar bleibt. Seit Wochen sind es die selben inhaltlich richtigen Argumente, die den Ölpreis in die Höhe trieben. Die OPEC zieht ihre Fördermenenkürzung durch und übertrifft diese sogar noch. Und die USA ziehen die Zügel immer strikter an in Sachen Sanktionen gegen Iran und Venezuela. Das entzieht dem Weltmarkt zu großen Teilen deren Fördermengen.

Argumente für aktuell fallenden Ölpreis

Jetzt aber hat sich der Markt Gründe gesucht, damit man auch mal durchschnaufen kann. Und seit vorgestern hat man endlich auch mal Gründe gefunden, obwohl der Kursrückgang schon seit letzer Woche läuft. Die Lagerbestände für Rohöl in den USA sind seit Wochen am Steigen und erreichen aktuell mit 470 Millionen Barrels den höchsten Stand seit Sommer 2017. Alleine in den letzten fünf Wochen legen die Lagerbestände um 30 Millionen Barrels zu. Dazu kommt auch noch, dass laut Meldung vom Mittwoch die Ölproduktion der USA mal wieder auf ein neues Allzeithoch gestiegen ist mit 12,3 Millionen Barrels pro Tag nach 12,2 Mio in der Vorwoche. Und ja, man vergesse nicht das verschmutzte russische Öl, welches vor einigen Tagen durch die Haupt-Pipeline nach Westeuropa gepumpt wurde. Deshalb gab es einen Transport-Stop und tagelang deutlich weniger Öl-Importe aus Russland nach Europa. Dieser Umstand half noch vor Tagen dem Ölpreis weiter nach oben. Aber jetzt wurde die Pipeline wieder aktiviert, und die Lieferungen normalisieren sich.

Endlich mal ein paar Argumente für sinkende Preise, nicht wahr? Erfahrene Trader können diese Lage wie gesagt als gute Verschnaufpause betrachten, bevor ein weiterer Anlauf auf höhere Preise genommen wird (siehe Chart). Aber nichts Genaues weiß man nicht. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Reden die „Profis“ schon nächste Woche wieder nur über die Argumente für einen steigenden Ölpreis, weil die Kurse wieder Richtung 70 Dollar im WTI laufen?

Ölpreis seit August 2018
WTI-Ölpreis seit Sommer 2018.

WTI-Ölpreis seit Mitte März
WTI-Ölpreis seit Mitte März.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

2 Kommentare

  1. Der Ölpreis ist das blödeste Anlageprodukt das man sich denken kann.Vorräte, Produktionsmenge u.s.w kann man alles vergessen. Zwei – drei grosse Anbieter steuern den Markt nach Belieben u.können sich mit Optionen / Insidergeschäften mit grosser Hebelwirkung dumm u.dämlich verdienen.
    Wie wäre sonst zu erklären ,dass gerade jetzt wo in Venezuela das grösste Chaos herrscht die Preise fallen?

  2. Der Anstieg seit Dezember 2018 bis April 2019 hat uns fast punktgenau bis zum 61,8% Retracement des vorherigen Abverkaufs von Oktober 2018 bis Dezember 2018 geführt. Wenn man danach geht, kann der Anstieg also genauso gut nur eine normale Erholung in einem weiter fallenden Markt sein.

    Dies soll aber auf keinen Fall eine Anregung zum dementsprechenden Handel sein.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage