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Märkte

Ölpreis fällt – endlich mal ne Pause – hier die Argumente

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis (WTI) ist seit den Höchstkursen aus letzter Woche bis jetzt um genau 5 Dollar gefallen, und notiert aktuell bei 61,75 Dollar. Es wirkt so, was wenn dies genau die Pause ist, die der Terminmarkt gut gebrauchen kann nach einem fabelhaften und geradlinigen Anstieg von 24 Dollar oder +57% seit Dezember.

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Im folgenden Langfristchart (seit August 2018) sieht man, dass der aktuelle Rückfall doch eher eine kleine Verschnaufpause auf dem Weg nach oben zu sein scheint. Wenn es denn bei Niveaus von über 60 Dollar bleibt. Seit Wochen sind es die selben inhaltlich richtigen Argumente, die den Ölpreis in die Höhe trieben. Die OPEC zieht ihre Fördermenenkürzung durch und übertrifft diese sogar noch. Und die USA ziehen die Zügel immer strikter an in Sachen Sanktionen gegen Iran und Venezuela. Das entzieht dem Weltmarkt zu großen Teilen deren Fördermengen.

Argumente für aktuell fallenden Ölpreis

Jetzt aber hat sich der Markt Gründe gesucht, damit man auch mal durchschnaufen kann. Und seit vorgestern hat man endlich auch mal Gründe gefunden, obwohl der Kursrückgang schon seit letzer Woche läuft. Die Lagerbestände für Rohöl in den USA sind seit Wochen am Steigen und erreichen aktuell mit 470 Millionen Barrels den höchsten Stand seit Sommer 2017. Alleine in den letzten fünf Wochen legen die Lagerbestände um 30 Millionen Barrels zu. Dazu kommt auch noch, dass laut Meldung vom Mittwoch die Ölproduktion der USA mal wieder auf ein neues Allzeithoch gestiegen ist mit 12,3 Millionen Barrels pro Tag nach 12,2 Mio in der Vorwoche. Und ja, man vergesse nicht das verschmutzte russische Öl, welches vor einigen Tagen durch die Haupt-Pipeline nach Westeuropa gepumpt wurde. Deshalb gab es einen Transport-Stop und tagelang deutlich weniger Öl-Importe aus Russland nach Europa. Dieser Umstand half noch vor Tagen dem Ölpreis weiter nach oben. Aber jetzt wurde die Pipeline wieder aktiviert, und die Lieferungen normalisieren sich.

Endlich mal ein paar Argumente für sinkende Preise, nicht wahr? Erfahrene Trader können diese Lage wie gesagt als gute Verschnaufpause betrachten, bevor ein weiterer Anlauf auf höhere Preise genommen wird (siehe Chart). Aber nichts Genaues weiß man nicht. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Reden die „Profis“ schon nächste Woche wieder nur über die Argumente für einen steigenden Ölpreis, weil die Kurse wieder Richtung 70 Dollar im WTI laufen?

Ölpreis seit August 2018
WTI-Ölpreis seit Sommer 2018.

WTI-Ölpreis seit Mitte März
WTI-Ölpreis seit Mitte März.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Wüstensohn

    3. Mai 2019 14:00 at 14:00

    Der Ölpreis ist das blödeste Anlageprodukt das man sich denken kann.Vorräte, Produktionsmenge u.s.w kann man alles vergessen. Zwei – drei grosse Anbieter steuern den Markt nach Belieben u.können sich mit Optionen / Insidergeschäften mit grosser Hebelwirkung dumm u.dämlich verdienen.
    Wie wäre sonst zu erklären ,dass gerade jetzt wo in Venezuela das grösste Chaos herrscht die Preise fallen?

  2. Avatar

    Gixxer

    3. Mai 2019 14:04 at 14:04

    Der Anstieg seit Dezember 2018 bis April 2019 hat uns fast punktgenau bis zum 61,8% Retracement des vorherigen Abverkaufs von Oktober 2018 bis Dezember 2018 geführt. Wenn man danach geht, kann der Anstieg also genauso gut nur eine normale Erholung in einem weiter fallenden Markt sein.

    Dies soll aber auf keinen Fall eine Anregung zum dementsprechenden Handel sein.

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Aktienmärkte: Schwächste Woche seit Corona-Crash! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Die zweite Corona-Welle ist ein zuvor nicht eingepreister game changer!

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Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Und das ist wohl kein Zufall, denn die zweite Corona-Welle mit den damit verbundenen Lockdowns sind ein vorher so nicht eingepreister game changer für den wirtschaftlichen Ausblick. Diesmal aber ist der Abverkauf der Aktienmärkte in dieser Woche vor allem durch die großen Tech-Werte getrieben: am Montag SAP in Deutschland, heute die Schwergewichte Apple und Amazon jeweils gut 5% im Minus nach Vorlage der Quartalsergebnisse. Selbst gute Zahlen wie bei Amazon werden abverkauft – was „riecht“ der Markt? Ist das nur die Unsicherheit or der US-Wahl – oder kommt da etwas größeres auf uns zu?

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Gold/Silber

Goldpreis mit Bewegung? Mögliche Kausalkette beginnt bei der EZB

Claudio Kummerfeld

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am

Mehrere Gold-Barren

Eine Kausalkette ist eine Reihe von Ursachen und Wirkungen, wobei die Wirkung wieder zu einer neuen Ursache wird. In diesem Fall fängt diese Kette wohl bei der EZB an. Sie hat gestern angekündigt (hier die wichtigsten Punkte der PK), dass man im Dezember vermutlich auf die verschlechterte Corona-Lage in Europa reagieren und weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Was das mit dem Goldpreis zu tun haben könnte? Nun, dann mal los mit der Kausalkette.

Anstehende EZB-Maßnahmen weisen auf steigenden oder fallenden Goldpreis hin?

Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, schwächt das den Euro. Da der Euro global das größte Gegengewicht gegen den US-Dollar ist, könnte der US-Dollar vermutlich aufwerten, sichtbar im Dollar-Index, einem Währungskorbs gegenüber anderen Hauptwährungen, wo der Euro das Haupt-Gegengewicht zum Dollar darstellt. Ein stärkerer US-Dollar sollte wiederum den Goldpreis schwächen. Denn alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert oft schwächer, wenn der US-Dollar aufwertet.

Aber halt, die Sache mit so einer klar nachvollziehbaren Kausalkette (EZB-Zinsen-Euro-Dollar-Gold) kann auch schnell wieder unklar werden. Denn wo der US-Dollar im Dezember womöglich vor einer weiteren Aufwertung steht, und der Goldpreis damit einem Abwärtsdruck ausgesetzt ist – da findet sich auch ein gutes Argument für einen steigenden Goldpreis. Denn wenn die EZB ihre Zinssätze weiter absenkt, würde dies das zinslose Gold gegenüber Anleihen mit Negativrenditen noch attraktiver machen. Denn der Einlagenzins der EZB ist ja bereits mit -0,50 Prozent im Negativbereich – und das zinslose Gold ist nunmal immer exakt bei 0,00 Prozent.

Expertenkommentare über EZB

Und wie aktuelle Expertenkommentare zeigen, könnten die Zinsen der EZB im Dezember in der Tat weiter sinken. So sagen die Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar, dass man erwarte, dass das PEPP-Anleihekaufprogramm der EZB bis Ende 2021 verlängert und um 600 Milliarden Euro erhöht werde, im kommenden Jahr neue Langfristtender (TLTROs) auflegt und den Einlagensatz nochmals um 10 Basispunkte auf -0,6% gesenkt werde. Hiervon solle Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitieren, so die Commerzbank. Man gehe daher nicht davon aus, dass der Goldpreis weiter stark nachgeben wird. Allerdings dürfte er in den kommenden Wochen Gegenwind von der Währungsseite erhalten, da man nach den Ankündigungen von EZB-Präsidentin Lagarde nun bis Jahresende keine EUR-Aufwertung mehr, sondern eine EUR-Abwertung (und damit einen festeren US-Dollar) unterstellen, so die Commerzbank. DIW-Chef Marcel Fratzscher hat in seinem aktuellsten Kommentar zu den gestrigen EZB-Aussagen erwähnt, dass er eine Ausweitung um der Anleihekäufe der EZB um 500 Milliarden Euro und eine Verlängerung bis Ende 2021 erwarte.

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.881 Dollar. Nach dem gestrigen Tief bei 1.860 Dollar konnte sich der Markt wieder etwas stabilisieren, weil der US-Dollar seit gestern minimal schwächelt. Aber von einer stärkeren Dollar-Abwertung kann noch keine Rede sein. Die Lage rund um das Edelmetall bleibt unklar. Im Zuge der stark fallenden Aktienkurse und des deutlich steigenden US-Dollar war der Goldpreis diese Woche von 1.910 Dollar auf das Tief von 1.860 Dollar gefallen – jetzt hat sich die Lage vorerst beruhigt. Weitere Abwärtsschübe am Aktienmarkt könnten (so meine bescheidene Meinung) zusätzlich zu einem stärkeren US-Dollar erneut Druck auf Gold ausüben.

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Rüdiger Born

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Der Dax scheint sich seit gestern etwas stabilisiert zu haben. Ist heute noch kurzfristiges Trading möglich? Im folgenden Video werfe ich einen Blick auf die aktuelle Lage.

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